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2. Fußball-Bundesliga: Union Berlin fährt optimistisch zum 1. FC Kaiserslautern

Union-Trainer Sascha Lewandowski.

Union-Trainer Sascha Lewandowski.

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imago/Eibner

Vorzeichen im Fußball sind immer so eine Sache. Jeder mag sie gern überall erkennen, und in der Regel werden die positiven ausgesprochen und die negativen verdrängt. Gerade vor wichtigen Partien sind Trainer Meister darin, die Ausgangslage eindimensional zu deuten, damit die Mannschaft ihre Aufgabe mutig und selbstbewusst angeht.

Denn Angst vor der Niederlage führt meist zu eben dieser. Union-Trainer Sascha Lewandowski ist da keine Ausnahme: „Wir haben den Ehrgeiz, etwas Zählbares mitzunehmen, und wenn ich die Trainingseindrücke heranziehe, stehen die Zeichen nicht schlecht.“

Am Freitagabend starten die Eisernen beim 1. FC Kaiserslautern in die letzten 15 Spiele der Rückrunde. Das ist nicht die einfachste Aufgabe, zumal sie bedeutsam für die Weiterentwicklung ist. Entgegen der üblichen Klubstrategie wurden im Winter drei Neue geholt, damit die Elf nicht erst in der nächsten Saison ein bisschen mehr so spielt, wie sich Lewandowski das vorstellt.

Neue Impulse auf der Torwartposition

Vor allem in den letzten vier Wochen mit dem Trainingslager im spanischen Oliva Nova und den Testspielen im Rahmen des 50. Vereinsjubiläums hat sich Lewandowski ein umfangreiches Bild gemacht und zieht insbesondere aus den negativen Erfahrungen positive Schlüsse: „Wir haben Spiele verloren, die wir nicht hätten verlieren müssen. Das war sicherlich sehr lehrreich.“

Ein Blick auf die Spiele vor Lewandowskis Einstand am sechsten Spieltag hätte eigentlich lehrreich genug sein können. Nicht nur ein Mal verspielten die Köpenicker unter seinem Vorgänger Norbert Düwel kurz vor Schluss wertvolle Punkte. So wie am dritten Spieltag, dem Hinspiel gegen den FCK, als Maurice Deville drei Minuten vor Schluss den 2:2-Ausgleich erzielte.

Mann des Spiels war damals Union-Schlussmann Daniel Haas, der nicht nur mit überragenden Paraden glänzte, sondern auch einen Elfmeter parierte. Von da an bewegte sich Haas zwischen Licht und Schatten, zeigte großartige Auftritte, die seinem Team Punkte retteten, und solche, die einen verzweifeln ließen.

Seine Strafraumbeherrschung und seine Abschläge wurden oft kritisiert, und Lewandowski fühlte sich im Winter genötigt, die Torwartdebatte zu entfachen. Vom 22-jährigen Jakob Busk, der vom FC Kopenhagen geholt wurde, erhofft er sich einen Qualitätssprung zwischen den Pfosten.

Neuzugang Kroos kämpft mit Blessuren

Mit Busk und Haas hat man nun neben Mohamed Amsif und Steve Kroll vier Torhüter im Kader. Die Entscheidung, wer bis Mai den Vorzug bekommt, wird zwischen Busk und Haas fallen, und wenn Lewandowski Ruhe für sich und seine Defensive haben möchte, muss sie vor dem Spiel in Kaiserslautern fallen.

Auf Jakob Busk angesprochen, gerät der Trainer leicht ins Schwärmen, orakelt, dass man bei Union noch viel Spaß mit ihm haben werde. Öffentlich festlegen, wer denn nun die neue Nummer eins werden soll, will er sich aber (noch) nicht. „Die Torhüterleistung im Training ist deutlich besser geworden. In den letzten vier Wochen war sie besser als in den vier Monaten zuvor“, sagt er. Ob das für Daniel Haas spricht, darf zumindest in Zweifel gezogen werden.

Bis Freitagabend will sich Lewandowski nicht in die Karten schauen lassen. „Dass in Lautern kein Zugang von Anfang an beginnt, ist auch nicht unwahrscheinlich“, sagt er und zerstreut damit die Vermutung, dass eine Entscheidung zugunsten Busk schon gefallen sein könnte. Dass vielleicht keiner der drei Neuen in der Startelf stehen kann, ist jedoch nicht unbedingt ein gutes Vorzeichen, denn wenn es so sein sollte, beruht dies nicht auf einer Entscheidung Lewandowskis.

Zugang Felix Kroos kämpft noch mit Wadenblessuren, und Emanuel Pogatetz, der mit seiner Erfahrung der Hintermannschaft die notwendige Stabilität verleihen soll, wird wohl ebensowenig dabei sein, wie Dennis Daube und Christopher Quiring, der eine Angina auskuriert. Auch Benjamin Köhler, dessen Rückkehr im Spiel gegen Dortmund gefeiert wurde, wird auf das erste Pflichtspiel nach seiner Krebserkrankung noch warten müssen.

Ganz so positiv, wie Lewandowski sie sieht, sind die Vorzeichen nicht. Auch hat Union in den letzten neun Duellen mit dem FCK lediglich ein Mal gewonnen. Aber Statistiken sind als Prognosehilfe letztlich so unzuverlässig wie Vorzeichen.