03.02.2012

Union-Pleite in Paderborn: Assistenten für eine Niederlage

Paderborns Daniel Brückner setzt sich gegen die Union-Abwehr durch und trifft.
Paderborns Daniel Brückner setzt sich gegen die Union-Abwehr durch und trifft.
Foto: Getty Images
Berlin –  

Eher unglücklich verliert der 1. FC Union mit 2.3 in Paderborn. Trainer Neuhaus sah seine Mannschaft dennoch als „das bessere Team“. Zu allem Überfluss sah Union-Spieler Mattuschka in der Schlussphase der Partie Gelb-Rot.

Für die Mannschaft war es nicht mehr als ein Dienstausflug nach Paderborn. Für viele ihrer Fans war es eine Zeitreise in die wechselvolle Geschichte des 1. FC Union. Im Sozialismus war die geprägt vom Kampf gegen Widerstände und Widrigkeiten. Das schweißt zusammen.

In Ostwestfalen beim Überraschungsteam der Liga traten Unions moderne Profis von Beginn an auf, als ließe sich eine Mentalität mühelos von Mannschaft zu Mannschaft vererben. Aggressiv, mit großem Kampfeswillen, ja sogar ordentlich offensiv. Durch Silvio (2.) hatten die Eisernen gleich die erste Chance, doch fünf Minuten später kündigte sich das Verhängnis an. Bei einem Einwurf der Gastgeber ließ sich Markus Karl erst überlaufen, dann übertölpeln, und so kam es, dass der flinkere Nick Proschwitz, Top-Torschütze der Liga, im Strafraum zu Sturz kam. Den zwangsläufig eher nicht erforderlichen Elfmeter gab Schiedsrichter Robert Kempter, der vorgeblich Gefoulte verwandelte höchstselbst, und der durchweg unglückliche Verlauf zur 2:3 (0:1)-Niederlage Unions bahnte sich an.

Mutige Paderborner

Vor allem in der ersten Halbzeit presste Union den Gegner mit viel Mut und frühem Stören der Stürmer Silvio und Simon Terodde empfindlich weit in die eigene Hälfte und provozierte Durcheinander in der nun mitbesten Defensive der Liga. Die Folge waren Gelbe Karten für jeden Teilnehmer an der Paderborner Abwehr, der verletzungsbedingte der Ausfall beider SC-Innenverteidiger und bereits nach 14 Minuten der Ausgleich durch einen Freistoß von Torsten Mattuschka, den die Paderborner durch chaotisches Abwehrverhalten verursacht hatten.

Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff setzte sich Unions Unglücksserie fort: Paderborns Daniel Brückner spielte den Ball im eigenen Strafraum unübersehbar vorsätzlich mit dem Unterarm, nur schwieg da Kempters Pfeife. „Wir waren das bessere Team, aber unser Erfolg wurde heute verhindert“, klagte Unions Trainer Uwe Neuhaus, „jeder, der hier war, hat alles gesehen.“

Ganz so simpel verhält es sich nicht, denn er und sein Team halfen beim eigenen K. o.: Neuhaus ließ erstmals Christian Stuff nicht von Beginn an spielen. Der für ihn 67 Minuten lang aufgebotene Ahmed Madouni assistierte erst Paderborns Markus Krösche ungelenk bei der Vorbereitung des 1:2 durch Brückner (50.) und durch ein Foul beim 1:3, das der folgende Freistoß durch Alban Meha (61.) verursachte.

Danach allerdings pirschte sich Union mit bemerkenswertem Kampf zum 2:3 durch Silvio (69.) heran. Einen Schuss von Mattuschka später (78.) konnte der unsichere SC-Torwart Lukas Kruse gerade noch parieren. Doch in der nächsten Minute dann leistete sich Mattuschka ein harmloses Foul. Dass er dafür die zweite Gelbe Karte und damit einen Platzverweis kassierte, beschwichtigte Union um Trainer Neuhaus eher nicht. (BLZ)

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