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Niederlande - Deutschland: Louis van Zündel

Schuld waren die anderen: Bonds-Coach Louis van Gaal.
Schuld waren die anderen: Bonds-Coach Louis van Gaal.
Foto: dpa
Zeist/Niederlande –  

Das Duell mit Deutschland sei ein besonderes für ihn, sagt Louis van Gaal. Doch in die Freude auf das Wiedersehen mit einigen guten Bekannten mischt sich beim Trainer der Niederlande auch Spott über den Gegner.

Hält er sich für den besten Trainer der Welt? Bondscoach Louis van Gaal empört diese Frage, die er am vergangenen Freitag im Hauptquartier des niederländischen Fußball-Verbands KNVB in Zeist gestellt bekommt. „Das sagen Sie! Ich habe das niemals so gesagt!“ Aber gibt es einen besseren? „Das ist schwierig zu finden“, sagt van Gaal und macht eine Kunstpause. Alex Ferguson nennt er sehr gut, in England sei es aber auch „einfacher“. Jose Mourinho, Vicente del Bosque, Marcelo Bielsa - alle „gut“.

Und Joachim Löw? Andere Trainer hätten jetzt wohl ein Lob für den Mann übrig gehabt, der der DFB-Elf einen neuen, erfrischenden Stil beigebracht hat. Ein bisschen Diplomatie vor dem Länderspiel-Klassiker in Amsterdam am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD und hier im Liveticker).

Nicht so van Gaal. „Tja“, sagt er, „er hat noch nicht viel gewonnen. Ich denke, dass ein Trainer viel gewinnen muss, um eine legendarische Trainer zu sein.“

Keine Spur von Selbstkritik

„Legendarisch“ - das ist aus Sicht von Louis van Gaal neben ihm höchstens noch Sir Ferguson. Die Entlassung bei Bayern München im April 2011 hat bei van Gaals überdimensioniertem Selbstbewusstsein keinerlei Spuren hinterlassen. Im Gegenteil: Von Selbstkritik keine Spur, Schuld waren die anderen. Genauer: Uli Hoeneß. Auch in Zeist wiederholt van Gaal seine Kritik am Präsidenten des Rekordmeisters. Über eine Karikatur, die Hoeneß als Krake zeigt, der all die anderen Schwergewichte dieses großen Klubs im Würgegriff hält, habe er sich „sehr gefreut. Das war, wie ich das auch sehe. Ein sehr guter Comic“.

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Van Gaal spottet nicht nur über manchen früheren Weggefährten, er reklamiert auch deren aktuellen Erfolg für sich. Die Bayern spielten „noch immer dieses System, das ich introduziert habe“, sagt er, und, dass er wegen der Umstellung auf 4-2-3-1 „nur Streit“ mit Hoeneß, einem Freund des 4-4-2, gehabt habe. Er habe aus David Alaba einen Linksverteidiger gemacht, Philipp Lahm nach rechts gestellt, Thomas Müller und Holger Badstuber eingebaut, Bastian Schweinsteiger ins defensive Mittelfeld gezogen - und Hoeneß habe nur gemault.

Vorfreude auf Lahm und Müller

All diese Veränderungen, da hat van Gaal durchaus recht, haben die Münchner weitergebracht. Er ist an der Isar weniger über seine Fähigkeiten als Fachmann gestolpert denn über seine Art, mit Kritik umzugehen. Und als ihm Hoeneß mit einer Einladung zu seinem 60. im vergangenen Jahr die Hand reichen wollte, schlug er aus. Als Hohn habe er diese Offerte empfunden, sagt der 61 Jahre alte van Gaal.

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Auf das Wiedersehen mit Lahm und Müller, den einzigen beiden Bayern-Profis aus seiner Zeit in Löws Kader, freue er sich, sagt van Gaal. Das sei etwas Besonderes. Und er freut sich sehr darüber, betont er, „dass die deutsche Mannschaft spielt, wie wir unter meiner Leitung, wie ich es eingeführt habe, wie ich das denke“. Deshalb sei er bei der EM ein Fan der DFB-Elf mit sechs seiner früheren Profis gewesen, wie er es wegen derselben Spieler noch immer vom FC Bayern sei.

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Ein bisschen Diplomatie gestattet sich van Gaal in Zeist dann doch noch. Van Gaal wäre aber nicht van Gaal, wenn er sie nicht mit ein klein bisschen Ironie würzen würde. Dieser Jogi Löw, das habe er in seiner Zeit bei den Bayern erfahren, sei „ein sympathischer Mann“ und guter Trainer. So ein 4:4 wie kürzlich gegen die Schweden „kann jeden Trainer überkommen. Ich hatte mehr Mühe mit der Taktik gegen Italien damals bei der EM“. Einem „legendarischen Trainer“, so viel steht für van Gaal wohl fest, wäre das nicht passiert. (sid)

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