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Eishockey: Späte Belohnung für die Eisbären

Nastiuk (r.) wurde einmal geschlagen.

Nastiuk (r.) wurde einmal geschlagen.

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imago sportfotodienst

Am Anfang der Partie der Eisbären Berlin gegen die Krefeld Pinguine war Schweigen. Weil sie der Meinung sind, dass sie zu viel für ihre Dauerkarten bezahlen, hatten sich die Anhänger des DEL-Rekordmeisters zu einem zweiminütigen Stimmungsboykott entschieden. Manche hatten sich sogar einen schwarzen Trauerflor angelegt. Und obwohl die Eisbären so kurz vor der Qualifikation fürs Playoff-Viertelfinale stehen, war es kein so rechtes Vergnügen am Dienstagabend. Am Ende gewannen die Eisbären 2:1 nach Verlängerung.

Krefelds Lauf gestoppt

Die Berliner hatten ja geahnt, dass es ein zäher Kampf werden würde gegen Krefeld. Auch wenn die Gäste abgeschlagen am Schluss der Tabelle stehen und schon längst keine Playoff-Chancen mehr haben, haben sie derzeit einen echten Lauf. Vor dem Spiel in Berlin hatten sie vier Mal in Serie gewonnen, zuletzt am Sonntag beim Meister Adler Mannheim. Eisbären-Cheftrainer Uwe Krupp hatte gewarnt: „Die können frei aufspielen, weil sie nicht mehr so unter Druck stehen.“

Und das taten die Krefelder dann auch in Berlin. Immer wieder brachten sie ansehnliche Kombinationen vor das Tor von Eisbären-Torwart Kevin Nastiuk, der Petri Vehanen mal wieder vertreten durfte. So war die Krefelder Führung in der zehnten Minute auch nicht ganz unverdient. Als Eisbär Mark Olver auf der Strafbank saß, nutzten sie ihren Platz. Wobei Nastiuk etwas unglücklich wirkte, als der Puck vom Schoner des Verteidigers Jonas Müller zwischen ihm und dem Pfosten ins Tor rutschte.

Von der Ansage André Rankels, dass jetzt die Zeit sei, sich für die Playoffs einzuspielen und Selbstvertrauen zu tanken, war noch nicht viel zu spüren. Wie schon am vergangenen Sonntag, als man nur dank Petri Vehanens Sahnetag in Augsburg gewann (1:0), fehlte erneut die Durchschlagskraft. Immer wieder ergaben sich gute Einschusschancen, die aber ungenutzt blieben. „Wir machen Druck, belohnen uns aber nicht“, bemängelte Frank Hördler in der zweiten Pause.

Wummernde Trommelschläge

Dieser Appell sollte dann schneller fruchten, als es sich so mancher der 12.621 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof erträumt hatte. Gute zwei Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, als sich Julian für seinen Ausgleichstreffer feiern lassen durfte. Plötzlich wirkten die Trommelschläge noch wummernder, die Gesänge enthusiastischer.

Weil Köln zeitgleich gegen Schwenningen auf eine Pleite zusteuerte, war klar, dass ein Treffer reichen würde, um nach zwei Jahren Abstinenz frühzeitig mit größter Wahrscheinlichkeit das Playoff-Viertelfinale zu erreichen.

Bei 5:3-Überzahl standen die Chancen 13 Minuten vor dem Ende dann gut, die Weichen hierfür zu stellen. Allerdings haben die Eisbären derzeit so ihre Mühe im Powerplay. In Sachen Effizienz stehen sie ligaweit auch nur auf Platz acht. Auch andere Wege, zum ersehnten zweiten Tor zu kommen, blieben verschlossen, zumindest in der regulären Spielzeit.

Allerdings brauchte es dann nur 48 Sekunden in der Verlängerung, bis Florian Busch die Partie entschied. Weil am Ende aber nur zwei statt drei Punkte auf dem Konto stehen, ist die sichere Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale um einen Tag aufgeschoben. Tabellenführer zumindest sind die Eisbären schon wieder.