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Banküberfall in Berlin
Alles zum spektakulären Banküberfall der Tunnelgangster in Berlin-Steglitz

Fahndungserfolg: DNA der Tunnelgangster analysiert

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Blick in den Tresorraum der Volksbank. Dort wurden eine Vielzahl der Schließfächer aufgebrochen.
Blick in den Tresorraum der Volksbank. Dort wurden eine Vielzahl der Schließfächer aufgebrochen.
Foto: Getty/Berliner Volksbank
Berlin –  

Die Polizei ist den Tunnelräubern von Steglitz weiter auf der Spur: Die DNA-Spuren von mehreren Tätern konnten analysiert werden. Jetzt müssen die Fahnder nur noch einen Treffer in der richtigen Datenbank landen. Offenbar hatten die Gangster Hilfe aus Osteuropa.

Nach dem spektakulären Einbruch in eine Steglitzer Volksbank-Filiale ist die Polizei den Gangstern ein Stück näher gekommen. Nach Informationen der Berliner Zeitung konnten Kriminaltechniker die DNA-Spuren mehrerer Täter analysieren. „Jetzt müssen wir nur noch den passenden Menschen dazu finden“, sagte ein Ermittler am Freitag.

Weil davon ausgegangen wird, dass die Täter aus Osteuropa stammen, arbeitet die Berliner Polizei nun mit Sicherheitsbehörden mehrerer osteuropäischer Staaten zusammen. Die Ermittler glauben, dass die entschlüsselten DNA-Spuren bereits in osteuropäischen Polizeicomputern registriert sind – möglicherweise im Baltikum oder der Ukraine. „Wer so eine Tat begeht, ist kein Ersttäter. Er hat Erfahrung“, sagte der Ermittler. Die Polizisten sind zuversichtlich, dass die ersten an dem Tunnel-Coup beteiligten Täter in den nächsten Wochen ermittelt oder sogar gefasst werden.

Der Tunnel der Bankräuber

Die Einbrecher hatten von einer Tiefgarage in der Steglitzer Wrangelstraße einen 45 Meter langen Tunnel zum Tresorraum einer Volksbank-Filiale an der Schlossstraße gegraben. Sie bauten den Tunnel zwar profimäßig und vor allem unauffällig, doch bei der Vermeidung von Spuren gaben sie sich kein bisschen Mühe.

So fand die Spurensicherung die DNA der Täter unter anderem an weggeworfenen Zigarettenkippen und an massenhaft zurückgelassenen Dosen von Bier und Energy-Drinks. Die Getränke waren in Polen gekauft worden. Dass die Tunnelgangster aber tatsächlich nur in Polen zu suchen sind, darauf will sich die Polizei aber nicht festlegen. Denkbar seien auch andere osteuropäische Länder, hieß es.

Suchten sie ein besonderes Fach?

Im Tresorraum brachen die Täter genau 309 Schließfächer auf. Davon waren 294 vermietet, was laut Polizei eine ungewöhnlich hohe Trefferquote ist. Schließlich waren nur rund die Hälfte der 1 600 Fächer in dem Raum belegt. Die Polizei bleibt dennoch dabei: Es gebe keine Hinweise darauf, dass es die Täter auf ein bestimmtes Schließfach abgesehen hatten.

Anlass zu Spekulationen gibt die Tatsache, dass die Einbrecher viele Gegenstände aus den Schließfächern nicht mitgenommen, sondern auf dem Boden zurückgelassen hatten. Darunter waren nämlich nicht nur für die Täter wertlose Dokumente, sondern auch Schmuck, Gold und Geldbündel. All das füllt nun zahlreiche Kisten und Kartons.

Eine Erklärung, warum die Täter auf diese Beute verzichteten, hat die Polizei – zumindest offiziell – noch immer nicht. Für sie sieht alles nach einem überstürzten Aufbruch aus. Jedoch schließt die Polizei aus, dass die Täter durch einen Wachmann gestört wurden, denn als sie die Schließfächer aufbrachen, war definitiv kein Wachdienst vor Ort. Auch die Vermutung, dass die Täter abbrechen mussten, weil das von ihnen vorbereitete Feuer zu früh losging – etwa durch eine weggeworfene Zigarette – ist bei der Polizei noch nicht gänzlich vom Tisch.

Wegen der massenhaft zurückgelassenen Gegenstände dauert die Bestandsaufnahme bei der Bank an. Hierfür verstärkte sie ihr Personal. Dennoch werden jene Kunden, die keine Dokumente, sondern Schmuck oder Gold gelagert hatten, noch weiter im Ungewissen bleiben, ob sie bestohlen wurden oder nicht. Die Bank geht weiterhin von mehreren Monaten Bearbeitungszeit aus. „Für die Zuordnung namentlich nicht gekennzeichneter Gegenstände sind wir auf die Schadensmeldung der Kunden angewiesen“, sagte Bank-Sprecherin Nancy Mönch. „Je detaillierter diese ausfällt, umso größer ist die Möglichkeit, einzelne Gegenstände ihren Eigentümern zweifelsfrei zuordnen zu können.“

Noch 24 Kunden gesucht

Nach Angaben der Sprecherin haben sich 24 Kunden aufgebrochener Schließfächer noch nicht gemeldet und konnten auch telefonisch nicht erreicht werden. Sie würden nun erneut per Einschreiben um Kontaktaufnahme gebeten. Bis vor einigen Tagen hatte die Bank noch knapp 100 geschädigten Schließfachinhabern hinterhertelefoniert.

300 von insgesamt 600 Kunden, deren Schließfach nicht aufgebrochen wurde, haben laut Mönch ihre Wertsachen überprüft. Der Inhalt aller bisher überprüften Schließfächer sei unbeschadet, bis auf vereinzelte Rückstände vom Ruß auf der Außenseite der Kassetten. Vor ihrer Flucht aus der Bank hatten die Täter Feuer gelegt, indem sie im Tresorraum Reifen anzündeten.

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