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Volleyball Champions League: Berlin Volleys scheitern an Belogorie Belgorod

Am Ende zu wenig: Volleys-Spieler Paul Lotman beim Schmetterball.

Am Ende zu wenig: Volleys-Spieler Paul Lotman beim Schmetterball.

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Imago/Sebastian Wells

Politik können wir nicht trainieren“, hatte der Berliner Trainer Roberto Serniotti vor der Champions-League-Partie gegen das russische Spitzenteam von Belogorie Belgorod gesagt. „Wir können nur unseren Sport trainieren und versuchen, unser bestes Spiel zu zeigen.“ Die Hypothek für die Mannschaft der BR Volleys ist groß gewesen am Mittwochabend. Zum einen, weil sie durch den politisch begründeten Nichtantritt der Russen Anfang Dezember in Izmir und das mit 3:0 für die Türken gewertete Spiel in ihrer Vorrundengruppe auf Rang drei abgerutscht war. Zum anderen, weil neben Kapitän Robert Kromm und dem verletzten Zuspieler Tsimafei Zhukouski kurzfristig auch noch Mittelblocker Tomas Kmet mit einer Grippe ausfiel.

Die 1:3 (23:25, 25:17, 25:27, 17:25)-Niederlage der Berliner gegen den Champions-League-Sieger von 2014 kam daher nicht unerwartet. Unerwartet war eher, dass aus der kleinen Chance, gegen die Mannschaft mit Russlands 2,18 Meter großem Olympiahelden Dimitri Muskerskiy zu gewinnen, im Spiel eine große geworden war. „Im ersten und dritten Satz waren wir so nah am Satzgewinn. Zwei Bälle mehr zu unseren Gunsten – und aus der 1:3-Niederlage wäre ein 3:0-Sieg geworden“, sagte Serniotti.

Seltsamer Verlauf einer spannenden Partie

Der Trainer war trotz der Enttäuschung über die Niederlage, die das Aus in der Champions League bedeutete und vermutlich auch nicht zu einem Weiterkommen im CEV-Cup ausreicht, mit der Leistung seines Teams zufrieden. Diejenigen, die auf dem Feld übrig waren, hatten sich mutig in diese beinahe aussichtslose Situation geworfen. „Wir haben um jeden Ball gekämpft“, sagte Zuspieler Sebastian Kühner. Serniotti betonte, man dürfe nicht vergessen, was für Weltklasseleute auf der anderen Netzseite standen. „Jedes Mal zerbreche ich mir den Kopf, wie man Muserskiy stoppen kann“, beteurte er. Dann musste er lachen. „Wahrscheinlich ist das nur mit dem Auto möglich.“

Diese spannende Partie hatte einen seltsamen Verlauf. Die Berliner führten im ersten Durchgang dank einer starken Aufschlagserie von Kühner mit 9:2, kurz darauf 14:10 – und irgendwie schienen sie sich selbst darüber zu wundern. Sie konnten nichts damit anfangen, dass die russische Mannschaft mit großen Gastgeschenken angereist war: acht Bälle drosch sie beim Aufschlag ins Netz oder ins Aus. Insgesamt zehn Eigenfehler schenkte Belgorod den Volleys. Aber die Berliner ließen die Russen gegen Ende des Satzes davonziehen.

„Wir haben uns teuer verkauft“

Im zweiten Durchgang attackierte die Mannschaft von Serniotti angeführt von Paul Carroll weiter selbstbewusst. Wieder war es eine Aufschlagserie von Kühner, die sie bis auf 16:10 davonziehen ließ. Carroll verwandelte schließlich den Ball zum 25:17. Es war der erste Satz, den Belogorie Belgorod im fünften Spiel dieser Champions-League-Vorrundengruppe auf dem Spielfeld abgab.

Im dritten Satz spitze sich die Entscheidung über Sieg und Niederlage zu, als die Berliner beim Stand von 25:24 einen Satzball vergaben. Die 5 129 Zuschauer in der Schmeling-Halle waren alle aufgesprungen, die Stimmung riesig. Aber der Satz ging verloren. Und damit in der Folge die ganze Partie. „Wir haben uns teuer verkauft“, sagte Manager Kaweh Niroomand. „Aber es war mehr drin. Wir hätten am Ende des ersten und dritten Satzes anders spielen müssen.“


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