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Nationalmannschaft: Rene Adler - zurück als neuer Mensch

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René Adler trägt wieder den Adler. Ansprüche auf den Job der Nummer eins Manuel Neuer erhebt er vorerst nicht.
René Adler trägt wieder den Adler. Ansprüche auf den Job der Nummer eins Manuel Neuer erhebt er vorerst nicht.
Foto: Bongarts/Getty Images
Amsterdam –  

Über Monate war Rene Adler raus aus dem Profi-Alltag und nah am Karriereende. Nun ist der Torhüter wieder bei der Nationalmannschaft dabei. Die lange Zwangspause hat Adler in seiner Entwicklung sogar geholfen.

Vor nicht einmal einem Monat hat René Adler noch zu Hause auf der Couch gesessen und das unfassbare 4:4 gegen Schweden in dem Bewusstsein verfolgt, dass eine Rückkehr in den Kreis der Besten weit entfernt sein dürfte. Aber davor und danach hat der 27-Jährige so klasse gehalten, dass Bundestrainer Joachim Löw ihn zwei Jahre nach dem letzten Einsatz für Deutschland beim 0:0 gegen Schweden zurückholte.

So kommt es, dass der Torwart des Hamburger SV am Montag bei der DFB-Pressekonferenz im Teamhotel im Herzen von Amsterdam erklären darf, wie er es zurück geschafft hat fast nach ganz oben. Adler war die deutsche Nummer eins, ehe er vor der WM 2010 an der Patellasehne operiert werden und acht Monate lang aussetzen musste. Selbst, als er wieder fit war, durfte der zehnmalige Nationalspieler keine Bälle halten, weil sein damaliger Arbeitgeber Bayer Leverkusen inzwischen Bernd Leno aus Stuttgart verpflichtet hatte.

"Was machste jetzt?"

Mit derlei Widrigkeiten muss ein ehrgeiziger, um nicht zu sagen: über-ehrgeiziger, Mann erst einmal klar kommen. René Adler hat es geschafft, und es hat ganz den Anschein, als habe sich da einer als neuer Mensch aus der schwierigen Situation befreit. „Vor einem halben Jahr war ich dem Karriereende noch relativ nah“, rechnet Adler nicht ganz exakt zurück, „da habe ich überlegt: ,Was machste jetzt? Vielleicht Studieren?´ Aus dem Arztzimmer heraus wäre es vermessen gewesen, wieder an die Nationalmannschaft zu denken.“

Er hat stattdessen an sich gedacht und festgestellt, „dass mir vorher die Distanz zum Fußball gefehlt hatte. Ich war zu fokussiert. Das musste ich in Form einer Verletzung erst lernen.“ Nun weiß er, dass sich „ im absoluten Spitzensport die Spreu vom Weizen im Kopf trennt“. Da oben wähnt sich René Adler jetzt viel stärker.

Keine Ansprüche

Auf seiner Facebook-Seite, die er gemeinsam mit seinem ihm sehr eng verbundenen Bruder betreibt, postete er statt Freude über seine Rückkehr lieber eine Reminiszenz an den vor drei Jahren verstorbenen Kollegen Robert Enke: „Das war mir wichtig. Man sieht die Sportler oft nur als Maschine.“ René Adler hat das ein bisschen sogar selbst geglaubt. Er weiß es längst viel besser.

Der gebürtige Leipziger, der auffällig wohlfeil zu formulieren weiß, hat außerdem gelernt, sich zu gedulden. „Wenn ich jetzt sage, der Kampf um die Nummer eins sei neu eröffnet, dann werdet ihr mich alle auslachen.“ Und weil er nicht ausgelacht werden will, sagt er lieber: „Was wir derzeit am wenigsten brauchen, ist es, nun auch noch eine Baustelle im Tor auszumachen.“

Er könnte also „nachvollziehen, wenn der Bundestrainer sagt, er wolle nicht experimentieren.“ René Adler selbst und die aktuelle Nummer eins im deutschen Tor, Manuel Neuer, treffen sich in diesen Tagen ohnehin nicht zum ersten Mal beim A-Team. „Wir haben uns aneinander entwickelt und gegenseitig gepusht“, erinnert sich der neue Herausforderer. Geht es nach ihm, dann kann es genauso wieder werden.

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