blz_logo12,9
UnionBerlin

1. FC Union: Beflügelnde Sicherheit vor dem Spiel gegen Fürth

1490B400B862DE88

Soll als Kapitän endlich wieder treffen: Sören Brandy.

Foto:

dpa

Maximilian Thiel reckte die Faust aus der Tür, Daumen hoch. Der Muskelfaserriss ist nach drei Wochen verheilt. Er ist dabei. Auch Benjamin Kessel stieg gestern Mittag in den Bus nach Fürth. Damit sind zur Freude von Interimscoach André Hofschneider alle 18 Plätze für die Auswärtsfahrt des 1. FC Union an mehr oder weniger einsatzfähige Profis vergeben, ohne dass er sich Gedanken über Nachrücker aus der Nachwuchsabteilung machen musste. „Für jemanden wie mich, der nicht so gut rechnen kann, passt es ganz gut, wenn am Ende keiner übrig bleibt“, sagte Hofschneider. Den Sinn für Humor hat er nicht verloren, obwohl Damir Kreilach und Torgarant Bobby Wood (beide gesperrt) ersetzt werden müssen.

Als einer der Letzten packte Sören Brandy seine Tasche in den Bus. Für ihn gilt, was Hofschneider wenige Minuten zuvor mit mehr Ernst hatte verlauten lassen. Die immer noch lange Ausfallliste sei eine Chance für diejenigen, „die eine Zeit lang hinten dran waren“. Er sagte: „Sie können entspannt ins Spiel gehen, weil sie wissen, dass sie im nächsten Spiel wieder zum Einsatz kommen.“ Hofschneider hat den Eindruck, dass diese Sicherheit beflügelt.

Brandy war ziemlich lange hinten dran, seinen Stammplatz hat der 30-jährige Angreifer nach der Heimpleite gegen Paderborn im Oktober verloren. Trainer Sascha Lewandowski schenkte das Vertrauen fortan dem jüngeren Steven Skrzybski. Seit dessen Verletzung darf Brandy wieder ran und findet sich nun in der Rolle, die er die ganze Saison spielen wollte. „Er ist ein Führungsspieler“, sagte Hofschneider nun. „Wir haben ihm nicht umsonst die Kapitänsbinde gegeben.“

Hofschneider andré

André Hofschneider ersetzt beim Spiel gegen Karlsruhe den erkrankten Cheftrainer Sascha Lewandowski.

Foto:

imago/Sebastian Wells

Auch in Fürth wird Brandy das Team wohl aufs Feld führen, da die beiden eigentlichen Spielführer Thiel und Kessel noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. „Gesund heißt ja nicht gleichzeitig fit“, sagte Hofschneider. Ein Comeback wie in der vergangenen Saison, als Thiel in Fürth nach Verletzungspause in die Startelf zurückkehrte und die Führung erzielte, erwartet er nicht. Stattdessen setzt er auf Brandy: „Er hat als Kapitän das erste Spiel gewonnen, jetzt hoffe ich, dass er als Kapitän das erste Mal wieder trifft.“ Letztmals war Brandy am neunten Spieltag erfolgreich.

Ein anderer, der aus dem Fokus gerückt war, ist Stephan Fürstner, 28. Als Anführer mit Aufstiegserfahrung geholt, fand er sich auf der Bank wieder, selbst als sich die Kollegen der Reihe nach verletzten. Daher kam die Ankündigung von Hofschneider überraschend: „Stephan hätte so oder so gespielt.“ Selbst wenn Kreilach nicht gesperrt wäre, sollte das heißen. Man kann das als Hinweis verstehen, dass sich der Stellvertreter etwas von den Ideen des erkrankten Chefs Lewandowski löst. „Es ist die Entscheidung des Trainers, und der heißt momentan André Hofschneider“, sagte Fürstner.

Die Erklärung, die der momentane Entscheider lieferte, war simpel. Mit einem Sieg sind die Unioner noch nie aus Fürth heimgereist. „Stephan ist einer, der dort schon mal gewonnen hat“, sagte Hofschneider. Bis vergangene Saison war das Stadion am Laubenweg Fürstners Heimstätte.



Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?