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Union Berlin: Trainer Lewandowski krank - Hofschneider vertritt ihn

Sascha Lewandowski in Aktion

Sascha Lewandowski in Aktion

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dpa

Mit zwei Sätzen, die Anlass zu allerlei Spekulationen geben, hat sich Sascha Lewandowski in eine dreiwöchige Auszeit verabschiedet. Der eine geht so: „Ich muss die Empfehlung meiner Ärzte akzeptieren und mich rausnehmen.“ Der andere so: „Jetzt werde ich alles daran setzen, möglichst schnell wieder bei der Arbeit zu sein.“

Nun ist davon auszugehen, dass der 44 Jahre alte Fußballlehrer seinem Arbeitgeber schon ein bisschen mehr erzählt hat, ja erzählen musste, als das, was die Öffentlichkeit erfahren durfte. Doch sah sich auch der 1. FC Union am Dienstagmorgen infolge der Krankschreibung mit einer großen Überraschung konfrontiert. Nichts habe übers Wochenende im Nachgang der Partie in Leipzig darauf hingedeutet, dass Lewandowskis gesundheitlicher Zustand als bedenklich eingestuft werden müsse, hieß es. Der Cheftrainer sei nicht mehr aber auch nicht weniger gestresst gewesen als sonst.

Hofschneider kennt das Team

Manager Helmut Schulte ließ in einer ersten Reaktion dann auch nur das Erwartbare folgen. „Wir wünschen Sascha Lewandowski eine schnelle Genesung. Bis zu seiner Rückkehr wissen wir die Mannschaft in erfahrenen und guten Händen“, sagte er und konnte oder wollte nichts zur Aufklärung beitragen. Fakt ist, dass eine Krankschreibung über drei Wochen über das bei einer Grippe oder einem Infekt gewöhnliche Maß weit hinaus geht.

Diese erfahrenen und guten Hände, von denen Schulte sprach, gehören André Hofschneider, der gestern schon das Vormittagstraining leitete und nun in den Spielen gegen Karlsruhe am kommenden Freitagabend in der Alten Försterei, in Fürth am 1. März und am Sonnabend darauf zu Hause gegen den FSV Frankfurt die Verantwortung tragen wird. Vielleicht auch noch in der Auseinandersetzung mit dem MSV Duisburg, für die es noch keinen fixen Termin gibt. Hofschneider, der seit 2007 als Assistenztrainer beim 1. FC Union beschäftigt ist, kennt das Team, aber auch die Lehre von Lewandowski, insofern wäre alles andere wenig sinnvoll gewesen. Es sei denn, man zweifelte im Klub an einer schnellen Genesung des Cheftrainers.

Die unglückliche Fügung passt irgendwie zur Saison der Köpenicker, die wohl schon jetzt als ziemlich verkorkst bezeichnet werden darf. Einmal mehr ist man nämlich zur Improvisation gezwungen, einmal mehr verabschiedet sich einer in den Krankenstand, wenngleich die Absenz des Cheftrainers schon eine besondere Herausforderung darstellt. Vergleichbare Fälle sind selten, da fast immer eine klare Diagnose kommuniziert wurde.

"Es hat sich nichts angebahnt"

Bei Lorenz-Günther Köstner war das so, als dieser aufgrund einer Virus-Erkrankung seinen Job in Düsseldorf nicht mehr ausüben konnte und nach einer letztlich 72 Tage langen Krankheitsphase sich von der Fortuna trennte. Aber auch bei Karsten Heine, der nach einer aufgrund eines Hörsturzes notwendig gewordenen sechswöchigen Pause beim Chemnitzer FC im Januar dieses Jahres wieder auf den Platz zurückkehrte.

„Es hat sich wirklich nichts angebahnt. Und für uns alle ist das eine neue Situation, klar. In dieser Form habe ich das auch noch nicht erlebt“, sagte Spielführer Benjamin Kessel, der in seinen Ausführungen aber auch darauf Wert legen wollte, dass der Vorgang zwar ungewöhnlich sein mag, aber man doch bitte kein Drama daraus machen solle. „Der Trainer ist auch nur ein normaler Mensch. Andere können auch mal zwei, drei Wochen nicht arbeiten.“ Für die Mannschaft ändere sich ohnehin nicht viel, man werde das Training durchziehen und sich auf das Spiel gegen den Karlsruher SC fokussieren. „Am Besten können wir zu seiner schnellen Genesung beitragen, indem wir möglichst viele Punkte holen. Und wenn der Trainer in den kommenden Tagen Kontakt mit uns aufnehmen möchte, dann wird er es tun.“

Die Eisernen können jedenfalls von Glück sprechen, dass sie sich zuletzt einigermaßen stabilisiert haben. Zehn Punkte aus den vergangenen fünf Spielen haben Tabellenplatz 13 zur Folge, was bedrohlicher klingt, als es ist. Denn der Abstand zum Relegationsplatz beträgt immerhin neun Punkte.