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Verfahren wegen Steuerhinterziehung / Bank sieht Zahlung nicht als Eingeständnis: Commerzbank zahlt Bußgelder in Millionenhöhe

FRANKFURT A.M., 17. Dezember. Die Commerzbank will mit Geld einen Schlußstrich unter ein Kapitel der Steuerhinterziehung ziehen. Das seit mehreren Jahren laufende Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen ehemalige Führungskräfte und Spitzenmanager des Geldinstituts ist gegen die Zahlung von Bußgeldern in Millionenhöhe eingestellt worden. Einen entsprechenden Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bestätigte die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Donnerstag.Dem Kreditinstitut war vorgeworfen worden, mit unzulässigen Abschreibungen auf Kredite amerikanischer Tochterunternehmen das zu versteuernde Einkommen reduziert zu haben. In den Verfahren wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Transfer von Kundengeldern nach Luxemburg werde jedoch weiter ermittelt, betonte die Behörde.Nachträgliche BerichtigungDas Verfahren gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden und früheren Chef der Bank, Walter Seipp, sowie gegen die ehemaligen Bankmanager Heinz Borchert und Maximilian Kerchnawe sei aber eingestellt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Job Tilmann. Dafür müssen die drei zusammen 1,2 Millionen Mark an 40 gemeinnützige Einrichtungen zahlen. Darüber hinaus soll die Commerzbank sechs Millionen Mark an die Staatskasse überweisen. Nach einer Durchsuchung im Februar 1996 hatte das Institut die Steuererklärung nachträglich berichtigt und rund 400 Millionen Mark Steuern nachgezahlt. Dabei ging es um steuersenkende Wertberichtigungen im Auslandsgeschäft. Diese Auseinandersetzungen mit dem Fiskus ziehen sich bereits seit vielen Jahren hin. Strittig waren dabei die Steuererklärungen der Jahre 1984 bis 1994.