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Union verliert gegen Schlusslicht Duisburg

Union gegen Duisburg

Im Kampf um den Ball: Damir Kreilach von Union und der  Duisburger Ralf Fetscher

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dpa

Was darf man von einem Fußballspiel erwarten, wenn sich ein Team, das im Abstiegskampf nicht mehr mit Glauben, sondern nur noch mit Hoffnung zu Werke geht, auf ein Team trifft, das sich Mitte März zwischen Gut und Böse bewegt? Nun, nicht allzu viel. Insofern hat die Partie zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Union fast alle Erwartungen erfüllt.

Das mag ein bisschen verbittert klingen, aber was an diesem sonnigen Märztag den 12702 Zuschauern eine Stunde lang geboten wurde, verdient nur ein Urteil: nicht zweitligatauglich. Was im Übrigen auch für den Rasen im Schauinsland-Reisen-Stadion gilt, der so holprig war, dass nur Offroad-Freunde darauf auf ihre Kosten gekommen wären.

Ein bisschen Farbe

Immerhin: Durch die Treffer von Bobby Wood (61.), Stanislav Iljutcenko (65.) und Nico Klotz (70.), die für die Eisernen ein 1:2 zur Folge hatte, gewann die Partie noch ein bisschen an Farbe.

 Einmal mehr sah sich Union Berlins Interimscheftrainer André Hofschneider aufgrund der Muskelverletzungen von Fabian Schönheim, Felix Kroos und Maximilian Thiel zu einer Neuformierung der Startelf gezwungen. Wobei er mit einigen Überraschungen aufwartete. Michael Parensen und Dennis Daube gaben die Doppelsechs vor einer Viererkette, in der Chistopher Trimmel als linker Außenverteidiger seine Flexibilität unter Beweis stellen sollte. Davor bemühte sich eine Dreierreihe mit Christopher Quiring (rechts), Damir Kreilach (Mitte) und Sören Brandy (links) um die Entwicklung einer offensiven Idee.

Der Zwang zur Improvisation ist bei den Köpenickern also weiterhin gegeben. Ein Zwang, der eine Weiterentwicklung dieser Mannschaft natürlich entscheidend hemmt.

Frappierende Schwächen

Als Entschuldigung für die Niederlage beim Tabellenletzten taugt die Verletztenmisere allerdings nicht, auch weil man die frappierenden Schwächen der Gastgeber in der ersten Hälfte nicht nutzen konnte. Nur eine Flanke von Trimmel in der 19. Minute, die sich auf die Querlatte des Duisburger Tores verirrte, gab es festzuhalten, dazu noch ein Kopfball nach fünf Minuten und ein paar Schussversuche von Kreilach. Und zu Beginn der zweiten Hälfte noch einen Lauf von Quiring Richtung MSV-Tor, der wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aber zurückgepfiffen wurden. Mehr war nicht.

Florian Heft, der Schiedsrichter, musste also aktiv werden, damit ein bisschen Schwung in die Partie kam. Er tat dies mit einem durchaus zweifelhaften Elfmeterpfiff, nachdem Unions Quiring im Duisburger Strafraum mit Rolf Feltscher in Kontakt kam. Wood übernahm die Verantwortung – verwandelte sicher. Es war sein 13. Saisontor. Doch der Treffer provozierte eine unerwartete Wirkung, nämlich eine Gegenreaktion des MSV, der mit einem Bein ja schon in der Dritten Liga angekommen ist.

Spektakuläres Fallrückziehertor

Viel zu lethargisch gingen die Unioner jedenalls zu Werke, als Feltscher nur vier Minuten nach Woods Führung mit einem Pass freigespielt wurde und sich daraufhin Iljutcenko den Ball zum spektakulären Fallrückziehertor zurechtlegte. Und viel zu zögerlich war Puncec, als Klotz in der 70. Minute in den Unioner Strafraum eindrang, Doppelpass spielte und mit einem Lupfer Union-Keeper Jakob Busk überwand. Heft rückte schließlich noch einmal in den Mittelpunkt des Geschehens, indem er ein Foul an Brandy nicht im Strafraum, sondern davor ortete. Den anschließenden Freistoß, die letzte Chance der Unioner auf den Ausgleich, schoss Kreilach in der Nachspielzeit über das Tor. (BLZ)