Berlin - Sie demonstrieren seit Juli jeden Montag zu vielen Tausenden auf dem Marktplatz von Friedrichshagen. Sie backen "Flugroutenverbotsbrötchen", sammeln Unterschriften und bilden rekordverdächtige Menschenketten - die erste war fast zwölf Kilometer lang. Doch die Chance, dass die Gegner der geplanten Flugroute über dem Großen Müggelsee mit ihren Protesten Erfolg haben, wird immer geringer.
Er gehe davon aus, dass diese Startroute "so kommt", sagte der Vize-Vorsitzende der Schönefelder Fluglärmkommission, Winfried Seibert, am Montag der Berliner Zeitung. "Wir erwarten keine Änderungen", hieß es auch in der Brandenburger Landesregierung. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) wies Forderungen, startende Flugzeuge anstatt über den größten See von Berlin über die Gosener Wiesen zu leiten, erneut zurück.
Ein "komplett anderes Flugroutenkonzept" ist nicht vorstellbar, teilte das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) der Fluglärmkommission mit. An einzelnen Stellen seien jedoch "Optimierungen" zu den Vorschlägen der Deutschen Flugsicherung (DFS) vom 4. Juli denkbar, sagte BAF-Direktor Nikolaus Herrmann.
Die DFS kündigte drei „Optimierungen“ an und reagierte damit auf Vorschläge der Fluglärmkommission. So wird eine Startroute, die über dem Großen Seddiner See (Potsdam-Mittelmark) verlaufen sollte, verlegt – näher an die Autobahn A 10 heran. Der Rangsdorfer See wird weiträumiger umflogen, Zossen wird nicht in rund 6000, sondern in 9000 Fuß (2,7 Kilometer) Höhe überflogen – das ergibt weniger Fluglärm. Im Osten wird eine Startroute näher an die A 113 herangerückt.
Noch immer liegen keine konkreten, belastbaren Lärmdaten für die Umgebung des künftigen Schönefelder Flughafens vor, kritisierte der Vize-Vorsitzende der Fluglärmkommission, Winfried Seibert. „Wir stochern im Nebel.“ Er forderte auch eine „Lärmrente“ wie in München. Der Flughafen müsse Anwohnern, die trotz eines Anspruchs auf Schallschutz bei der Airport-Eröffnung noch nicht darüber verfügen, einen Ausgleich zahlen – so lange, bis die Baumaßnahmen realisiert sind.
Das Gremium, das über die Routenplanung berät, ist mittlerweile auf 44 Mitglieder angewachsen. Nachdem die Gemeinde Neuenhagen und der Landkreis Märkisch-Oderland dazu gekommen sind, wurde auch die Gemeinde Nuthetal zugelassen. Nächste Sitzung ist am 14. November.
Die nächsten Groß-Demos in Schönefeld sind für den 23. Oktober und den 19. November geplant.
Bei Ostwind, der in Berlin an mehr als hundert Tagen im Jahr herrscht, sollen im Durchschnitt 122 startende Flugzeuge pro Tag über den Müggelsee geleitet werden. Über dem Gewässer sollen sie eine Höhe von 1 150 Meter erreicht haben - damit wären sie am Boden noch deutlich hörbar. An dieser Planung habe sich nichts geändert, so der Berliner DFS-Niederlassungsleiter Hans Niebergall.
Der Osten werde gegenüber dem Westen benachteiligt
An der Begründung auch nicht: "Das Kernargument ist die Vermeidung von Doppelbelastungen durch An- und Abflüge, besonders in Berlin-Müggelheim und Erkner." Beide Gebiete müssten bereits den Lärm landender Maschinen ertragen. Niebergall wies den Vorwurf zurück, der Müggelsee im Osten werde gegenüber dem Wannsee im Westen benachteiligt. Ausschlaggebend für die größere Belastung sei allein die Geografie. "Der Wannsee ist 31 Kilometer von der Startbahnschwelle entfernt, der Müggelsee elf", teilte er mit.
Doch durch das DFS-Konzept würden die Bewohner der Berliner Stadtteile Friedrichshagen und Rahnsdorf sowie von Neuenhagen, Schöneiche und anderen Gemeinden mehr Lärm ausgesetzt, argumentieren die Gegner. Der Berliner Senat gehörte am Montag zu den vier Antragstellern, die stattdessen eine Startroute über den Gosener Wiesen forderten.
"Alle Anträge wurden an das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung weitergeleitet, das sie in die Abwägung einbeziehen will", sagte Kathrin Schneider, die Vorsitzende der Fluglärmkommission. Kommissions-Vize Seibert rechnet aber nicht damit, dass die Anträge Erfolg haben werden. Das Amt habe "keine fundamentale Kritik" am DFS-Konzept erkennen lassen, sagte der Kölner Rechtsanwalt. Er erwarte derzeit nicht, dass dort "noch große Alternativen zur Müggelseeroute erörtert werden".
