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Pferderennen: Die neue Nähe zu Hoppegarten

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Toller Name, weniger tolle Vorsaison: Waldpark.
Toller Name, weniger tolle Vorsaison: Waldpark.
Foto: imago/Thomas Zimmermann
Berlin –  

Mit einem vor Ort agierenden Team will Rennbahnbesitzer Gerhard Schöningh in Hoppegarten einen wichtigen Entwicklungsschritt machen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die neue Nähe zur Stadt und zum Umland bezahlt machen könnte.

Hier ist die gute Nachricht für die Freunde des Galoppsports in Berlin und Umgebung: Gerhard Schöningh, Besitzer der Rennbahn im Grünen, ist immer noch voller Elan; sein Wille, aus Hoppegarten eine der führenden, wenn nicht die führende Rennbahn in Deutschland zu machen, ist ungebrochen − auch wenn Schöningh gestern Mittag im Hotel de Rome bei der Pressekonferenz zum Saisonauftakt (Sonntag, 14 Uhr) auf den ersten Blick nicht unbedingt diesen Eindruck erwecken konnte.

Müde sah er aus, der Mann, der zwischen Krefeld, seiner Heimat, London, seiner Wahlheimat, und Berlin, seinem beruflichen Wirkungsort, hin- und herpendelt. Der smarte Investmentbanker, der sich vor fünf Jahren seinen Traum von einer eigenen Rennbahn erfüllte und seither wirklich alles Mögliche unternommen hat, um Hoppegarten zu einer Renaissance zu verhelfen. Wobei alles Mögliche auch bedeutet, dass nicht alles, was er mit seinem Enthusiasmus und seinem Geld in Bewegung gesetzt hat, auch ins Laufen gekommen ist.

Bei der Ursachenforschung kommt man dabei immer wieder auf bekannte Themen zu sprechen. Auf das Allgemeine, heißt, auf all die systemimmanenten Probleme, die den Galoppsport in Deutschland seit Jahren begleiten. Aber auch auf das Spezielle, heißt: Gerhard Schöningh. Da ist sein Tempo, mit dem er die Leute in der Gemeinde am Rande der Hauptstadt bisweilen doch ein wenig überfordert, und da ist sein Irrglaube, dass er sich trotz seines Nomadentums in Hoppegarten um alles kümmern könne, aber auch müsse.

Neues Team

Nun will er sich helfen lassen. Nicht mehr von der in London ansässigen Agentur Bunker International, die ihm über dreieinhalb Jahre hinweg beratend zur Seite stand. „Zufriedenstellend“, wie er sagt. Sondern von einem Team, das in den Wintermonaten unter anderem mit Hilfe von Headhuntern zusammengestellt wurde.

Als wichtigste Personalie gilt dabei die Verpflichtung von Carol Corellou, einer seit 17 Jahren in Berlin agierenden Französin, die seit März für den Bereich Sales & Marketing verantwortlich ist. Sie soll mit ihrer Energie und ihren Kontakten in die Berliner und Brandenburger Wirtschaft das Marktpotenzial ausschöpfen, sagt Schöningh, „die Hauptstadtregion durchdringen“.

Schon jetzt zeichne sich ab, dass sich die neue Nähe zur Stadt und zum Umland bezahlt mache. Schöningh sagt: „Mit dem Team vor Ort bekommen wir eine andere Vernetzung. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, um die Entwicklung voranzutreiben.“ Eine Entwicklung, die seine Rennbahn in den Kategorien Besucherzahlen, Wettumsätze und Rennpreise immerhin „von Platz sieben auf Platz drei in Deutschland“ geführt habe.

Doch der Sport und die Tatsache, dass Hoppegarten in der Welt des Turfs tatsächlich wieder an nationaler, aber auch internationaler Beachtung gewonnen hat, reichen allein nicht mehr aus. Es braucht mehr als acht Renntage übers Jahr, mehr als vier Europa-Gruppenrennen und mehr als einen Großen Preis von Berlin, es braucht eben auch mal eine kleine Traktormesse auf der Anlage, um zumindest mittelfristig mit der Unternehmung Profit machen zu können.

Wie weit er davon noch entfernt sei, wurde Gerhard Schöningh von einem in Sachen Schöningh und Hoppegarten vielleicht doch noch etwas unerfahrenen Journalisten gefragt. Schöningh jedenfalls brachte einmal mehr den Hinweis vor, dass es sich doch hier nicht um eine Bilanzkonferenz der Siemens AG handle. Er nehme sich als Alleingesellschafter die Freiheit, beim Thema Finanzen zu schweigen. Nur so viel: „Ich wusste schon, dass das nicht so einfach werden würde. Aber ich habe einen langen Atem.“

Nordvulkans Ausbruch?

Alter Crack: Beim Hauptrennen geht es am Sonntag um den mit 22 000 Euro dotierten Großen Preis von Dahlwitz (Start: ca. 15.55 Uhr). Einem Listenrennen der Kategorie A über 2 000 Meter, bei dem der fünfjährige Waldpark, der Derby-Sieger des Jahres 2011, beweisen will, dass dann doch noch ein bisschen mehr in ihm steckt als das, was er im vergangenen Jahr geboten hat. Seine ärgsten Konkurrenten dürften Andolini und Shoshoni sein.

Junge Cracks: Gegen 16.30 Uhr wird der Preis der Berliner Zeitung gestartet. Es geht in diesem Rennen der Kategorie D für acht dreijährige Pferde um insgesamt 5 100 Euro. Die Distanz beträgt ebenfalls 2 000 Meter. Als Favoriten gelten: der von Championats-Trainer Roland Dzubasz in Hoppegarten für den Stall Alemannia gecoachte Nordvulkan, aber auch Nuntius (Trainer: Andreas Wöhler), ein Halbbruder von Novellist.

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