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1. FC Union: Helmut Schulte, der Mann für die Top 20

Helmut Schulte, Manager, mag Bananen.

Helmut Schulte, Manager, mag Bananen.

Helmut Schulte schätzt stabile Verhältnisse und klare Strukturen. Erstere findet er beim 1. FC Union zweifellos vor: Die Wirtschaftskraft des Vereins wächst von Jahr zu Jahr, es gilt das Wort von Präsident Dirk Zingler. An den klaren Strukturen wird hingegen noch beflissen geschraubt, und hier kommt der 58-jährige Wahl-Hamburger ins Spiel. Am 1. Februar übernimmt er die Leitung der Lizenzspielerabteilung des Fußball-Zweitligisten aus Köpenick.

Für Union bedeutet die Verpflichtung eine weitere Professionalisierung des Sportbetriebs – und für den ehemaligen Bundesliga-Trainer von St. Pauli, Dynamo Dresden und Schalke 04 einen klaren Arbeitsauftrag: „Mit ihm stellen wir Sascha Lewandowski einen erfahrenen Manager zur Seite, der auch die Bereiche Scouting und Kaderplanung entwickeln und verantworten wird“, sagte Zingler. Das Aufgabenfeld wird somit deutlich größer als das vom bisherigen Amtsinhaber Nico Schäfer, der sich vorwiegend um Organisatorisches und Finanzielles kümmerte und auf eigenen Wunsch ausscheidet.

Viel Erfahrung mit Jugendspielern

Wie Trainer Lewandowski hat Schulte, der 2007 während eines Orkans durch eine umstürzende Buche schwer verletzt wurde und in Lebensgefahr schwebte, viel Erfahrung mit Jugendspielern. Zehn Jahre leitete er die Nachwuchssparte von Schalke 04. Zuletzt sollte er 2014 Unions Ligarivalen Fortuna Düsseldorf für die Zukunft ausrichten, indem er unter anderem Jugendabteilung und Scouting neu strukturierte. Im Umfeld seines neuen Arbeitgebers wird er dank seiner Vergangenheit wohl schnell Freunde finden. Er war fast ausschließlich bei Traditions- und Arbeiterklubs angestellt, darunter St. Pauli, wo er zwischen 1984 und 2012 nacheinander als Trainer, Manager und Sportdirektor arbeitete, und Rapid Wien.

Nach der Wende hatte Bundesliga-Aufsteiger Dynamo Dresden den – so bezeichnete er sich selbst – „ahnungslosen Wessi-Trainer“ in den Osten geholt, wo der jung verheiratete Vater auf der Suche nach vernünftigen Wohnung verzweifelte. Am Saisonende verließ er Dynamo trotz Klassenerhalt, weil er nach dem Einstieg eines Investors um die Unabhängigkeit des Sports fürchtete. Als Manager von St. Pauli verfolgte der wegen seiner Vorliebe für eine gelbe Tropenfrucht „Bananen-Helmut“ genannte Schulte bis 2012 das Vorhaben, „stetig in den Top 25 Deutschlands zu spielen“. „Ein herrliches Ziel“, fand er.

In Berlin muss er sich nun nur geringfügig umstellen. Sein neuer Chef verlangt die Etablierung in den Top 20.