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Thomas Kleine-Brockhoff: Aus Washington ins Bellevue

Bundespräsident Joachim Gauck hat einen neuen Chef für seinen Planungsstab und die Redenschreiberei.

Bundespräsident Joachim Gauck hat einen neuen Chef für seinen Planungsstab und die Redenschreiberei.

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dpa

Möglicherweise hat Thomas Kleine-Brockhoff die Stellenanzeige in seinem alten Blatt entdeckt. In der Wochenzeitung Die Zeit hatte Bundespräsident Joachim Gauck nach einem neuen Chef für seinen Planungsstab und die Redenschreiberei suchen lassen, und nun ist er gefunden: Der einstige Redakteur der Zeit und heutige Direktor des Thinktanks German Marshall Fund mit Sitz in Washington wird Mitte August sein Büro im Präsidialamt beziehen. Er rückt damit eng an die Seite des Präsidenten und auf eine für dessen Wirken zentrale Stelle.

Strategische Themenplanung, Analyse und Aufbereitung gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen sowie eben die Formulierung möglichst zündender Reden gehören zu den wesentlichen Aufgaben – wesentlich besonders für einen zwar beliebten Präsidenten, der aber gern noch ein wenig prägender auf die gesellschaftliche Debatte seines Landes einwirken würde und dafür nur noch knapp vier Jahre Zeit hat.

Wer Thomas Kleine-Brockhoff ein wenig kennt, wird zu dem Schluss kommen, dass Gauck und seine Leute eine ideale Wahl getroffen haben könnten. Als Journalist von bestem Ruf weiß er mit Texten umzugehen, und nach sechs Jahren in der Spitze des German Marshall Fund ist er ein mit den großen strategisch-politischen Debatten zutiefst vertrauter, global bestens vernetzter Denker. In den vergangenen zehn Jahren hat er sich zudem als ein herausragender Amerikakenner profiliert. Vor seiner Zeit beim Marshall Fund leitete er das Zeit-Büro in Washington und glänzte mit bestechenden Reportagen und USA-Analysen.

In der Union wird man sich seiner eher ungern erinnern. Er ist Co-Autor des Buches „System Leuna – wie Politiker gekauft werden“, das sich vor allem mit dubiosen Praktiken der Regierung von Helmut Kohl befasst.



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