Johannes Flum stand in der viel zu engen Interviewzone seines Arbeitgebers SC Freiburg und wunderte sich: „Wir haben einen Punkt geholt, und die Fans feiern uns hier, als hätten wir die Bayern abgeschossen.“ Wer in die Gesichter der Spieler der Bayern blickte, die sich einer nach dem anderen hinter Flum vorbeizwängten, ahnte, dass die Dinge im Lager der Münchner ähnlich gesehen wurden wie in der Freiburger Nordkurve.
Auch ein 0:0 kann eine schallende Ohrfeige sein.
Bayern zu pomadig
„In der ersten Halbzeit ist das eingetreten, was ich den Spielern in der Spielvorbereitung mitgeteilt habe“, ärgerte sich Coach Jupp Heynckes, der den Gegner geradezu hymnisch lobte: „Wir sind auf eine Freiburger Mannschaft getroffen, die sehr lauf- und kampfstark und hervorragend organisiert ist, die immer wieder im richtigen Moment doppelt und die ein gutes Pressing spielt.“
Zumindest eine Halbzeit lang war der Rekordmeister den wie aufgedreht spielenden Breisgauern in allen Belangen unterlegen. Quälende Quer- und Rückpassstafetten raubten nicht nur Bayern-Präsident Uli Hoeneß den Nerv, der kopfschüttelnd auf der Haupttribüne saß. „Ich habe im ersten Durchgang vieles vermisst bei uns, den Biss, die Leidenschaft und das Laufvermögen“, sagte Heynckes, „Da haben wir viel zu pomadig agiert und gedacht, dass wir mit unseren spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen.“
Robben sorgt für Inspiration
In der Halbzeit nahm Heynckes Rechtsverteidiger Rafinha aus der Partie und sorgte mit der Einwechslung von Arjen Robben für ein klein wenig mehr Inspiration im trägen Münchner Offensivspiel. Doch obwohl die Bayern nun etwas engagierter zu Werke gingen und dem SC nach fulminanter Laufleistung in der Schlussviertelstunde die Kräfte schwanden, kam die beste Offensive der Liga (49 Treffer) gegen die schwächste Defensive (47 Gegentore) im zweiten Durchgang durch Robben nur zu einer Torgelegenheit.
Die einzige echte Bayern-Chance vor der Pause hatte Thomas Müller vergeben, als er nach einer Vorlage von Franck Ribéry an SC-Keeper Oliver Baumann gescheitert war (42.). Der SC hatte durch Flum (25.) und Daniel Caligiuri (84.) zwei gute Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden.
Auch im zweiten Durchgang gelang es den Freiburgern immer wieder, das Spiel mit vergleichsweise einfachen Mitteln in die gegnerische Hälfte zu verlagern. „Unser Ziel war, die Münchner durch lange Bälle von unserem Strafraum fernzuhalten“, sagte Flum, „das ist gut gelungen.“
Abstand des FCB zum BVB wächst
Die Freiburger Viererkette – Oliver Sorg, Fallou Diagné, Immanuel Höhn und Jonathan Schmid bringen es zusammengenommen auf nur 22 Bundesligaeinsätze – geriet so selten in Bedrängnis. Zumal wichtige Bayern-Spieler wie Müller, Toni Kroos oder Mario Gomez völlig abtauchten und sich Ribéry nach ansprechenden Szenen längere Pausen gönnte.
Manager Christian Nerlinger stellte prompt die Einstellung einzelner Spieler in Frage: „Es wirkt so, als ob einige nicht kapiert haben, worum es geht.“
Der FC Bayern, der mit drei Punkten Vorsprung Weihnachten gefeiert hatte, weist nun vier Zähler Rückstand auf Borussia Dortmund und einen auf den Tabellenzweiten Gladbach auf. Kein Wunder also, dass Nerlinger vor einer missratenen Saison des Rekordmeisters warnte.
Schleunigst müssten sich „grundlegende Dinge ändern, sonst wird die deutsche Meisterschaft ein Zweikampf zwischen Dortmund und Mönchengladbach.“

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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
