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Union mit 0:2-Niederlage in Fürth noch gut bedient

Hier geblieben: Fürths  Heidinger (r.) hält  Kenny Prince Redondo auf.

Hier geblieben: Fürths  Heidinger (r.) hält  Kenny Prince Redondo auf.

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dpa/Daniel Karmann

Fürth -

In Fürth begrüßen sie die gegnerischen Fans kurz vor Anpfiff mit der Hymne des Gastes. Um 17.20 Uhr schallte also „Eisern Union“ aus den Boxen, das erklärte Lieblings-Fußballlied des ehemaligen Coachs Mike Büskens, der den Nina-Hagen-Song in der Fürther Aufstiegssaison zur Eigenmotivation vor dem Spiel an der Alten Försterei angespielt hatte.

Fürth stürmt munter drauflos

Welche Musik dessen Nachfolger Stefan Ruthenbeck am Dienstag wählte, ist nicht überliefert. Doch angesichts der Tatsache, dass der Heavy-Metal-Fan ist und Fürth beim verdienten 2:0-Sieg von Beginn an munter drauflosstürmte, drängt sich der Verdacht auf, dass es eine CD aus dem Schrank des Trainers war.

Schon nach vier Minuten lag Union jedenfalls 0:1 zurück: Einen schnellen Angriff über Marco Stiepermann und Niko Gießelmann schloss Sebastian Freis ab. Jakob Busk im Berliner Tor war chancenlos, und Union-Interimscoach André Hofschneider bedient: „Nach dem Heimsieg gegen Karlsruhe und dem daraus resultierenden Selbstvertrauen hatten wir uns eigentlich vorgenommen, früh Druck zu machen und nach vorne zu spielen. Das ist genau vier Minuten gut gegangen.“

Danach wurde es nicht besser. Im Spiel zweier stark ersatzgeschwächter Mannschaften tat sich Union schwer. Dass mit Toni Leistner, Fabian Schönheim, Steven Skrzybski, Raffael Korte, Eroll Zejnullahu sowie Damir Kreilach und Bobby Wood gleich sieben Stammelf-Kandidaten fehlten, war nicht einfach zu kompensieren.

„Aber damit fangen wir jetzt gar nicht erst an“, sagte Mittelfeldmann Stephan Fürstner nach der Partie. „Dass heute ein paar wichtige Leute nicht dabei waren, wäre eine zu billige Ausrede. Wir hatten einfach zu wenige Torgelegenheiten.“

Tatsächlich hatte Union im Grunde nicht eine herausgespielte Torchance im gesamten Spiel, Gefahr resultierte allenfalls aus Standards. Und das auch nur eineinhalb Mal: Nach einem Freistoß von Felix Kroos verfehlte ein Kopfball von Emanuel Pogatetz nur knapp das Tor (12.), später köpfte der Innenverteidiger deutlicher daneben (34.) – mehr gab es nicht, das Fürths Keeper Sebastian Mielitz in Wallung hätte bringen können. Dass Wood und Kreilach zusammen 17 der 38 bisherigen Union-Tore erzielten und gelbgesperrt fehlten, machte sich bemerkbar.

Union nach im Glück

So konnten die Berliner von Glück sagen, dass Fürth so großzügig mit den Chancen umging wie zuletzt im verlorenen Derby gegen Nürnberg. Im ersten Durchgang hätte Sebastian Heidinger fast das 2:0 erzielt. Doch bevor das Chancenplus der Franken in der zweiten Hälfte noch eklatanter wurde, erntete doch noch ein Unioner Applaus vom Fürther Publikum.

Sig Zelt, Sprecher der Fanorganisation „Eiserner Virus e.V.“, verlieh der Spielvereinigung in der Halbzeit unter Beifall einen „JWD-Pokal“ („Jut war’t, danke!“), die Franken sind offenbar der Auswärtsfan-freundlichste Verein der Liga.

Die zweiten 45 Minuten, die Zelt wieder in der Gästekurve verbrachte, verliefen für Berlin ähnlich unerfreulich wie die ersten, auch wenn Johannes Wurtz erst in der 80. Minute das 2:0 erzielte. Zuvor hatten die kombinationssicheren Grün-Weißen ein halbes Dutzend bester Kontermöglichkeiten ungenutzt gelassen.

So blieb es bei einer 0:2-Niederlage, die Hofschneider keinesfalls schönreden wollte: „Bis auf die 20 Minuten nach der Pause, in denen wir die Partie halbwegs halten konnten, haben wir keinen direkten Zugriff bekommen“, sagte er. „Wir haben auch verloren, weil wir die 50:50-Zweikämpfe alle verloren haben.“