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Eisbaeren

Gute Playoff-Aussichten für die Eisbären

Halber Schmetterling: Petri Vehanen.

Halber Schmetterling: Petri Vehanen.

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imago/Beautiful Sports

Petri Vehanen stand am Sonntagnachmittag gleich mehrfach im Mittelpunkt. Zunächst mal im Spiel gegen die Kölner Haie, das auch dank seiner Paraden 5:1 für die Eisbären ausging. Anschließend war der Berliner Keeper dann als Reiseführer gefragt. Eine finnische Gruppe hatte sich in der Arena am Ostbahnhof eingefunden, um mit dem WM-Gold-Goalie 2011 einen Plausch zu halten.

Obwohl mittlerweile fünf Jahre seit diesem Coup vergangen sind und Vehanen stolze 38 ist, hat es zurzeit den Anschein, als komme er der Form dieser Glanzzeit sehr nahe. Schon in der Hauptrunde war Vehanen für Cheftrainer Uwe Krupp „der wichtigste Spieler“. Der ihn derart überzeugte, dass sich Krupp nur in fünf Spielen traute, ihm eine kleine Schaffenspause zu gönnen. „Wenn du jemanden in einer solchen Form hast, wärst du blöd, wenn du ihn nicht einsetzt“, erklärte er immer wieder. Ersatzmann Kevin Nastiuk bekam kaum Chancen, sich zu zeigen.

Drei Gegentore bisher

Zu den Playoffs hat Vehanen sogar noch mal zugelegt. Drei Gegentore musste er bislang schlucken, davon zwei beim 0:3-Stolperstart im ersten Heimspiel. Sein Anteil daran hielt sich in Grenzen. Beim 1:0-Overtimesieg in Köln war es Vehanen, der seine Mannschaft in die Verlängerung rettete. Am Sonntag war er der Ruhepol in einem nervösen Spiel, insbesondere bei der überstandenen 3:5-Unterzahl in der Anfangsphase, „die den Eisbären den nötigen Schwung brachte“ (Krupp). Das Gegentor von Mirko Lüdemann fiel in einer Phase, als die Partie längst entschieden war. In der Playoff-Paradestatistik rangiert Vehanen (96,6 Prozent) auf Platz zwei hinter dem Münchner David Leggio (98,6).

Florian Busch ist regelrecht aus dem Häuschen, wenn er auf seinen Schlussmann angesprochen wird. „Was er leistet, ist schon auch ein bissel unmenschlich“, sagt der Stürmer, der am Sonntag das wegweisende 1:0 erzielte. „Ich bin gespannt, wo es noch hingeht mit ihm.“ Doch nicht alleine die Saves beeindrucken Busch, sondern auch die Ruhe, die Vehanen ausstrahlt. „Er macht überhaupt nichts Hektisches.“ Heute soll das in Köln (19.30 Uhr) seine Fortsetzung finden.

Auch steht Vehanen für einen anderen Torwartstil als der Kölner Schlussmann Gustaf Wesslau. Der Haie-Goalie lässt die Scheibe regelmäßig prallen, was die Berliner in den ersten beiden Spielen nicht ausnutzen konnten. Vehanen wiederum versucht, die gegnerischen Geschosse festzuhalten. Busch erklärt: „Der Wesslau bleibt seinem Butterfly treu.“ Damit ist gemeint, dass der Torwart auf beide Knie fällt und die Schienen seitlich abspreizt, ähnlich wie Schmetterlingsflügel. Zu Vehanen erklärt Busch: „Er ist ein sehr flexibler Torwart, der sich an die jeweilige Situation anpasst.“

Luxus im Alter

Vehanen selbst ist keiner, der allzu viele Worte über sich verlieren will. „Ich kann nur gut sein, wenn die Mannschaft gut ist“, gehört zu seinen Standardsätzen. Und auch sein Alter hält er für keineswegs schädlich. Schon früh in dieser Saison sagte er mal zu dieser Zeitung: „So viel Zeit habe ich ja nicht mehr. Ich genieße deshalb alles, was ich noch mitnehmen kann.“

Allerdings tut er auch viel dafür, dass sein Körper den Belastungen einer langen Saison gewachsen ist. Als einer der ersten begann er im vergangenen Sommer mit dem Training. Den inzwischen geglückten Neustart nach zwei verkorksten Jahren nahm er ernst. Und nach jedem Spiel sieht man ihn gewöhnlich seine Runden durch die Katakomben der Arena drehen. Nur am Sonntag hatte er es damit nicht so eilig. Da ging es zunächst mal darum, die Zuneigung der finnischen Gäste entgegenzunehmen.