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FC Bayern: Friede, Freude, Guardiola

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Macht er bei den Bayern weiter? Jupp Heynckes will es noch nicht verraten.
Macht er bei den Bayern weiter? Jupp Heynckes will es noch nicht verraten.
Foto: dapd
München –  

Sportlich, wirtschaftlich, zwischenmenschlich – alles läuft wunschgemäß beim FC Bayern. Nur die Trainerfrage ist offen. Bleibt Jupp Heynckes über das Saisonende hinaus oder wechselt gar Pep Guardiola an die Säbener Straße?

Jupp Heynckes ist in den kleinen Raum im Erdgeschoss an der Säbener Straße gekommen, hat sich vorne aufs Podium gesetzt und in die Runde geblickt. Ein kleines Lächeln zu Beginn, freundlich, sympathisch, so macht er das, ungefähr fünfzig Mal vor Spielen pro Jahr. Und ebenso oft danach, häufig unter Stress und Druck.

Hinzu kommen unzählige Interviews, Telefonate, Pressetermine in Trainingslagern und bei Sponsoren. Dann beantwortet er all die Fragen zur Lage beim FC Bayern, wie vor dem heutigen Hinrundenabschluss gegen Mönchengladbach auch jene, ob der angeschlagene Javi Martínez auflaufen könne. „Muss ich sehen“, sagt Heynckes vage.

Nicht alles verraten

Nicht alles verraten, mal ein bisschen flunkern, trotzdem das Gesicht wahren, auch unangenehme Fragen ertragen – darin hat er nun seit 1979 Übung. Heynckes, 67, scheint das nicht zu langweilen, vor allem gilt das für seinen Auftrag als Fußballlehrer. Josef Heynckes, den alle nur Jupp nennen, wirkt glücklich. „Jeder Trainer braucht Zeit, um seine Vorstellung von modernem Fußball umzusetzen“, sagt er.

Seinem Ideal ist er in dieser Hinrunde sehr nahe gekommen, „in einem Jahr voller Emotionen“ wie keines zuvor mit dem verlorenen Finale der Champions League, wie er betont. Die Frage, ob er im Sommer bleibt oder sich in den Ruhestand verabschiedet, diese Frage beantwortet er jetzt aber nicht. „Von mir hören sie zu meiner Zukunft gar nichts“, sagt er nun ernst, „sie müssen sich gedulden bis Ende März.“

Ältester Meistertrainer der Liga?

Konzentriert sieht der Trainer in diesem Momenten aus, manchmal auch angespannt, je nachdem, ob es gerade aufgeregt oder sehr aufgeregt zugeht. Derzeit läuft es wunschgemäß: sportlich, wirtschaftlich, zwischenmenschlich. Die Bayern sind Tabellenführer und in der Champions League als Gruppenerster ins Achtelfinale eingezogen. Etliche Rekorde sind gepurzelt, neue können aufgestellt werden. Heynckes: „Wenn wir den Titel gewinnen sollten und vielleicht auch noch etwas anderes, dann kann man sich vielleicht zurücklehnen und sagen, das war die beste Saison.“ Gewinnen die Bayern den Titel, wäre er der älteste Meistertrainer der Geschichte.

Um einzuschätzen, wie er über seine Zukunft denkt, hilft der Blick zurück, zum Beginn seines dritten Engagements in München im Sommer 2011, als der Verein aufgewühlt war von den Machtkämpfen zwischen Hoeneß und Louis van Gaal. „Helfen, dass jeder frei atmen und arbeiten kann“ und ein „harmonisches Miteinander herrscht“, sei seine Aufgabe, sagte Heynckes damals, „dann haben wir das Ziel, eine stabile europäische Spitzenmannschaft zu entwickeln.“ Seine Ziele könnte Heynckes im Sommer erreicht haben. Er hat schon vor einiger Zeit anklingen lassen, dass dann wohl Schluss sein wird. Doch nun glauben viele in München, der Trainer werde weitermachen.

Gerüchte über Guardiola

Die Gerüchte dieser Woche klingen allerdings nicht danach. Zum Beispiel jene über Josep Guardiola, den alle nur Pep nennen. Klubpatron Uli Hoeneß sagte zu den angeblichen Avancen des ehemaligen Trainers des FC Barcelona, man werde vor dem Fest „die Personaldiskussion nicht eröffnen“. Desinteresse klingt anders. Und langfristige Pläne auch, wenn man Heynckes gestern lauschte, als er über Sportvorstand Matthias Sammer sprach. Er sagte: „In Zukunft ist mit ihm ein Mann da, der künftigen Trainern dabei zur Seite steht, die Mannschaft noch weiter zu verbessern.“

Was all das bedeutet? Ungewiss. Vielleicht nutzt Guardiola die Bayern auch für seinen ganz eigenen Zukunftspoker.

Fest steht: Jupp Heynckes freut sich auch auf die Winterpause und seine Heimat am Niederrhein. Auf den Weihnachtsbaum, „natürlich rheinischen Sauerbraten“ und die Tiere auf seinem Bauernhof. Seine Frau Iris wird ihm wieder tief in die Augen schauen, wenn es um die Zukunft geht. So wie vor seiner Unterschrift 2011.

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