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Ski Alpin in Kitzbühel: Gigantischer Aufwand für Hahnenkamm-Rennen

Ausnahmsweise winterlich: Pistenarbeiter in Kitzbühel.

Ausnahmsweise winterlich: Pistenarbeiter in Kitzbühel.

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REUTERS/Leonhard Foeger

Kitzbühel -

Nun sieht es sogar in Kitzbühel aus wie im Winter. In der Nacht zum Dienstag fiel Schnee, und zwar ganz einfach vom Himmel, wie es in den Alpen in dieser Jahreszeit nicht unüblich ist. In Kitzbühel diesmal schon. Seit Mitte Dezember hat es hier nicht mehr geschneit, höchstens geregnet, weil es auch hier viel zu warm ist. Deshalb präsentierten sich Streif und Ganslernhang für die Hahnenkammrennen vom Wochenende als einsames weißes Band inmitten grün-brauner Hänge.

Bis gestern eben. Es ist nur ein leichter Zuckerguss, aber zumindest sieht es ein bisschen besser aus. Und weil sich die Temperaturen bis Sonntag schrittweise von aktuell 4 Grad Celsius der Null-Grad-Grenze nähern sollen, werden die wenigen Niederschläge als Schneefall erwartet. So sind wenigsten die Prognosen, und kein Strohhalm ist zu dünn, als dass sich die Organisatoren nicht daran festklammern. Regen wäre für die Strecke das Schlimmste, die Hausbergkante braucht noch einiges an Arbeit. „Wir haben wirklich alles getan, was möglich war“, berichtet Rennleiter Peter Obernauer vom Kitzbühler Skiclub.

Ist es nun ein Wunder an Organisation, Innovation und Arbeitseifer, der die Rennen ermöglichen wird? Oder ist es einfach nur ein ökologischer Wahnsinn, wenn Helikopter tagelang 1300 Tonnen Kunstschnee aus einem Depot neben der Streif holen, wenn Tausende von Kilogramm Salz aufgebracht werden, um die Feuchtigkeit aus dem Schnee zu ziehen? Für die Organisatoren stellt sich diese Frage nicht, sie sehen schlicht keine Alternative zu jedem erdenklichen Aufwand, um die Rennen zu sichern.

Ruhe vor dem Ansturm

„Die Werbewirksamkeit für Kitzbühel und Tirol ist nicht zu bezahlen“, sagt Signe Reisch, Präsidentin von Kitzbühel Tourismus. Auf konkrete Zahlen mag sie sich nicht einlassen, aber wer erlebt, wie ruhig es am Sonntag und Montag in den Hotels und Restaurants, den Bars und Geschäften in Kitzbühel zuging; wer dazu weiß, wie sich der Trubel nun von Tag zu Tag ins Gigantische steigern wird, der ahnt, was für den Ort auf dem Spiel steht. Rund 40 Millionen Euro soll die Wertschöpfung für die Region Kitzbühel rund um die Hahnenkammrennen betragen. „Wie die Menschen hier hinter dem Event stehen, wie er von Jahr zu besser wird, das hat fast etwas Erhabenes“, schwärmt Signe Reisch.

Da klingt ein Mehraufwand von 300.000 Euro für die Helikopterflüge und die mobile Flutlichtanlage für den Kombislalom am Freitagnachmittag nicht mehr so dramatisch. Gut zehn Millionen Euro kosten die Hahnenkammrennen damit, sieben davon trägt der örtliche Skiclub, drei Millionen steuert die Werbeagentur von Harti Weirather bei, der sich um die Sponsoren kümmert. Dank Ticketverkauf, TV-Einnahmen und Sponsorengeldern resultiert am Ende immer ein Gewinn.

Der Mehraufwand wurde unter Skiclub und Werbeagentur aufgeteilt, „in solchen Situationen muss man zusammenhalten“, hat Weirather, Abfahrtsweltmeister 1982, der Tiroler Tageszeitung gesagt. Rennleiter Obernauer meint zu ökologischen Bedenken: „Der Dieselverbrauch der Helikopter ist überschaubar.“


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