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FC Union bei RB Leipzig: Bobby Wood ist bei Union der Unersetzliche

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Ohne ihn fehlt Union der Zug zum Tor: Bobby Wood war aufgrund einer Zerrung im Schulterbereich vorsichtshalber nicht mit nach Leipzig gereist.

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Matthias Koch

Für einen Moment schaute Emanuel Pogatetz etwas irritiert, als er sich beim Casino-Abend in der Alten Försterei das Würfelspiel Craps erklären ließ. So irritiert wie tags zuvor im Leipziger Zentralstadion, als er 82 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, aber am Ende mit seinem Team als 0:3-Verlierer vom Platz ging. Darüber sprechen wollte er am Sonnabendmorgen aber nicht mehr. In den Köpfen der Unioner ist Leipzig abgehakt.

Etwas früher an diesem Tag trainierte Bobby Wood individuell mit Reha-Trainer Hendrik Schreiber. Die Sprint und Ballübungen machten ihm keine Probleme. „Ich gehe davon aus, dass er am Freitag wieder dabei sein wird. Es ist im Schulterbereich nicht der befürchtete Riss, sondern eine Zerrung. Der Arzt hat aber dazu geraten, ihn in Leipzig pausieren zu lassen“, sagte deshalb Sascha Lewandowski.

Karriere mit Startschwierigkeiten

Wood war am vergangenen Freitag einer von sechs Stammspielern, die den Köpenickern fehlten. Sein Ausfall so kurz vor dem Spiel war sicherlich auch der schmerzlichste. Dem Angriffsspiel der Unioner fehlte in Leipzig jegliche Durchschlagskraft. Keine einzige Torchance konnten die Eisernen verbuchen. Wood-Ersatz Collin Quaner kam kaum in die Partie. Sören Brandy ackerte viel, der Ball schien allerdings nicht immer sein bester Freund zu sein. Vielleicht war es aber auch die ehrfürchtige Schockstarre vor den übermächtigen Rasenballern, die sich durch alle Mannschaftsteile zog. Es zeigte aber auch, dass beide Wood in seiner derzeitigen Form nicht annähernd ersetzen können.

Neun Tore und zwei Vorlagen hat der US-Amerikaner in dieser Saison vorzuweisen. Aus dem Angriffsspiel der Eisernen ist er gar nicht mehr wegzudenken. Dies merkt man gerade dann, wenn er wie in Leipzig nicht auf dem Platz steht. Sein Weg zum gefährlichen Angreifer war allerdings anfangs steinig. Als er 2007 im Nachwuchsleistungszentrum von 1860 München landete, haderte er mit sich. Die Sprache lag ihm nicht und er hatte den Kopf nicht frei für die 90 Minuten auf dem Platz.

Ab 2011 fasste er langsam im Profifußball Fuß, debütierte später unter Jürgen Klinsmann in der amerikanischen Fußballnationalmannschaft. Doch bei den Löwen lief es bei ihm plötzlich wieder schleppend. In der Saison 2013/14 bestritt er 21 Spiele, keines davon über die vollen 90 Minuten. Nicht ein Tor gelang ihm.

Jürgen Klinsmann als Vermittler

Der schnelle und durchschlagskräftige Stürmer begann wieder zu viel nachzudenken und machte damit alles schlimmer. Auf Vermittlung von Klinsmann bekam Wood seine Chance bei Erzgebirge Aue. Doch am Ende ereilte ihn das Verletzungspech. In neun Einsätzen traf er drei Mal, was zu wenig gewesen war, um Aue in der Zweiten Liga zu halten. So fand er den Weg an die Wuhle, was anfangs nicht bei allen auf Gegenliebe stieß. Noch vor der Saison wurde Wood von nicht wenigen als überteuerter Fehleinkauf angesehen.

Als Ersatz für Sebastian Polter, der in die zweite englische Liga zu den Queens Park Rangers wechselte, waren die Fußstapfen, in die er treten musste, groß – und Wood meisterte sie. Er ist nach all den anfänglichen Schwierigkeiten an seinen Aufgaben gewachsen. Das entging auch Klinsmann nicht, der sich erst vor ein paar Tagen zur Entwicklung des 23-Jährigen äußerte. „Er ist in seinen ersten Zweitligajahren durch einige Täler gegangen. Das war ein Reifeprozess. Er wird immer konstanter und ist gewillt dazuzulernen“, hat er gesagt.

Am Freitag liegen die Tor-Hoffnungen der Unioner beim Spiel gegen den Karlsruher SC wieder auf den Schultern von Wood. Danach geht es in die englische Woche, wo die wichtigen Partien gegen Greuther Fürth und den FSV Frankfurt anstehen. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass er in einer von beiden wieder fehlen wird, was diesmal ausnahmsweise nichts mit Verletzungspech zu tun haben muss: Der quirlige Stürmer sammelt auch gerne unnötige Gelbe Karten. Vor dem Spiel am Freitag stehen auf Woods Habenseite bereits vier davon.



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