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Gewalt im Fußball: Spieler erstochen, Schiedsrichter gevierteilt

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Spieler und Schiedsrichter geraten des Öfteren aneinander. In Brasilien endete ein solcher Streit für beide tödlich.
Spieler und Schiedsrichter geraten des Öfteren aneinander. In Brasilien endete ein solcher Streit für beide tödlich.
Foto: imago sportfotodienst
Rio de Janeiro –  

In Brasilien tötet ein Schiedsrichter einen Spieler und wird anschließend von Fans niedergemetzelt. Die Details sind schaurig.

In einem Dorf im Nordosten Brasiliens haben aufgebrachte Zuschauer vor ein paar Tagen einen Schiedsrichter zu Tode gesteinigt und seine Leiche gevierteilt. Der Unparteiische hatte zuvor einem Spieler ein Messer in die Brust gerammt. Daraufhin gingen Zuschauer auf den Schiedsrichter los.

Das Drama spielte sich in einem Dorf nahe der Kleinstadt Pio XII. ab, die 22.000 Einwohner zählt und im Bundesstaat Maranhão liegt, in einer der rückständigsten Regionen Brasiliens. Der 20-jährige Schiedsrichter hatte den Spieler vom Platz gestellt. Bei dem Streit über diese Entscheidung ging der Spieler mit Fußtritten auf den Unparteiischen los, der daraufhin das Messer zog.

Augenzeugen zufolge wurde der Schiedsrichter zunächst gefesselt, um ihn der Polizei zu übergeben. Allerdings steigerte sich die Erregung so sehr, dass der Gefesselte mit Steinen und Stöcken getötet wurde – vermutlich als die Nachricht kam, dass sein Opfer auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben war. Nach der Auswertung von Zuschauerfotos, nahm die Polizei erste Verdächtige fest.

Kette von Verbrechen

Das Drama ist eher ungeeignet, um die Frage zu diskutieren, ob die Weltmeisterschaft 2014 sicher ablaufen wird. Derlei Gewaltausbrüche kommen in entlegenen Gegenden Brasiliens zwar gelegentlich vor, können aber kaum Ereignisse stören, die von Zehntausenden von Polizisten geschützt werden. Das tragische Fußballspiel reiht sich vielmehr in eine Kette von Verbrechen ein, die unter dem Stichwort Banalisierung der Gewalt stehen. Bluttaten also, die einen absolut nichtigen Anlass haben.

So wurde bei einem Überfall auf bolivianische Gastarbeiter in São Paulo Ende Juni ein fünfjähriger Junge erschossen, weil er weinte. Zwei Diebe, die im Mai einen Zahnarzt in seiner Praxis ebenfalls in São Paulo überfielen, übergossen ihn aus Enttäuschung über die geringe Beute mit einer brennbaren Substanz und zündeten ihn an. Vier Tage zuvor hatte ein Mann seine Nachbarn getötet, weil sie ihm zu laut waren. Und in Goiânia erschoss ein Pizzeria-Besitzer die Tochter eines Gastes, der sich über den Service beschwert hatte.

Verbrechen aus nichtigem Anlass kommen zwar überall auf der Welt vor, in Brasilien scheinen sie sich in letzter Zeit allerdings zu häufen.

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