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Die Eisbären müssen Lehren aus dem Playoff-Versagen ziehen

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Berlins Torwart Petri Vehanen liegt nach einem Gegentreffer am Boden.

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dpa

Für die Eisbären und ihre Fans lieferte der Ostermontag ein bitteres Déjà-vu. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren, als in den Pre-Playoffs Endstation war, haben die Berliner  im entscheidenden Moment gepatzt. Sie haben  ihre Siegermentalität von einst vermissen lassen. Wenn es ins Meisterschaftsfinale geht, müssen die Eisbären  zusehen.  Sie können sich ausgiebig auf die nächste Saison mit einer zähen Hauptrunde vorbereiten.

Natürlich sind die Kölner eine Mannschaft, gegen die man schon mal ausscheiden kann. Zumal sie seit dem Trainerwechsel von Niklas Sundblad zu Cory Clouston das Potenzial ihres hochgerüsteten Kaders ausschöpfen und in den Pre-Playoffs die Adler Mannheim ausschalteten. Bei der Ursachenforschung wäre es aber zu einfach, das als wesentlichen Grund anzuführen. Genauso wie die ewige Leier von der ausgeglichenen Liga, in der jeder jeden schlagen kann.

Vielmehr hat es den Anschein, dass Trainer Uwe Krupp eben auch nicht zaubern kann und, dass er in der Hauptrunde das Maximum aus diesem Kader herausgeholt hat.  Ihm ist es gelungen, die Spieler aus ihrem Phlegma der Vorjahre zu befreien und jeden einzelnen ein Stück besser zu machen. In der entscheidenden Phase wirkt es jedoch so, als ließen sich die Grenzen nicht weiter verschieben. Als könne selbst ein ausgebuffter Playoff-Stratege wie Krupp im Ernstfall keine neuen Impulse in diese Truppe bringen.

Potente Konkurrenz

Um nach dem Teilerfolg des zweiten Hauptrundenplatzes zukünftig auch wieder in den Playoffs mitreden zu können, wird es also nicht mehr reichen, alleine auf die Künste des charismatischen Trainers zu setzen.   Denn diese Saison hat ja gerade gezeigt, dass die Mannschaft auch ohne großes Verletzungspech keine Championqualitäten mehr hat.  Hauptrundenzweiter oder Trainingsweltmeister zu sein hat bislang noch nie jemandem zu großen Ehren verholfen.

Der nächste Schritt ist nur zu erreichen, wenn sich im Kader etwas tut.  Vom vielgelobten Eisbären-Weg abzukehren, wäre falsch. Auch weiterhin werden Talente die Chance bekommen, frühzeitig DEL-Erfahrung zu sammeln. Aber wenn es darum geht, Abgänge zu ersetzen − davon wird es einige geben −, sollte der Fokus auf Leuten liegen, die das Team wirklich nach vorne bringen.

Mit Bruno Gervais, der sich leider das Kreuzbandriss riss, haben die Berliner gezeigt, dass sie solche Spieler durchaus locken können.  Mark Olver oder Milan Jurcina allerdings sind zwar renommierte Namen, aber den erhofften großen Playoff-Auftritt hatten sie nicht. Ganz zu schweigen von Shuhei Kuji.

Mit München, Mannheim, Köln und auch Nürnberg wird es auf jeden Fall allerhand Konkurrenten geben, die Geld in die Hand nehmen, um ihre Wunschspieler zu holen. Berlin muss aufpassen, dass es nicht abgehängt wird.