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1. FC Union gewinnt 3:0 gegen Celtic Glasgow: Da ploppte der Korken

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Unions Martin Dausch im Zweikampf mit Glasgows Scott Brown (l).
Unions Martin Dausch im Zweikampf mit Glasgows Scott Brown (l).
Foto: dpa

Mit dem Freundschaftsspiel gegen Celtic Glasgow am Abend weiht FC Union offiziell die neue Haupttribüne des Stadions An der Alten Försterei ein. Die Berliner schenkten den knapp 22.000 Fans zur Einweihung ein souveränes 3:0.

Kein Zweifel, Union Berlin ist auf den Geschmack gekommen. Etwas mehr als ein Jahr haben sie gegraben, Beton gegossen und gehämmert. Da darf es zur Belohnung schon mal ein kleines Schlückchen Chardonnay Brut sein. Oder auch ein großer Schluck. 2008 hatte der 1. FC Union Berlin begonnen, das Wohnzimmer des Vereins neu einzurichten, die Alte Försterei. Als sie sahen, dass es gut war, machten sie sich daran, das Werk zu veredeln.

Vier Jahreszeiten gingen vorüber und sie hörten nicht auf, am Prunkstück zu schrauben. Als es dann soweit war, sammelten sich auf dem Gabentisch im Eingangsbereich der neuen Haupttribüne die Champagnerflaschen im 1,5-Liter-Format. An dem guten Tropfen hingen Karten, auf denen war grün glitzernd zu lesen: „Zum neuen Heim“ oder „Zum Einzug“. Adressiert an den Vorstand. An diesem Abend beschenkte jeder jeden. „Beim 1. FC Union begegnen sich alle auf Augenhöhe“, sagte Vereinschef Dirk Zingler. „Der Verein, die Sponsoren, die Fans.“

Und die Fußballer, die im Schatten der Tribüne fast schon ein wenig ins Abseits gedrängten Hauptbewohner der Alten Försterei, machten fleißig mit beim Verteilen der Präsente. Sie schenkten den knapp 22 000 Zuschauern zur Einweihung ein 3:0 (1:0) gegen den schottischen Meister Celtic Glasgow.

Mit der neuen Haupttribüne hat sich der Verein so etwas wie ein 3617.1 Hyperstereo-Hifi-System ins Wohnzimmer gestellt. Eine Tribüne für 3617 Union-Stimmen, im Inneren feinste Technik. Das in den Logen verbaute Holz stammt aus den indischen Vorgebirgen des Himalayas und verspricht „größte Gemütlichkeit“ und auf dem Weg dort hinauf lebt in der „Schlosserei“ an den Wänden die Vereinsgeschichte im Bildformat.

Ungeöffnete Champagnerflasche

Bei so viel Liebe zum Detail, wunderte es nicht, dass draußen die erwartungsfrohen Unioner Schlange standen, mehrere Hundert Meter lang. Ehemalige Spieler, Sponsoren und natürlich jede Menge Fans, keiner wollte sich den Moment entgehen lassen, in dem Union zumindest infrastrukturell in die Spitzenklasse vordringt. Mehrere Welten sind entstanden im Union-Universum − in nur sechs Jahren. „Wir sind glücklich und stolz heute, denn wir haben uns einen Traum erfüllt“, sagte der Präsident, als er um 18.45 Uhr die Tür des neuen Heims öffnete.

In der Folge stauten sich die Unioner nicht nur auf dem roten Teppich vor dem VIP-Eingang, sondern auch an den Bierständen außerhalb der Lounges und Logen. Das Stadion war ausverkauft. Sogar mehr als das. Am 8. Mai war das Computersystem von Union dem Andrang erlegen und war abgestürzt. Etwa 200 Karten wurden deshalb doppelt vergeben. Die Gefahr wurde erkannt und fast gebannt. Für die Betroffenen wurden Ersatzplätze bereitgehalten.

Spätestens in der 11. Minute war es sowieso allen egal, wo sie gerade saßen oder standen. Denn da wuchtete Simon Terodde den Ball mit einem satten Rechtsschuss über Celtic-Keeper Fraser Forster in die Maschen, ganz so, als ob in ihm der Tatendrang einer ungeöffneten Champagnerflasche sprudelte.

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In der zweiten Halbzeit ploppte auch bei Sören Brandy der Korken. Der Stürmer sah, dass der Ball im hohen Bogen von der Mittellinie in den Strafraum flog, sprintete ein paar Meter und schob ein (55.). Gegen den Klub aus Glasgow, der in der kommenden Woche in der Qualifikation zur Champions League antritt, zeigten sie, welche Kräfte ihr neues Reich in ihnen freisetzt.

Die Container-Zeiten sind vorbei, die Komfort-Kabine liegt im Erdgeschoss der Haupttribüne. „Sportlicher Produktionsbereich. Kein Durchgang“, steht in großen Lettern auf der geklinkerten Mauer am Eingang, des Bereichs, den auch die VIPs nicht betreten dürfen. Sie müssen an der Glastür links oder rechts abbiegen und die Treppe nehmen.

Von oben sahen sie zum Abschluss nochmal, dass die Produktionsbedingungen vielversprechend sind. In Damir Kreilach (87.) traf ein weiterer Neu-Unioner zum Endstand.

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