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Lewandowski Transfer BVB: Lewandowski und der unendliche Transferpoker

Robert Lewandowski ist auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.
Robert Lewandowski ist auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.
Foto: dpa/ Peter Powell
Dortmund –  

Robert Lewandowski gehört zu den umworbensten Stars aus der Bundesliga. Noch immer ist seine Zukunft nicht geklärt, aber er will weg von Borussia Dortmund. Fragt sich nur, wann?

Am 15. Juni soll Robert Lewandowski „Ja“ sagen - nicht Bayern München für einen sofortigen Millionenwechsel, sondern zu seiner Verlobten Anna Stachurska, einer Weltklasse-Karatekämpferin, vor dem Traualtar. Während die Hochzeit des 24 Jahre alten Torjägers von Borussia Dortmund beschlossene Sache ist, zieht sich sein beabsichtigter Transfer zum Triple-Gewinner von der Isar wie Kaugummi. Eine Lösung im schier unendlichen Transferpoker ist nicht in Sicht.

„Mir ist kein Angebot eines Vereins bekannt. Er besitzt einen Vertrag für die kommende Saison beim BVB, ohne Ausstiegsklausel. Dies haben die sportlich Verantwortlichen in Gesprächen mehrmals deutlich gemacht“, sagte Liga- und BVB-Präsident Reinhard Rauball dem SID. Er widersprach damit den offenbar von den Lewandowskis Beratern immer wieder kolportierten Meldungen, dass der Transfer für geschätzt 25 Millionen Euro von den Schwarz-Gelben zum Champions-League-Sieger, deutschen Meister und DFB-Pokalsieger zum 1. Juli dieses Jahres eingetütet sei.

BVB lässt sich nicht mürbe machen

Lewandowskis Berater Cezary Kucharski will offenbar die Borussia mit immer neuen Offensiven in den Medien mürbe machen, sodass sie am Ende trotz des noch bis 30. Juni 2014 laufenden Vertrages einem Transfer des polnischen Nationalstürmers zustimmt. Dieser tritt am Freitag (20.15 Uhr) in Chisinau mit der Auswahl des EM-Gastgebers zum WM-Qualifikationsspiel gegen die Republik Moldau an. Trotz der Vorbereitung auf die Begegnung fand Lewandowski in der Sport Bild Gelegenheit zu folgendem Statement: „Ich gehe davon aus, dass nun alles geklärt wird, und ich diesen Sommer zu meinem Wunschverein wechseln darf. Das wäre für alle Seiten das Beste.“

Den Namen FC Bayern vermied der Mann, der im Halbfinalhinspiel der Champions League als vierfacher Torschütze zur alleinigen „bestia negra“ von Real Madrid (4:1) wurde, allerdings auszusprechen. Dass der deutsche Rekordchampion Lewandowskis Wunschtraum ist und er möglichst sofort seine Zelte in München aufschlagen will, daran ließen Kucharski und sein Stab in diversen Interviews keinen Zweifel. Und natürlich schob Lewandowski wie üblich noch eine Eloge für den BVB hinterher. „Dortmund ist ein fantastischer Verein, den ich immer verehren werde. Für meine Zukunft wünsche ich mir jetzt aber eine neue Herausforderung.“

Doch das Leben ist halt kein Wunschkonzert, die Tinte unter seinen Kontrakt mit den Westfalen beweist, dass er noch eine Saison im Signal Iduna Park für die Dortmunder spielen muss. Es sei denn, die Borussia wird doch weich geklopft. Es kann allerdings auch sein, dass der Champions-League-Finalist genug hat, von den Bayern auf dem Transfermarkt vorgeführt zu werden. Den Wechsel von Ausnahmetalent Mario Götze (21) für die festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen zur neuen Saison zum FCB konnte der BVB nicht verhindern, bei Lewandowski haben sie jedoch das Heft des Handelns in der Hand.

Auch Trainer Jürgen Klopp geht davon aus, dass er auch 2013/2014 im Angriff auf „RL“ setzen kann. Außerdem haben die Dortmunder in den vergangenen Jahren in Nuri Sahin (zu Real Madrid, mittlerweile wieder zurück) und Shinji Kagawa (zu Manchester United) schon vor Götze absolute Leistungsträger und Führungspersönlichkeiten verloren. Inzwischen steht die Borussia, der noch 2005 die Insolvenz drohte, wirtschaftlich wieder auf gesunden Füßen und kann sogar kräftig in neues Personal investieren.

Angesichts von rund 70 Millionen Euro Champions-League-Einnahme in dieser Saison plus der Ablöse für Götze stehen mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte schon Großinvestionen in neue Spieler („Wir werden Geld in die Hand nehmen, da wird einiges passieren“) angekündigt. Es wäre spannend zu beobachten, wenn die Dortmunder im Fall Lewandowski auf Vertragstreue pochen - mit der Gefahr, in der kommenden Saison einen vielleicht unzufriedenen Spieler mitschleppen zu müssen. Aber der BVB hätte damit ein deutliches Signal in Richtung gieriger Spielerberater gesetzt. (SID)

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