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Personalsorgen bei den "Eisernen": Wie Union Berlin gegen 1860 München bestehen will

Hilfe von oben wird es wohl keine geben: Union-Coach Sascha Lewandowski.

Hilfe von oben wird es wohl keine geben: Union-Coach Sascha Lewandowski.

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Imago

Kurzfristig verlor selbst Sascha Lewandowski den Überblick. Als der Trainer des 1. FC Union Berlin auf der Pressekonferenz gefragt wurde, wie es mit der Einsatzfähigkeit von Dennis Daube aussehe, hielt er inne, schaute verlegen in die Runde und sagte: „Wenn ich jetzt keinen Denkfehler mache, war der beim Training dabei.“ Und ist somit ein Kandidat für das Spiel gegen 1860 München am Sonntag (13:30, Stadion An der Alten Försterei).

Allerhand Kreativität ist dennoch gefragt bei der Zusammenstellung der Mannschaft. Denn inzwischen werden die Verletzten schon nach Zustand gruppiert. Da gibt es zum einen jene, „über die wir nicht jede Woche reden müssen“ – was heißt, dass sie in absehbarer Zeit kaum eine Rolle spielen werden. Neben Benjamin Köhler (Rückstand nach Krebserkrankung) und Adrian Nikci (Leistenprobleme) zählen dazu seit dieser Woche auch Raffael Korte (Kreuzbandriss), Steven Skrzybski (Schulterverletzung) sowie Maximilian Thiel (Muskelfaserriss). Auch bei Christopher Quiring ist der Trainingsrückstand nach einer Angina-Infektion noch zu groß.

Dann gibt es noch jene Spieler, die zuletzt angeschlagen waren, aber eine Option für Sonntag sind − so hofft es zumindest Lewandowski. Mittelfeldmann Eroll Zejnullahu gehört genauso dazu wie die Verteidiger Toni Leistner und Emanuel Pogatetz. Vor allem auf Pogatetz, der erst im Winter aus den Vereinigten Staaten nach Köpenick kam, zuletzt aber mit einer schweren und langen Bronchitis zu kämpfen hatte, setzt der Trainer große Hoffnungen. Er sagt: „Als er ankam, war der fitter als einige andere, die vier oder fünf Jahre jünger sind. Ich freue mich total auf ihn.“

Startelf-Chance für Redondo

Dennoch wird Lewandowski nicht umhin kommen, auch auf Leute zu setzen, die in seinen Planungen zuletzt nicht die ganz große Rolle gespielt haben. Sören Brandy zum Beispiel, der in die ungeliebte Jokerrolle gerutscht war. Oder auch Kenny Prince Redondo, der als Ersatz für Thiel im linken Mittelfeld sein Startelfdebüt geben könnte. „Sie haben vorher schon nicht schlecht trainiert“, wehrt Lewandowski den Verdacht ab, dass er jetzt nur noch eine Notbesatzung zusammenhat, in der die nötige Abstimmung fehlt – so wie über weite Strecken beim 2:2 in Kaiserslautern.

Das Spiel auf dem Betzenberg offenbarte einmal mehr, woran es im Union-Spiel hakt, auch wenn nur eines der letzten acht Spiele verloren ging. Bobby Wood krönte mit seinem Ausgleichstor zwar die offensive Schlussphase, aber es fehlte doch an zwingenden, torgefährlichen Aktionen. „Wir waren zu wenig mutig“, weiß Lewandowski. Falls die Berliner gegen München wieder unter Druck geraten, erhofft er sich zudem Spieler mit Ideen, „wie wir aus dieser passiven Rolle wieder herauskommen.“ Für die Stabilität wäre zudem ein Torwart hilfreich, der die nötige Ruhe ausstrahlt. Neuling Jakob Busk wird wohl die Chance bekommen, es besser als in Kaiserslautern zu machen − dort wirkte er nicht wirklich souverän.

Union braucht ein Schlüsselerlebnis

Was Unions Hintermannschaft von den Münchner Löwen zu erwarten hat, ist schwieriger einzuschätzen als sonst ohnehin schon. Torgefährlichkeit ist nicht gerade das wesentliche Merkmal des Klubs, der die letzten fünf Spiele verlor und dabei nur einen einzigen Treffer erzielte. Dennoch sagt Lewandowski: „Ich hätte lieber 2015 gegen sie gespielt als jetzt.“ Was vor allem mit den Neuen zusammenhängt. Sascha Mölders, Maximilian Beister oder auch Levent Aycicek spielten bei ihren Erstligaklubs Bremen, Mainz und Augsburg zwar keine Rolle mehr. Lewandowski findet dennoch: „Das ist richtig gut für Zweitligaverhältnisse.“

Weil aber auch Union den Anspruch hat, zu den gefestigten Teams in dieser Spielklasse zu gehören, soll am Sonntag ein Schlüsselerlebnis her, um das zu untermauern. „Das Spiel ist eine riesige Chance für uns, weiter Distanz nach unten aufzubauen“, sagt Lewandowski. Dass diese Mission unter erschwerten Bedingungen erfolgt, dürfe keine Rolle spielen. „Wir werden eine gute Truppe auf dem Platz haben.“ Wer auch immer am Ende dazugehören wird.



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