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Fuechse

Füchse Berlin: Ideenlose Füchse scheitern an knallharten Melsungern

Petar Nenadic (links) hielt die Füchse mit seinen Toren lange im Spiel.

Petar Nenadic (links) hielt die Füchse mit seinen Toren lange im Spiel.

Foto:

imago/Contrast

Ob es an den nahen Brötchenhälften im Presseraum lag, dass Bob Hanning nach der verdienten 23:24-Niederlage der Füchse gegen die MT Melsungen einen kulinarischen Vergleich bemühte? „Es war heute kein Filetstück von Spielkultur, sondern eher die Gulaschkanone. Aber auch die kann ja schmecken“, spielte er auf die harte Gangart vor allem der Gäste an.

Geschmeckt hat die rustikale Handballküche in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle allerdings nur den weißgekleideten Gästeakteuren und ihrer handvoll mitgereister Fans. Schon in den Anfangsminuten zeigte sich, der Start ins neue Handballjahr wird für die Füchse ein schmerzhafter. Melsungen packte in der Verteidigung mit einem Härtegrad zu, der sich stets an der Grenze des legalen bewegte. Bei den Gastgebern zeigte dies jedoch Wirkung. Erst nach sechs Minuten konnte Torjäger Petar Nenadic per Siebenmeter den ersten Füchse-Treffer markieren.

Viele Fehlwürfe

Es entwickelte sich in der Folge ein enger Kampf mit einer Reihe von Fehlwürfen und erfolgreichen Verteidigungsaktionen auf beiden Seiten. In der 24. Minute übertrieben es die Gäste. Nach einem Dreikampf lag Nenadic verletzt am Boden. Die Unparteiischen wollten zunächst Philipp Müller mit Rot vom Feld stellen, doch sein Teamkollege Timm Schneider beharrte auf der Täterschaft und kassierte dafür den Karton. 

Auswirkungen auf den Spielverlauf hatte dies jedoch nicht. Der nahm nach der Pause seinen saisonüblichen Verlauf. Die Füchse verloren im Angriffsspiel fast gänzlich den Faden. Fehlwürfe wechselten sich mit Fehlpässen und nur vereinzelten Toren ab. Vergeblich versuchten die ideenlosen Füchse immer wieder den Ball an der engen Deckung vorbei Richtung Kreis durchzustecken. Und während sich im Berliner Rückraum Rückkehrer Paul Drux und Europameister Fabian Wiede vergeblich um Durchschlagskraft bemühten, zeigte auf der Gegenseite Momir Rnic wie es geht.

Füchse-Führung fünf Minuten vor Schlusspfiff

Erst als die Gäste Mitte der zweiten Hälfte auf vier Tore enteilt waren, fingen sich die Füchse wieder. In der Abwehr packten sie nun energischer zu und konnten den Gästen so einige Bälle rauben, die der stärkste Fuchs, Rechtsaußen Mattias Zachrrison, der mit sechs Treffern das Duell auf Rechtsaußen klar gegen Neuzugang Hans Lindberg gewann, anschließend im Gästetor versenkte. Fünf Minuten vor Ende gingen die Füchse so sogar mit 23:22 in Front.

Doch eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Abwehrchef Jakov Gojun brachte die Hausherren wieder aus dem Tritt. Der Tabellenvierte aus Melsungen wendete ein letztes Mal das Blatt. Und nach dem Nenadic Sekunden vor Schluss seinen elften Treffer um Zentimeter des Abends verfehlt hatte, musste Hanning einräumen: „Wir haben verdient verloren. Wir haben den Ball einfach nicht genügend laufen lassen.“