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Mario Gomez: Was hat dich bloß so ruiniert?

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Säule? Römisch. Fußballer? Florentinisch.
Säule? Römisch. Fußballer? Florentinisch.
Foto: Reuters

Das Transfertheater hat ein Ende: Mario Gomez wechselt vom FC Bayern zum AC Florenz. Was die Frage provoziert, ob sich der Nationalstürmer mit diesem Schritt nicht endgültig die Karriere ruiniert hat.

Es sollte Mario Gomez und seinem Berater Uli Ferber zu denken geben, dass all die schönen Tore allzu leicht in Vergessenheit geraten, während ein Fehlschuss, eine langwierige Verletzung und deren Folgen sowie zwei derbe Kritikersprüche wohl auf ewig mit dem Angreifer in Verbindung gebracht werden. Imageproblem nennt man so etwas, was noch einigermaßen zu verschmerzen wäre, wenn diese Vorkommnisse keine nachhaltige Wirkung auf die sportliche Entwicklung von Mario Gomez gehabt hätten. So aber gilt Folgendes festzuhalten: Diese Zwischenfälle haben letztendlich die Karriere von Mario Gomez ruiniert. Vorerst.

Beim Fehlschuss handelt es sich natürlich um seinen Versager bei der Europameisterschaft 2008, als er im Vorrundenspiel gegen Gastgeber Österreich einen Meter vor dem Tor einem kleinen Rasenfehler zum Opfer fiel und fortan nicht mehr als Torjäger, sondern als Tortrottel wahrgenommen wurde. Bei der Verletzung handelt es sich um eine Sprunggelenksverletzung, die ihn in der zweiten Jahreshälfte 2012 außer Gefecht setzte und ihn schließlich beim FC Bayern um seinen Stammplatz brachte. Und nun zu den Kritikern und zu der verheerenden Wirkung ihrer Worte.

Da ist zum einen Mehmet Scholl, der TV-Experte, der nach dem 1:0 gegen Portugal bei der EM 2012 mal wieder ganz toll lustig sein wollte, aber nur dieses, Gomez beleidigende Dummgeschwätz fertigbrachte: „Ich hatte zwischendurch Angst, dass er sich wundliegt und mal gewendet werden muss.“ Und da ist Uli Hoeneß, der Noch-Präsident des FC Bayern, der wenige Wochen nach Scholl das dramatische Urteil fällte, Gomez sei ein guter, aber eben kein sehr guter Stürmer.

Nun sieht sich der beste deutsche Stürmer der vergangenen fünf Jahre (siehe Arbeitszeugnis) zu einem Wechsel zum AC Florenz gezwungen. Zu einem Verein, der sich als Vorjahresvierter der Serie A noch nicht einmal für die Champions League qualifiziert hat. Gezwungen zu einem Wechsel in eine Liga, in der Spieler mit seinen Qualitäten noch immer nicht geachtet, sondern von grimmigen Spielzerstörern wie ehedem gejagt werden.

Es ist ein Schritt, der vielleicht ein gewisse Stammplatzsicherheit verheißt, aber doch alles in Frage stellt, was für Mario Gomez immer möglich zu sein schien. Nämlich das doppelte Glück, in einem Verein von internationaler Klasse, aber auch in der deutschen Nationalmannschaft eine tragende Rolle zu spielen.

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