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Sportpresseball Frankfurt: Im Zeichen der Ringe

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Mit der Auszeichnung Legende des Sports wurde Formel-1-Pilot Michael Schumacher beim Sportpresseball geehrt.
Mit der Auszeichnung "Legende des Sports" wurde Formel-1-Pilot Michael Schumacher beim Sportpresseball geehrt.
Foto: Michael Schick

Beim 31. Deutschen Sportpresseball am Samstag in Frankfurt stehen die Fußball-EM und Olympia im Mittelpunkt. Und Formel-1-Star Michael Schumacher.

Ein Sportjahr voller großer Emotionen neigt sich dem Ende zu. Eines, in dem im Sommer Millionen hierzulande erst die Leistung der Löwschen Fußball-Nationalelf bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine analysierten und dann während der Olympischen Spiele in London fleißig Medaillen zählten. Entsprechend standen diese beiden Großereignisse im Mittelpunkt des 31. Deutschen Sportpresseballs am Samstag in Frankfurt und prägten sein Motto: „Im Zeichen der Ringe − Tanz mit dem Ball.“

Doch der mehr oder weniger erfolgreiche Abschluss eines wichtigen Trainings- und Wettkampfzyklus hat nicht nur bei einigen Athleten eine Leere hinterlassen; auch diejenigen der 2700 Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die nur mitfieberten, schienen in der Alten Oper ermattet. Selbst das ehemalige Spice-Girl Melanie C scheiterte trotz engagierter Bühnenshow und großer Hits zu mitternächtlicher Stunde und also für einen Ball zu noch früher Stunde daran, die Dinner- und Flaniergäste in Schwung zu bringen. Ohne Zugabe zog die Sängerin sich zurück.

"Wir waren beide Gewinner"

Bewegende Momente gab es trotzdem, vor allem bei der Wahl des Sportlers mit Herz. Der, vielen zuvor noch unbekannt, eroberte die Sympathien im Großen Saal im Sturm. Denn der dreimalige Paralympics-Sieger im Tischtennis, Jochen Wollmert, hatte nicht nur während seines Finalmatchs gegen William Bayley einen ihm zugesprochenen Punkt zurückgegeben, weil er ihm seiner Ansicht nach nicht zustand. Der Deutsche, schon vier Jahre zuvor in Peking als Spaßbremse der Gastgeber berüchtigt, tröstete den Briten nach dessen Niederlage und präsentierte sich mit ihm gemeinsam dem enttäuschten Heimpublikum. „Wir waren beide Gewinner, aber ich habe gern die Goldmedaille mit nach Hause gebracht“, erklärte Wollmert, dessen Hand- und Fußgelenke seit der Geburt versteift sind.

Die Gesten, für die er bereits den Fair-Play-Preis des deutschen Sports erhielt, beeindruckten nicht nur die Jury, sondern auch den später zur Legende des Sports gekürten Formel-1-Piloten Michael Schumacher. „Er bringt einen Spirit rüber, der mich fasziniert“, sagte der siebenmalige Weltmeister, der selbst in seiner langen Karriere Tausende von Menschen in den Bann geschlagen hat. „Ein Welt- und Jahrhundertsportler“, lobte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier den Kerpener, „einer, der im Sport Geschichte geschrieben hat“, Vorgängerin Katarina Witt.
Schumacher selbst, an den Main gekommen mit Ehefrau Corinna, freute sich, die „außergewöhnliche Ehrung“ noch zu Lebzeiten und als Erster sogar während seiner Karriere zu erhalten. „Wir Sportler dürfen unseren Traum leben und andere mitreißen“, sagte Schumacher. Die vergangenen drei Jahre bei Mercedes, in denen er nur einmal aufs Podest fuhr, hätten ihn jedoch auch das Verlieren und die Demut gelehrt. „Aber ich habe nie aufgehört, an mich zu glauben.“

Noch zwei Rennen wird der 91-malige Grand-Prix-Sieger in diesem Monat bestreiten, dann steigt er endgültig aus dem Formel-1-Cockpit aus − und wechselt in ein anderes. Der Flugreisen- und Technikfreak wurde mit einem zweistündigen Simulator-Training in einem Airbus A 380 bedacht. „Ein sehr passendes Geschenk“, sagte Schumacher. Und eines, das eine neue große Leidenschaft bei ihm entfachen könnte.

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