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Gefallener WM-Held: Spiel beim 1. FC Köln wird zur bitteren Erkenntnis für Mario Götze

Götze Ersatz

Im Spiel gegen Köln durfte der Nationalspieler nur auf der Bank sitzen.

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imago/Chai v.d. Laage

Köln -

Hätte es für Mario Götze noch eines Beweises bedurft, dass er bei Bayern München nur noch das fünfte Rad am Wagen ist, dann bescherte ihm das Spiel beim 1. FC Köln (1:0) diese Erkenntnis.

Obwohl Trainer Pep Guardiola fünf Stammkräfte aus dem Champions-League-Duell gegen Juventus Turin aus seiner Start-Elf rotierte, fehlte der Name Götze in der Formation des Tabellenführers. Auch als Einwechselspieler kam er für den spanischen Fußballlehrer nicht in Betracht. Götze durfte nach seiner Rückkehr nach wochenlanger Verletzungspause nur 54 von 720 möglichen Minuten bestreiten.

Götze WM

Mit seinem Siegtreffer im WM-Finale machte sich Mario Götze unsterblich.

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imago/MIS

Guardiola kann mit den unbestritten großen Fähigkeiten des Ex-Dortmunders wenig bis gar nichts anfangen. Er lässt den WM-Held von Maracana auf der Ersatzbank schmoren, Götze macht gute Miene zum bösen Spiel. Guardiola ist allerdings im Sommer weg, wird dann alles besser für den 23-Jährigen? Nachfolger Carlo Ancelotti hat sich bislang nicht geäußert, ob er künftig auf Götze bauen wird.

Der Vertrag des 37-Millionen-Mannes läuft 2017 aus. Einiges deutet darauf hin, dass das Missverständnis FC Bayern/Götze am Ende der Saison beendet wird. Götze hat jetzt die Chance, in den Länderspielen gegen England und Italien zu zeigen, dass Guardiola mit der Einschätzung seines Leistungsvermögens falsch liegt.

Spielpraxis in der Nationalelf

Im Gegensatz zum scheidenden Bayern-Chefcoach ist Bundestrainer Joachim Löw ein ausgesprochener Götze-Fan, der diesem immer den Rücken gestärkt hat. Aber: auch im WM-Finale war Götze nur Ersatzmann und ging dann als Joker mit seinem Siegtor gegen Argentinien in die Fußball-Annalen ein. Götze muss sich darüber im Klaren sein, wenn er die Bayern verlässt, dann muss es ein Klub sein, bei dem er das uneingeschränkte Vertrauen des Trainers genießt. Der nächste Transfer sollte sitzen!

Hartnäckig hält sich immer noch das Gerücht, dass der Liverpool-Teammanager und ehemalige Götze-Mentor Jürgen Klopp lieber heute als morgen seinen einstigen Schützling wieder unter seine Fittiche nehmen würde. Vielleicht keine so schlechte Lösung - für beide Seiten. (sid)