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UnionBerlin

Benjamin Köhlers Einwechslung sorgt für Gänsehautmoment in der Alten Försterei

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77. Minute: Benjamnin Köhler betritt den Rasen der Alten Försterei.

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imago/Matthias Koch

Als die 77. Minute lief, hielt es kaum jemanden der über 19.000 Zuschauer in der Alten Försterei auf den Sitzen. Benjamin Köhler stand an der Seitenlinie und wartete auf seine Einwechslung zum ersten Pflichtspiel nachdem er den Krebs besiegt hatte. Es war einer dieser besonderen Union-Momente.

„Ich habe mir all das etwas einfacher vorgestellt, aber mit den Fans im Rücken war das schon einzigartig“, sagte er danach. Und Köhler kickte nicht einfach nur herum, er brachte beim Stand von 2:1 die Stabilität, die den Unioner half, die Partie gegen Eintracht Braunschweig 3:1 zu gewinnen. „Mir geht es gut. Ich habe keine Probleme“, sagte Köhler.

Bei den Voraussetzungen beider Vereine musste man sich im Vorfeld fast Sorgen machen. „Beide Mannschaften können sich im Klub der Enttäuschten einordnen. Ich denke, Braunschweig hatte wie wir ebenfalls größere Ziele in dieser Saison“, sagte Union-Trainer André Hofschneider vor der Partie.

Union, der Tabellenachte, traf auf den Zehnten. Union hatte letzte Woche ohne Not beim Schlusslicht Duisburg verloren. „Das Spiel in Duisburg ist abgehakt“, sagte Hofschneider. Heimspiele stimmen in Köpenick in dieser Saison besonders positiv.

Vier Heimsiege in Folge

Union gewann seine letzten vier Partien vor heimischer Kulisse. Seit Oktober hat kein Team mehr in der Alten Försterei siegen können. Da kam Braunschweig gerade recht, um die Wunden der letzten Woche zu lecke. Die Niedersachsen blieben in ihren letzten fünf Spielen sieglos.

Umso überraschender war dann, dass das Spiel mit Dampf von beiden Seiten startete. Union-Keeper Jakob Busk lenkte einen Kopfball des 18-jährigen Phillip Tietz an die Latte, der wiedergenesene Eroll Zejnullahu traf nur das Außennetz und Christopher Quiring setzte eine Direktabnahme links neben den Kasten. Da waren gerade einmal fünf Minuten gespielt! Ein Kampf- und Krampfspiel? Fehlanzeige.

Gegenseitiges Abtasten schien nicht wirklich vorgesehen zu sein in den Überlegungen von Hofschneider und Lieberknecht. Nachdem Damir Kreilach einen Kopfball nur knapp neben das Tor der Gäste köpfte, wirkte die Partie etwas luftleer, was aber eher daran lag, dass die Schlagabtausche im Minutentakt nun endeten.

Nur ein Tor fehlte

Der unterhaltsamen ersten Halbzeit fehlte eigentlich nur eines: ein Tor. Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern. Nach einem Zuspiel von Zejnullahu vollstreckte Bobby Wood zum 1:0-Führungstreffer. Es war sein viertes Tor im vierten Spiel in Folge und der 14. Saisontreffer, womit er den Saisonrekord der Unioner einstellte. Doch das Glück über Führung und Rekord währte nur kurz. Vier Minuten später egalisierte Phillip Tietz den Treffer. Vorausgegangen war ein verunglückter Querpass von Toni Leistner.

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Auf Händen getragen: Köhlers Mitspieler freuten sich mindestens so sehr über das Comeback wie er selbst.

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imago/Matthias Koch

Mehrmals in der Partie fiel auf, dass Unions Hintermannschaft wackelte. Doch im Gegensatz zu anderen Spielen in dieser Saison steckte Union nicht auf. Sieben Minuten nach dem Ausgleich, bei dem das Momentum eigentlich auf der Seite Braunschweigs lag, köpfte Damir Kreilach nach einem Freistoß von Dennis Daube zum 2:1 ein.

Dann kam die 77. Minute und die Einwechslung von Köhler, die „logisch und rein sportlich“ gewesen sei, wie Hofschneider nach der Partie sagte. Union wirkte sichtlich gefestigt. In der 84. Spielminute besorgte Kreilach mit seinem zehnten Saisontreffer den 3:1-Endstand.

Zwei Finger, zwei Tore, drei Punkte: Schütze Damir Kreilach beim Jubel.

Zwei Finger, zwei Tore, drei Punkte: Schütze Damir Kreilach beim Jubel.

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dpa/Annegret Hilse

Die Mannschaft ließ sich danach lange vom eisernen Anhang feiern. Doch der gab sich ähnlich bescheiden, wie der Mann, auf den an diesem Abend alle Blicke gerichtet waren – Benjamin Köhler. „Es hat ganz gut geklappt. Jetzt will ich noch ein paar Spiele machen, aber ich mache mir da auch keinen Druck.“



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