Am Donnerstag sah es ein paar Stunden lang so aus, als ob sich der angekündigte Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) noch abwenden ließe. Doch am Mittag meldete die BVG-Sprecherin Petra Reetz, dass auch das jüngste Gespräch mit der Gewerkschaft Verdi „leider keine Lösung“ gebracht habe. „Deshalb bereiten wir uns und unsere Fahrgäste weiterhin auf einen Warnstreik an diesem Sonnabend vor“, sagte sie.
Die Gewerkschaft Verdi hat alle Fahrerinnen und Fahrer der BVG für diesen Sonnabend zum Warnstreik aufgerufen. Von 4 Uhr bis 19 Uhr sollen in der ganzen Stadt weder U- noch Straßenbahnen oder Busse der BVG verkehren. Fahrgäste müssen damit rechnen, dass bereits ab 2 Uhr Fahrten ausfallen. Erst gegen 21 Uhr werde sich der Verkehr normalisiert haben. Auskunfte: Tel. 194 49.
Nur wenige Strecken werden am Sonnabend befahren. Auf folgenden Linien sind Busse aus dem Umland oder von Privatunternehmen im BVG-Auftrag unterwegs: 106, 112, 140, 161, 163, 168, 175, 184, 204, 218, 234, 263, 271, 275, 294, 326, 334, 363, 371, 372, 373, 390 und 399. Auch die Linien 107, 136 sowie Strecken mit 600er- und 700er-Nummern bleiben in Betrieb. Einschränken sind aber überall möglich.
Der Flughafen Tegel bleibt per Bus erreichbar. Wer dorthin will, fährt mit der S-Bahn (Ringlinien S 41/42) oder mit einem Regionalzug zum Bahnhof Jungfernheide. Von der Haltestelle Tegeler Weg/S-Bahnhof Jungfernheide geht es mit Privatbussen weiter, die im Auftrag der BVG bei Bedarf alle fünf Minuten zum Airport fahren sollen. Die erste Tour beginnt um 3.32 Uhr.
Die S-Bahn wird nicht bestreikt. Allerdings müssen Fahrgäste im Osten Berlins mit längeren Reisezeiten rechnen. Bis Montag, 1.30 Uhr, fahren zwischen Lichtenberg und Ostkreuz keine S-Bahnen. Von Lichtenberg gibt es zwei Möglichkeiten, weiter zu kommen: entweder mit dem Schienenersatzverkehr zum S-Bahnhof Rummelsburg an der S 3 – oder (besser) mit dem Bus-Shuttle, der zum S-Bahnhof Frankfurter Allee fährt.
Hertha-Fans sollten frühzeitig ins Olympiastadion kommen – es ist ab 13.30 Uhr geöffnet. Die S-Bahn setzt fünf Züge in 20 Minuten ein. Für Autofahrer wird der Messe-Parkplatz P 18 (Jafféstraße/ Tor 25) geöffnet. Von dort aus fahren Busse der Firma BEX ab 13.30 Uhr zum Stadion– und bis 19 Uhr zurück.
Autofahrer müssen mit mehr Verkehr rechnen – vor allem rund um das Olympiastadion und an der O2 World, wo ab 20 Uhr Alba Berlin gegen die Artland Dragons spielen wird.
Radfahren ist eine gesunde Alternative zum Verkehrs-Stress. Die Website www.bbbike.de bietet sich als Routenplaner an.
Wenn es nicht noch in letzter Minute eine Einigung gibt, werden in ganz Berlin von 4 bis 19 Uhr U- und Straßenbahnen sowie fast alle Busse stillstehen. Am Montag will die Verdi-Tarifkommission über weitere Arbeitsniederlegungen beraten – die dann auch den BVG-Berufsverkehr treffen könnten.
Am Morgen hatte die Gewerkschaft, die tags zuvor kräftig mit den Säbeln gerasselt hatte, Hoffnungen keimen lassen. Zunächst deutete der Bundesvorsitzende Frank Bsirske im ARD-Morgenmagazin an, dass der Warnstreik noch abgesagt werden kann – sofern die Arbeitgeberseite ein Angebot unterbreitet, das den BVG-Beschäftigten einen „Zuwachs bringt“ und nicht „Verluste programmiert“.
Gespräch blieb ohne Ergebnis
Kurz darauf teilte die Verdi-Landesbezirksleiterin Susanne Stumpenhusen auf Anfrage mit, dass sie kein Interesse daran habe, den Streit um höhere Löhne bei der BVG „ohne Not“ eskalieren zu lassen. Als sie dies sagte, war Verdi-Verhandlungsführer Lothar Andres mit einigen Mitstreitern gerade im BVG-Gebäude auf der anderen Seite der Spree, um mit dem BVG-Vorstand über die Notdienste zu sprechen, die bei dem Warnstreik für Ordnung und Sicherheit sorgen. Am Rande ging es aber auch darum, ob sich der Ausstand noch verhindern ließe, teilte Verdi mit.
Rechnerisch fahren sie jeden Tag einmal zum Mond und zurück: die Busse, Trams und U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Das landeseigene Unternehmen betreibt mit 300 Kilometern Schienenlänge das größte Straßen- und U-Bahnnetz in Deutschland. 12 600 Menschen sind bei der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport beschäftigt.
Täglich nutzen durchschnittlich 2,5 Millionen Fahrgäste das Angebot. Die zum Bahnkonzern gehörige S-Bahn als zweites Standbein des Berliner Nahverkehrs zählt 1,3 Millionen.
Das Land lässt sich die BVG viel Geld kosten: Für das vergangene Jahr war ein Verlust von 74,5 Millionen Euro prognostiziert.
Vorstandschefin Sigrid Nikutta peilt für 2016 schwarze Zahlen an.
