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Fabian Lustenberger: Herthas Plüschbär mit dem Dauergrinsen

Hat momentan nicht viel zu lachen: Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger.

Hat momentan nicht viel zu lachen: Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger.

Foto:

City press

So ganz leicht fiel Fabian Lustenberger das Lächeln nicht. Normalerweise ist das auch nicht weiter tragisch, schließlich gehört ein strahlendes Lächeln nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen, die ein Bundesligaprofi so mitbringen muss. Freitagvormittag war es allerdings ausnahmsweise mal von Bedeutung, denn da wurden auf dem Schenckendorffplatz in Charlottenburg das Gruppenbild und die Einzelporträts der Mannschaft von Hertha BSC geschossen.

Am besten machte seinen Job wenig überraschend Maskottchen Herthinho, das mit der immer gleichen fröhlichen Miene in die Linse griente. Lustenberger hingegen muss sich wohl für den Rest der Saison mit dem Antlitz abfinden, das auseinandergezogene Mundwinkel zeigt, aber auch Augen, die einfach nicht mitlächeln wollten.

Für den Mannschaftsführer war es wohl auch am schwierigsten, eine freudige Miene aufzusetzen. Beim Trainingsauftakt Ende Juni hatte er sich den dritten Muskelfaserriss innerhalb von fünf Monaten zugezogen und wird voraussichtlich wieder lange ausfallen. Auf seiner Position hat er mit dem Niederländer John Heitinga einen neuen, ernstzunehmenden Konkurrenten bekommen, der ebenfalls über Qualitäten als Führungsspieler verfügt.

Offen ist auch noch, ob Lustenberger als Zuschauer von der Seitenlinie weiterhin Spielführer bleibt. Trainer Jos Luhukay betonte zwar Anfang des Monats, er wolle zunächst an dem Schweizer festhalten, sagte aber auch: „Wenn Lustenberger die Vorbereitung verpasst, werde ich vielleicht was ändern müssen.“

Ins erste Trainingslager nach Harsewinkel, das am Sonntag beginnt, wird der 26-Jährige jedenfalls nicht mitfahren und sich stattdessen in Berlin der Rehabilitation widmen. Auch gestern drehte er nur einige Runden auf der Außenbahn, bevor er bereits lange vor Trainingsende wieder in der Kabine verschwand.

Ohne Beerens

Gar nicht erst aufgetaucht war hingegen der am Donnerstag in Berlin gelandete Niederländer Roy Beerens. Der 26-jährige Außenstürmer hätte eigentlich bei dem Mannschaftsfoto dabei sein sollen. Er zeigte sich aber nicht auf dem Rasen. Angeblich konnten noch nicht alle vertraglichen Punkte mit seinem alten Klub AZ Alkmaar abschließend geklärt werden.

Da ist dann wohl ein zweiter Fototermin vonnöten, schließlich fehlten ja auch die WM-Teilnehmer Valentin Stocker (Schweiz) und John Anthony Brooks (USA). Möglicherweise können die Berliner bei dem Nachholtermin dann auch schon einen weiteren Stürmer mit ablichten, schließlich ist Hertha nach den Abgängen von Adriàn Ramos und Pierre-Michell Lasogga noch auf der Suche nach Torgefahr ausstrahlender Verstärkung.

Zugang Julian Schieber hatte Tags zuvor schon den ersten Dreierpack für seinen neuen Klub beim SSV Einheit Perleberg erzielt (7:1). Gestern hüpfte der 25-Jährige topfit und munter zuerst beim Fototermin und später im lockeren Training über den Platz. „Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagte er, das Testspiel habe großen Spaß gemacht, seine Leistung gegen den Landesliga-Aufsteiger solle man aber bitte nicht überbewerten.

Ein Haus wird gesucht

Das Trainingslager will der ehemalige Dortmunder auf jeden Fall nutzen, um sich gegenüber einem möglichen weiteren Konkurrenten einen Vorteil zu verschaffen. Am freien Sonnabend, bevor die Mannschaft mit dem Zug nach Bielefeld fährt, wird er sich aber zunächst nach einer Bleibe in der Hauptstadt umsehen. „Ich habe ja auch einen Hund, da wäre ein Haus schon besser als eine Wohnung – aber das ist ja ein bisschen schwierig in Berlin“, gab er zu bedenken. Ein Tag wird da wohl nicht ausreichen für die Suche.

Das Lächeln, das Schieber dem Fotografen für das Einzelporträt anbot strahlte allerdings eine ungeheure Zuversicht aus – ganz im Gegenteil zu Lustenberger. An Herthinhos li-la-launebärigem Dauergrinsen kam aber auch Schiebers Zahnpastalächeln nicht vorbei.



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