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Berliner Zeitung | Kommentar zum 1. FC Union und Helmut Schulte: Schluss mit dem Doppeljob bei Union!
04. January 2016
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Kommentar zum 1. FC Union und Helmut Schulte: Schluss mit dem Doppeljob bei Union!

Helmut Schulte wird Manager beim 1. FC Union Berlin

Helmut Schulte wird Manager beim 1. FC Union Berlin

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dpa

Mit der Verpflichtung von Helmut Schulte hat der 1. FC Union getan, was er tun musste, um den Anforderungen des Profifußballs und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Zwar bleibt es bei der Bezeichnung „Leiter der Lizenzspielerabteilung“, nur der kryptische Zusatz „kaufmännisch und organisatorischer“ wird fallen, wenn der 58-Jährige den Posten am 1. Februar antritt. Aber egal, wie das Amt genannt wird, Schulte ist, was Präsident Dirk Zingler sagt: ein „erfahrener Manager“. Und: Der ehemalige Bundesliga-Trainer bringt Sportkompetenz ins Amt ein. Das ist für Union neu und notwendig.

Bislang hat der Verein in der Profiabteilung auf die Trennung von sportlichen und kaufmännischen Aufgaben gesetzt. Der bisherige Amtsinhaber Nico Schäfer, der „eine Pause einlegen und anschließend einen anderen Weg einschlagen“ möchte, kümmerte sich vorwiegend um Organisatorisches und Finanzielles. Er professionalisierte die Durchführung von Trainingslagern und Testspielen, und öffnete im Hintergrund Türen zu Scouts und Spielerberatern. Das war hilfreich.

Gestiegene Komplexität des Business

Aus dem Sportlichen hielt er sich heraus. Damit beschritt der Klub einen Sonderweg im deutschen Profifußball, der sich nach dem Rauswurf des allmächtigen Trainers Uwe Neuhaus als problematisch erwies. Der Übergang zum Nachfolger war schwierig, da eine übergeordnete Kaderplanung fehlte. Norbert Düwel war von dem Doppeljob überfordert; der aktuelle Trainer Sascha Lewandowski will bei Transfers mitreden, aber nicht allein bestimmen.

Es braucht neben dem Coach jemanden, der den Kader langfristig plant sowie Scouting und die Nachwuchsförderung vernetzt. Von einer Person, die das tägliche Training verantwortet, ist das in einem Klub, der in die Bundesliga möchte, nicht zu leisten. Dass im April 2015 Lutz Munack als Geschäftsführer Sport installiert wurde, war eine Reaktion auf die gestiegene Komplexität des Business. Die Verpflichtung Schultes ist die nächste.


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