22.02.2012

FCB gegen FCB: Ernste Worte beim FC Bayern

Von Maik Rosner
Karl-Heinz Rummenigge ist nach den zuletzt gezeigten Leistungen der Bayern schwer angesäuert.
Karl-Heinz Rummenigge ist nach den zuletzt gezeigten Leistungen der Bayern schwer angesäuert.
Foto: dapd
München –  

Beim Abflug zum Champions-League-Spiel in Basel ist die angespannte Stimmung beim FC Bayern greifbar. Boss Rummenigge grollt: „Es muss eine andere Gangart her“.

Jupp Heynckes studierte sein Flugticket München Richtung Euro-Airport Basel-Mulhouse-Freiburg. Die gleiche Route also wie vor dem ernüchternden 0:0 am Samstag beim Tabellenletzten SC Freiburg. Der Trainer des FCB machte sich rasch auf den Weg zum Gate, raus aus der großen Schar der Kamerateams. Die Spieler entschwanden dem Schalterbereich ebenso schnell wie angespannt.

Normalerweise streuen die Profis vor dem Abflug zu Auftritten in der Champions League noch ein paar zuversichtliche Worte unter das Publikum. Doch „jetzt reden nur die Chefs“, richtete Thomas Müller aus. Diesmal traten nur Kapitän Philipp Lahm und der Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mahnend vor die Presse.

Stimmungsumschwung beim FCB

Der Vorlauf erinnerte sehr an jene Szenen des Samstags, als sich die Münchner größtenteils schweigend aus Freiburg Richtung Euro-Airport verabschiedet und Sportdirektor Christian Nerlinger sowie Lahm Alarmstufe Rot ausgerufen hatten.

Dass der FC Bayern schweres Gepäck mit sich führt zum Achtelfinal-Hinspiel beim Schweizer Tabellenführer FC Basel, ist nicht zu übersehen. Gefreut hatte man sich in München, als ihnen der vermeintlich leichte Gegner zugelost worden war. Mittlerweile ist die Stimmung umgeschlagen, so sehr, dass es eine 20-minütige „Kopfwäsche“ hinter verschlossenen Türen setzte, wie übereinstimmend berichtet wurde.

Rummenigge, Nerlinger und Finanzvorstand Karl Hopfner hatten der Mannschaft demnach einen energischen Vortrag über Einstellung, Engagement und Ziele gehalten, zu denen neben dem Meistertitel und dem Pokalsieg ja auch das Finale der Champions League in der eigenen Arena am 19. Mai zählt. „Unsere Mannschaft ist sehr gut beraten, das Spiel sehr ernst zu nehmen“, ließ Präsident Uli Hoeneß nun wissen.

Zu viel Egoisten bei den Bayern?

Im Blickpunkt: Bayern-Star Franck Ribery.
Im Blickpunkt: Bayern-Star Franck Ribery.
Foto: AFP

Rummenigge bestätigte die ernsten Worte vor dem Spiel in Basel mit der Anmerkung, er wolle „das nicht weiter kommentieren, was da gesagt worden ist“. Das Grollen der Granden dringt aber auch so nach außen. Die Mannschaft sei in zu viele Ich-AGs zersplittert, überlieferte der Münchner Merkur.

Die Zahl der Spieler, die eigene Interessen über den Erfolg der Mannschaft stellten, habe ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr hinnehmbar sei. Die Achse um Lahm, namentlich Manuel Neuer, Thomas Müller und mit Abstrichen Mario Gomez, tauge in schweren Zeiten nicht als Fundament.

Der Urheber dieser Einschätzungen blieb ungenannt, doch dass diese drastische Kritik aus der Machtzentrale des Vereins stammt und gezielt indirekt der Öffentlichkeit zugeführt wurde, darf als gesichert gelten.

Es ist so etwas wie eine letzte Warnung vor einem möglichen echten Knall.

"Letzte Warnung" für den FCB

Auch Heynckes hat das vernommen, er darf sich im Gegensatz zu den Spielern aber des Schutzes der Vereinsführung sicher sein. Mit auf die Reise ins Dreiländereck bekam deshalb explizit die Mannschaft noch die Forderung Rummenigges, sie müsse „speziell auswärts besser spielen. Es muss eine andere Gangart her.“

In Basel gab Mario Gomez zu verstehen, dass die Mannschaft verstanden hat: „Es muss jetzt die letzte Warnung gewesen sein, auch für die kommenden Wochen.“

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