"Der lügt den Leuten ins Gesicht"
Auch andere Beobachter gehen davon aus, dass die Behörde der Argumentation der Flugsicherung folgen wird. Zum einen wäre eine Route über den Gosener Wiesen nicht mit den Regularien der Luftfahrtorganisation ICAO vereinbar, sagte Hans Niebergall. Zum anderen müsste dafür der Verkehr auf der Schönefelder Südbahn eingeschränkt werden, weil sich parallel startende Flugzeuge sonst zu nahe kämen. Dies ließe sich nur vermeiden, wenn einige Flüge (elf laut DFS-Konzept) auf die Nordbahn verlagert würden. Doch der Planfeststellungsbeschluss für den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) sehe eine solche Beschränkung nicht vor. Damit wäre die Gosen-Route nicht mit der Rechtsgrundlage des Airports vereinbar. BER soll am 3. Juni 2012 öffnen.
"Der lügt den Leuten ins Gesicht. Unsere Vorschläge belasten Erkner und Müggelheim nicht", griff ein Sprecher der Friedrichshagener Bürgerinitiative Niebergall an. "Wir vertrauen auf die Worte der Bundeskanzlerin, die sich für Vertrauensschutz einsetzt," sagte sein Mitstreiter Bernd Ebert. Dagegen forderte die Bürgerinitiative (BI) Gosener Wiesen die Planer auf, bei der Müggelseeroute zu bleiben.
Sprecher Thomas Schölzchen kritisierte die Versuche "der Berliner, Fluglärm im benachbarten Brandenburg abzuladen". Nun revanchiert sich die BI. Sie will den Mammutbaum, den der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit 2010 bei Gosen gepflanzt hat, ausgraben und ihm am 12. Oktober zurückbringen.

Strecke: S Wannsee Bhf (Berlin) -> S Nikolassee (Berlin)
Gültig ab: 29.04.2012 08:00
29.04. (So) ca. 8:00 Uhr durchgehend bis vsl. 4.11. (So) 7:00 Uhr: Wannsee <> Nikolassee kein Zugverkehr mit S1, bitte die S7 nutzen Die Züge fahren: Nikolassee <> Oranienburg. Die Züge fahren nicht: Wannsee <> Nikolassee. Bitte nutzen Sie alternativ:Wannsee <> Nikolassee die S7. Gleisänderung: S1 nach Frohnau/Oranienburg fährt in Nikolassee von Gleis 1 (unterer Bahnsteig). Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an das Kundentelefon der S-Bahn Berlin unter der Rufnummer 030 29743333. (bis vorauss. 04.11.12)
Strecke: S+U Friedrichstr. Bhf (Berlin) -> S+U Zoologischer Garten Bhf (Berlin)
Gültig ab: 27.05.2012 20:00
27.05. (So) ca. 20:00 Uhr durchgehend bis 28.05. (Mo) 8:00 Uhr: Pendelverkehr im 15-Minutentakt mit Umsteigen in Bellevue Linie S5 fährt: Strausberg Nord <> Friedrichstraße und Zoologischer Garten <> Spandau
Bitte nutzen Sie alternativ Ostbahnhof <> Charlottenburg die Züge des Regionalverkehrs. Ein Pendelverkehr ist Friedrichstraße <> Bellevue <> Zoologischer Garten eingerichtet. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an das Kundentelefon der S-Bahn Berlin unter der Rufnummer 030 29743333 (bis vorauss. 28.05.12)
Strecke: S Ostbahnhof (Berlin) -> S Westkreuz (Berlin)
Gültig ab: 23.05.2012 09:33
27.05. (So) ca. 20:00 Uhr durchgehend bis 28.05. (Mo) 8:00 Uhr: Pendelverkehr im 15-Minutentakt mit Umsteigen in Bellevue Line S75 fährt: Wartenberg <> Ostbahnhof Gl. 9 nur im 20-Minutentakt. Die Züge fahren nicht: Ostbahnhof <> Westkreuz. Bitte nutzen Sie alternativ:
Ostbahnhof <> Friedrichstraße und Zoologischer Garten <> Westkreuz die S5
Ostbahnhof <> Charlottenburg die Züge des Regionalverkehrs
Ein Pendelverkehr ist Friedrichstraße <> Bellevue <> Zoologischer Garten eingerichtet. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an das Kundentelefon der S-Bahn Berlin unter der Rufnummer 030 29743333. (bis vorauss. 06.06.12)
| | Baustelle |
Abschnitt: in beiden Richtungen zwischen Wöhlertstr. und Habersaathstr.
Gültig ab: 11.12.2006 10:00
Baustelle, Fahrbahn auf einen Fahrstreifen verengt (bis Ende 12/13)
| | Sperrung |
Abschnitt: stadtauswärts zwischen Budapester Str. und Joachimstaler Str.
Gültig ab: 27.05.2008 11:33
Baustelle, Fahrtrichtung gesperrt (bis Mitte 2012)
| | Sperrung |
Abschnitt: in beiden Richtungen zwischen Breite Str. und Spandauer Str.
Gültig ab: 18.05.2009 10:00
Baustelle, Straße vollständig gesperrt (bis 01/13)
