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1. FC Union Berlin: Union stellt Weichen für die Bundesliga - Ziel: Dauerhaft in Top 20

Der Präsident des 1. FC Union, Dirk Zingler, will mit seinem Verein in die 1. Fußball-Bundesliga. „Wir wollen zu den Top 20 Deutschlands gehören“.

Der Präsident des 1. FC Union, Dirk Zingler, will mit seinem Verein in die 1. Fußball-Bundesliga. „Wir wollen zu den Top 20 Deutschlands gehören“.

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dpa

Präsident Dirk Zingler hat sich nach dem Umbruchjahr mit viel Auf und Ab klar zum Aufstiegsziel des 1. FC Union Berlin bekannt. „Wir sind im Umbruch. Daran gemessen bin ich mit der Saison zufrieden. Auf Dauer kann es nicht unser Anspruch sein, im Niemandsland der Tabelle zu landen“, sagte der Chef des Fußball-Zweitligisten in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Für die neue Spielzeit hat der 50-Jährige bereits ein Ziel vor Augen: „Wir wollen zu den Top 20 in Deutschland gehören. Diesen Prozess leiten wir ein, ohne verrückte Dinge zu tun.“

Momentan auf dem neunten Tabellenplatz

Vor dem letzten Spieltag der Saison am Sonntag in der Alten Försterei gegen Eintracht Braunschweig (15.30 Uhr) liegen die Eisernen auf dem neunten Tabellenplatz. In den fünf Jahren zuvor rangierten sie stets zwischen den Rängen sieben und zwölf des Bundesliga-Unterbaus. In Zukunft sollen die Köpenicker - wenn es nach Zingler geht - aber „dauerhaft zu der Gruppe in der 2. Liga gehören, die um den Aufstieg spielt“.

Zingler ist sicher: „Berlin kann zwei Erstliga-Vereine vertragen. Im Spiel der 36 haben wir den Anschluss geschafft. Und wir haben noch nicht alle Potenziale erschlossen“, sagte der Unternehmer zuversichtlich mit Blick auf den Standort Berlin sowie die Marke Union.

„Die 20 Plätze sind nicht reserviert“

Im Verein sei man mittlerweile einig darüber, dass man den nächsten Schritt gehen und den im Sommer begonnenen Umbruch weiter vorantreiben müsse - auch strukturell. Zingler ist überzeugt, dass der Hauptstadtclub das Potenzial zum Aufstieg hat. „Die 20 Plätze sind nicht reserviert“, sagte er kühn.

Klar ist aber auch, dass Union dazu einen Veränderungsprozess durchlaufen muss. „Wenn wir zu den Top 20 gehören wollen, brauchen wir Investoren, Kapitalgeber, strategische Freunde oder wie man das dann nennt. Diesen Schritt müssen wir gemeinsam gehen.“ Dass Zingler damit im Umfeld des Clubs nicht nur auf Gegenliebe stoßen wird, hat er einkalkuliert. Der Präsident will versuchen, die Diskussion mit den Fans darüber zu versachlichen. Die liebgewonnenen Werte stehen ohnehin nicht zur Disposition, und daher soll bei Union auch weiterhin gelten: „Wir reduzieren Fußball auf seinen Kern und lassen bestimmte Dinge weg, weil sie unsinnig sind. Gelbe Karten werden nicht von einem Sponsor präsentiert. Es geht hier nicht um Werbebotschaften“, sagte er. „Fußball pur“ soll bei Union weiterhin das Motto sein.

Zusammenarbeit mit Match IQ

Derzeit fußt der Verein auf der langjährigen Unterstützung vieler mittelständischer Unternehmen. Unter Berücksichtigung der eigenen Philosophie soll nun durch neue Partner zusätzliche Wirtschaftskraft in den Club fließen. In dieses Bild passt die am Freitag vereinbarte Zusammenarbeit mit dem Hamburger Unternehmen Match IQ, das im Bereich Internationalisierung, Spieltags-Abwicklung und Akquise bereits 15 Bundesliga-Vereine unterstützt.

In den vergangenen Jahren wurde bei Union schon deutlich mehr Geld in die Infrastruktur investiert. Unvergessen bleibt dabei die Errichtung der Tribüne mit der Hilfe der Fans. Ab sofort soll wieder mehr Geld in den Kader fließen. Doch auch der Stadionausbau von 22 000 auf 35 000 Zuschauer wird vorbereitet. Trainer Norbert Düwel ist damit beschäftigt, intelligente Fußballer zu suchen, die sein Team zum Aufstiegsaspiranten machen. Der Kurs scheint klar: Der einstige Underdog Union Berlin will mit aller Macht in die Bundesliga.