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0:0 in Berlin: Das Wichtigste zum Hertha-Remis gegen Augsburg

Hertha BSC spielte am Sonnabend gegen den FC Augsburg. Es kam zu einem Remis.

Hertha BSC spielte am Sonnabend gegen den FC Augsburg. Es kam zu einem Remis.

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dpa

Die Ausgangslage: Schwierig war für Hertha-Coach Pal Dardai die Kaderauswahl für den Spieltag gewesen. Zum Abschlusstraining hatte er 21 Feldspieler geladen, fünf von ihnen mussten am Sonnabend pausieren. Somit hatte die Tatsache, dass sich Mittelfeldspieler Tolga Cigerci mit einem Muskelfaserriss in der Wade abmelden musste, zumindest den positiven Effekt, dass Dardai etwas weniger grübeln musste. An der Besetzung der Startelf hatte es gegen die zwölftplatzierten Augsburger ohnehin keine Zweifel gegeben, zumal Sebastian Langkamp nach seiner Muskelverhärtung auflaufen konnte.

Das Ergebnis: Der Bonus, den sich die Stammformation in der Hinrunde erarbeitet hat, könnte sich jedoch etwas abnutzen. In das Zusammenspiel mischten sich lange nicht mehr gesehene Stockfehler, zwingende Szenen blieben weitgehend aus, so dass das 0:0 (0:0) das verdiente Resultat war. Der dritte Tabellenplatz wurde dank der achten gegentorlosen Partie verteidigt.

Die erste Hälfte: Die besseren Möglichkeiten erspielten sich die Gäste. Linksaußen Francisco Caiuby prüfte per Kopf zwei Mal Rune Jarsteins Reaktionsvermögen. Zwar hatten die Berliner deutlich mehr Ballbesitz (70 Prozent), doch die Augsburger gingen zügiger und zielstrebiger zu Werke. Die Herthaner agierten auf dem seifigen Boden etwas zu vorsichtig, so dass beispielsweise der Schuss von Salomon Kalou nach schönem Kombinationsfußball leicht zu parieren war (14.). In der gleichen Minute köpfte Vedad Ibisevic nach Flanke von Genki Haraguchi über die Latte.

Die zweite Hälfte: Nach dem Seitenwechsel verloren die Gastgeber zusehends die Kontrolle. Schon in der 51. Minute hätte Raul Bobadilla die Gäste in Führung bringen müssen. Danach wogte die Partie im Mittelfeld hin und her. Die Augsburger, deren Umschaltspiel die Platzverhältnisse mehr entgegenkamen, kamen selten in Tornähe, die Berliner nie. Das geduldige Herausspielen von Möglichkeiten - Dardais Philosophie - war auf dem Boden nicht so einfach. Am Ende verwaltete Hertha den Ballbesitz wieder sicherer, so dass es beim torlosen Unentschieden zum Rückrundenauftakt blieb.

Der umworbenste Mann: Die Nachricht löste Unruhe auf der Tribüne aus. Der Aufsichtsratschef von Schalke 04 bestätigte vor dem Anpfiff dem Fernsehsender Sky, dass die Gelsenkirchener „intensive Gespräche“ mit John Anthony Brooks führen. Der Innenverteidiger soll bei den Schalkern den verletzten Kapitän Benedikt Höwedes ersetzen. Brooks, 22, hat bei Hertha einen Vertrag bis 2017, Verhandlungen über eine vorzeitige Verlängerung blieben bisher ergebnislos. Sein Marktwert jedenfalls steigt, obwohl er in der 51. Minute fast den entscheidenden Fehler beging, als er sich von Raul Bobadilla schwindlig spielen ließ. Warum der Augsburger den Ball dann aus 7 Metern am Tor vorbeischob, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht hat er eine Gewinnbeteiligung mit dem Berater von Brooks vereinbart. Brooks seinerseits sagte hinterher vor laufender Kamera klipp und klar, dass er nicht zu Schalke gehen werde.

Die undichte Stelle: Was Berliner von ihren winterlichen Altbaufenstern kennen, mussten die Augsburger erst lernen. Es tropfte. Deshalb bewaffnete sich ein Betreuer der Gäste mit einem Handtuch und war während des Spiels damit beschäftigt, dem Wasser Herr zu werden, dass von oben durch das Plexiglasdach auf die Mannschaftsbankbesetzung sickerte. Die Abwehrreihen auf dem Rasen hingegen waren undurchdringlich.

Das verpasste Geburtstagsgeschenk: Alexander Baumjohann hat eine schwierige Hinrunde hinter sich. Nach zweimaligem Kreuzbandriss war er nur Ergänzungsspieler und hatte nur einmal in der Startelf gestanden. In der Wintervorbereitung hat er sich nun dicht an die Stammformation herantrainiert – und war daher Dardais erste Option, als der Coach merkte, dass die Hertha-Offensive dringend Verstärkung benötigte. Schon sechs Minuten nach seiner Einwechslung hätte Baumjohann an seinem 29. Geburtstag den sich freilaufenden Mitchell Weiser und damit alle Herthaner beschenken können (73.). Aber er sah den Freiraum auf der rechten Seite nicht und die mögliche Torchance kam nicht zustande.

Das Fazit: „Wir sind zufrieden“, sagte Pal Dardai, „für den ersten Einsatz war es okay. Ich habe etwas Spritzigkeit und Aggressivität vermisst“. Die Verantwortung dafür lud sich der Trainer selbst auf: „Das liegt wahrscheinlich an meiner Arbeit.“

Das Spiel in Zahlen

Berlin: Jarstein - Weiser, Langkamp, Brooks, Plattenhardt - Lustenberger (68. Baumjohann), Skjelbred - Haraguchi, Darida (89. Niklas Stark), Kalou - Ibisevic. - Trainer: Dardai

Augsburg: Hitz - Verhaegh, Hong, Klavan, Max - Kohr, Baier - Esswein (90. Feulner), Ji (72. Moravek), Caiuby - Bobadilla (90.+1 Matavz). - Trainer: Weinzierl

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 35.196

Beste Spieler: Jarstein, Weiser - Hitz, Caiuby

Gelbe Karten: Ibisevic (2), Brooks - Max, Caiuby (5), Verhaegh (6)

Torschüsse: 12:11

Ecken: 6:2

Ballbesitz: 62:38 %



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