blz_logo12,9
Neuer Inhalt
Berliner Zeitung | Neue Saison: Hertha-Trainingsauftakt mit drei Neuen
23. June 2013
http://www.berliner-zeitung.de/159086
©

Neue Saison: Hertha-Trainingsauftakt mit drei Neuen

Die Spieler des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC mit den Neuzugängen Johannes van den Bergh (4.v.l.) und Sebastian Langkamp (3.v.r.), nehmen am 23.06.2013 im Olympiastadion in Berlin am Trainingsauftakt teil.

Die Spieler des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC mit den Neuzugängen Johannes van den Bergh (4.v.l.) und Sebastian Langkamp (3.v.r.), nehmen am 23.06.2013 im Olympiastadion in Berlin am Trainingsauftakt teil.

Foto:

dpa

Berlin -

Im Juni 2012 kamen an den Schenckendorffplatz gerade mal zwei, drei Dutzend Kiebitze, als Jos Luhukay zur ersten Einheit bat. Hertha BSC war gerade aus der Ersten Fußball-Bundesliga abgestiegen, und der damals neue Trainer musste erkennen, dass Hertha bei der Anhängerschaft erheblich an Kredit eingebüßt hatte.

Ein Jahr später sieht alles anders aus. Die Berliner sind als punktbester Meister der Zweitliga-Historie im vergangenen Mai wieder in die Beletage des deutschen Fußballs zurückgekehrt, der Imageverlust ist längst wieder korrigiert. Als Luhukay am gestrigen Sonntag um 10.30 Uhr mit seiner Mannschaft den Trainingsplatz betrat, wurden sie nicht nur von mehr als 800 Fans erwartet, sondern durften sich über viel Applaus sowie zahlreiche verbale Sympathiebekundungen freuen. Einige Anhänger übermittelte auf einem 15 Meter langen Transparent die Losung, die für die am 10./11. August mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt beginnende Saison 2013/2014 gelten soll: „Lasst uns die 1. Liga rocken.“

Luhukay formulierte seine Erwartungen und Wünsche im Anschluss an die erste, etwa 80 Minuten lange Einheit weniger plakativ, doch im Grundtenor stimmte er mit den Transparentträgern durchaus überein. „Wir gehen die Erste Liga mit sehr viel Ehrgeiz und Leidenschaft an“, betonte der Niederländer, „wir wollen erfolgreich Fußball spielen, und das ist absolut möglich.“ Konkrete Zielvorgaben in Form eines Tabellenplatzes vermied der 50-Jährige, doch eines stellte er schon am ersten Tag der Vorbereitung klar: Bange machen gilt nicht. „Wir wollen uns in den nächsten Jahren fest in der Bundesliga etablieren“, sagte Luhukay, „ich habe absolutes Vertrauen in das Team. Das werden wir vom ersten Spieltag an ausstrahlen.“

Brooks verlängert bis 2017

Ähnlich sehen es die Spieler. „Wir freuen uns auf 34 Highlights, die wir uns erarbeitet haben“, sagte Kapitän Peter Niemeyer. Kollege Alexander Baumjohann, just vom 1. FC Kaiserslautern verpflichtet, glaubt, „dass in der Stadt eine riesige Euphorie aufkommt, wenn wir gut starten“.

Damit derlei Wünsche in Erfüllung gehen, wird Luhukay mit seinen Profis in den kommenden sechs Wochen hart arbeiten, ehe es am 3. August in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligisten VfR Neumünster ernst wird. Nach der Auftaktwoche mit den Testspielen gegen die Brandenburgligisten SV Falkensee-Finkenkrug (Donnerstag, 18 Uhr) und FC Strausberg (Sonntag, 15 Uhr) wird im Lauftrainingslager in Bad Saarow (30. Juni bis 5. Juli) die körperliche Grundlage gelegt. Danach folgen fünf weitere Tests, unter anderem im Rahmen des zweiten Trainingslagers im österreichischen Irdning (20. bis 27. Juli) gegen den italienischen Erstligisten US Palermo (23. Juli).

Bis dahin wird auch Luhukays Kader komplett sein. Angreifer Pierre-Michel Lasogga hat nach seiner Teilnahme an der U21-EM noch bis zum 4. Juli Urlaub, der von Bayer Leverkusen verpflichtete Japaner Hajime Hosogai darf als Confed-Cup-Teilnehmer noch bis zum 15. Juli Ferien machen. Gemessen an den Verhältnissen vor einem Jahr, als infolge des Abstiegs die Personalsituation weit über den Trainingsauftakt hinaus unklar war, hat Luhukay nahezu ideale Bedingungen. Zumal er sein Team mit Hosogai und den weiteren Neuverpflichtungen Baumjohann, Sebastian Langkamp und Johannes van den Bergh sehr gut ergänzt sieht. „Mit ihrer individuellen Stärke werden sie uns weiterbringen“, sagte der Trainer.

Weitere Veränderungen im Kader sind derzeit nicht geplant. Eine Anfrage des israelischen Meisters Maccabi Tel Aviv für Offensivspieler Ben Sahar beschied Hertha abschlägig, weil Sahar laut Manager Michael Preetz mit seiner Schnellig- und Vielseitigkeit auch in der Ersten Liga eine gute Option sei. Roman Hubnik, momentan der Innenverteidiger mit den schlechtesten Aussichten zu spielen, soll auch erst mal bleiben. Preetz: „Roman wird wie alle Kandidaten um einen Platz kämpfen.“ Weitere Zugänge sind ebenfalls nicht geplant, „wir halten aber die Augen offen“, hatte Luhukay Ende vergangener Woche gesagt.

Eine Neuigkeit konnte Manager Preetz am Sonntag dann aber doch noch verkünden: John Anthony Brooks, 20, der sich in der vergangenen Runde als Innenverteidiger zur Stammkraft aufschwang, hat seinen noch bis 2015 laufenden Vertrag um zwei Jahre verlängert.