21.02.2012

Erzgebirge Aue: Aue beurlaubt Trainer Schmitt

Beurlaubt wegen Erfolglosigkeit: Erzgebirge Aue trennt sich von Rico Schmitt.
Beurlaubt wegen Erfolglosigkeit: Erzgebirge Aue trennt sich von Rico Schmitt.
Foto: dapd
Aue –  

Ein Punkt gegen Eintracht Braunschweig reicht Rico Schmitt nicht. Einen Tag nach dem von Fanprotesten begleiteten 1:1 im heimischen Stadion muss der Trainer des Zweiligisten Aue gehen. Karsten Baumann wird als möglicher Nachfolger gehandelt.

Selbst die Erfolge der Vergangenheit konnten Rico Schmitt nicht mehr retten. Einen Tag nach dem 1:1 (1:1) gegen Eintracht Braunschweig und dem sechsten Spiel in Folge ohne Sieg hat Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue seinen Trainer beurlaubt.

Schmitt hatte die Sachsen in seiner ersten Saison 2009/10 in die 2. Liga geführt und dort in der vergangenen Spielzeit völlig überraschend den fünften Platz erreicht. Nun scheiterte der 43-Jährige offenbar an der gestiegenen Erwartungshaltung, die sein Team im bisherigen Saisonverlauf nicht erfüllen konnte.

„Leider waren die zurückliegenden Tage und Wochen nicht mehr überzeugend. Ein Sieg aus elf Spielen spricht eine deutliche Sprache. Darum mussten wir im Sinne des Vereins eine Entscheidung treffen“, sagte Sportdirektor Steffen Heidrich in einer offiziellen Mitteilung. Zuvor hatte sich das Präsidium mit Vorstand Bernd Keller und Sportdirektor Heidrich auf einer turnusmäßigen Sitzung gegen Schmitt ausgesprochen.

Baumann als Nachfolger gehandelt

Die Nachfolge ist noch nicht geklärt, gehandelt wird allerdings der ehemalige Bundesligaprofi Karsten Baumann.

Trainerwechsel in der Zweiten Liga
1. Aachen

Peter Hyballa (Alemannia Aachen) am 13.09.2011 (7. Spieltag); Nachfolger Friedhelm Funkel zum 19.09.2011

Die „Veilchen“ stecken mitten im Abstiegskampf. Der letzte Dreier datiert vom 20. November des vergangenen Jahres, der letzte Heimsieg ist sogar fast fünf Monate her. Lediglich zwei Punkte beträgt der Vorsprung des Tabellen-14. auf den Relegationsplatz. Am Montag gab es erste Pfiffe gegen die Mannschaft und die ersten Plakate, die eine Entlassung des Erfolgstrainers forderten.

Nur einen Tag später gab der Vorstand dem Druck von Fans und Umfeld nach. Schmitt selbst hatte dagegen nach dem 1:1 noch fest an eine Zukunft in Aue geglaubt. „Ich gehe davon aus, dass mir das Vertrauen weiter ausgesprochen wird“, hatte er nach dem Spiel gesagt.

Aue fehlt das Glück

Auch die Mannschaft hatte sich für ihren Trainer ausgesprochen. „Er ist der richtige Trainer“, sagte Torhüter Martin Männel, der nach dem Schlusspfiff lange in der Fankurve mit den Anhängern diskutierte. „Die Mannschaft ist gefestigt“, sagte auch Kapitän Rene Klingbeil.

Das war gegen Braunschweig sichtbar. Denn den Einsatzwillen konnte man der Mannschaft aus dem Erzgebirge nicht absprechen, doch in dieser Saison fehlt Aue das Quäntchen Glück. Siebenmal sicherte sich das Team in der vergangenen Saison den Sieg in den Schlussminuten - gegen die Niedersachsen vergaben Guido Kocer (84.) und Tobias Kempe (86.) in der Endphase frei vor dem gegnerischen Tor.

Dazu kommt, dass in diesem Jahr die Null nicht steht. 14-mal blieb Aue in der vergangenen Spielzeit ohne Gegentor, das gelang der Mannschaft in den letzten elf Spielen kein einziges Mal. Die Gegensätze zur Erfolgssaison sind offensichtlich. Und am kommenden Wochenende wird es nicht unbedingt einfacher, dann steht das Ostderby bei Energie Cottbus an. Besondere Bedeutung dürfte die Begegnung für den neuen Sportdirektor Heidrich haben. Der arbeitete zuvor in Cottbus und liegt derzeit mit seinem ehemaligen Arbeitgeber im Clinch.

Am Montagmorgen hatte es einen Termin vor dem Cottbuser Arbeitsgericht wegen nicht gezahlter Prämien gegeben - ohne dass sich beide Parteien einigen konnten. (sid)

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