Dem Vernehmen nach wurde ausgelotet, ob sich die Laufzeit des Tarifvertrags von drei Jahren auf einen kürzeren Zeitraum verringern ließe – was Verdi fordert. Der BVG-Vorstand unterbreitete einen Vorschlag, der aber wieder zurückzogen wurde, nachdem er durchgerechnet und vom Senat negativ bewertet worden war. Zu einem Ergebnis kam es am Ende nicht.
Damit droht weiterhin für diesen Sonnabend ein Warnstreik, der die BVG zum Stillstand bringt, wie Verdi-Sprecher Andreas Splanemann bestätigte. „So, wie es aussieht, wird es dazu kommen.“ Er bekräftigte, was Bsirske morgens gesagt hatte: Wenn der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) ein neues, diesmal akzeptables Angebot unterbreitet, ließe sich der Warnstreik noch abwenden. Doch das ist derzeit offenbar nicht zu erwarten. KAV-Sprecherin Silke Leicht-Gilles: „Am Montag wird weiterverhandelt. Vorher wird kein neues Angebot erarbeitet.“
Bei Verdi hieß es, die Arbeitgeberseite habe signalisiert, dass sie zur siebten Verhandlungsrunde kein neues Angebot mitbringen will. Das würde für die Fahrgäste bedeuten, dass sie mit weiteren Verdi-Aktionen rechnen müssen.
Weitere Aktionen drohen
Noch will keine Seite von einem drohenden Scheitern der Verhandlungen sprechen. Denn dann könnte es reguläre Streiks geben – was ungute Erinnerungen an die tagelangen Ausstände 2008 wach werden lässt. Splanemann: „Die Tarifkommission trifft die Entscheidungen.“ Sie tagt am Montag um 17 Uhr. Für Dienstag ist bereits eine Pressekonferenz anberaumt.
Ab Mai 2012 erhalten die Beschäftigen 2,3 Prozent mehr Entgelt, weitere 1,3 Prozent ab Juni 2013 und eine Erhöhung von 1,5 Prozent ab Juli 2014.
Die Beschäftigten erhalten einmalig 100 Euro zum Januar 2015.
Die Urlaubsanspruch soll auf 30 Tage für alle Arbeitnehmer bis 2015 vereinheitlicht werden, bislang erhalten sie je nach Alter zwischen 26 und 30 Tage Urlaub.
Die Angebote sollen auch für die Arbeitnehmer bei der BVG-Tochter Berlin Transport (BT) gelten, in der etwa 2.000 Busfahrer zu geringeren Gehältern tätig sind; zugleich wurde eine Beschäftigungssicherung bis 2020 zugesagt. (Quelle: Kommunaler Arbeitgeberverband)
Die BVG bekräftigte, dass sie mehr Ausgaben für ihr Personal durch Einsparungen ausgleichen müsste. „Das hat Finanzsenator Ulrich Nußbaum unmissverständlich mitgeteilt“, hieß es. Allein der bisherige Vorschlag der Arbeitgeber, der bis 2015 Lohnerhöhungen um insgesamt 5,1 Prozent vorsieht, würde den Etat mit 38,6 Millionen Euro belasten. Wenn darüber hinaus jährlich die Inflation ausgeglichen und zusätzlich ein Aufschlag gezahlt würde, wie Verdi dies fordert, würde das sogar insgesamt 62 Millionen Euro kosten.
Egal, wie hoch die Lohnerhöhung am Ende ausfällt: Zu Fahrpreiserhöhungen müsse es ohnehin kommen. „Allein schon deshalb, weil die Stromkosten rasant steigen“, so die BVG. Dem Vernehmen nach sieht ein Konzept vor, dass die Tarife im Sommer steigen.

Strecke: S Wannsee Bhf (Berlin) -> S Nikolassee (Berlin)
Gültig ab: 29.04.2012 08:00
29.04. (So) ca. 8:00 Uhr durchgehend bis vsl. 4.11. (So) 7:00 Uhr: Wannsee <> Nikolassee kein Zugverkehr mit S1, bitte die S7 nutzen Die Züge fahren: Nikolassee <> Oranienburg. Die Züge fahren nicht: Wannsee <> Nikolassee. Bitte nutzen Sie alternativ:Wannsee <> Nikolassee die S7. Gleisänderung: S1 nach Frohnau/Oranienburg fährt in Nikolassee von Gleis 1 (unterer Bahnsteig). Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an das Kundentelefon der S-Bahn Berlin unter der Rufnummer 030 29743333. (bis vorauss. 04.11.12)
Strecke: S+U Friedrichstr. Bhf (Berlin) -> S+U Zoologischer Garten Bhf (Berlin)
Gültig ab: 27.05.2012 20:00
27.05. (So) ca. 20:00 Uhr durchgehend bis 28.05. (Mo) 8:00 Uhr: Pendelverkehr im 15-Minutentakt mit Umsteigen in Bellevue Linie S5 fährt: Strausberg Nord <> Friedrichstraße und Zoologischer Garten <> Spandau
Bitte nutzen Sie alternativ Ostbahnhof <> Charlottenburg die Züge des Regionalverkehrs. Ein Pendelverkehr ist Friedrichstraße <> Bellevue <> Zoologischer Garten eingerichtet. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an das Kundentelefon der S-Bahn Berlin unter der Rufnummer 030 29743333 (bis vorauss. 28.05.12)
Strecke: S Ostbahnhof (Berlin) -> S Westkreuz (Berlin)
Gültig ab: 23.05.2012 09:33
27.05. (So) ca. 20:00 Uhr durchgehend bis 28.05. (Mo) 8:00 Uhr: Pendelverkehr im 15-Minutentakt mit Umsteigen in Bellevue Line S75 fährt: Wartenberg <> Ostbahnhof Gl. 9 nur im 20-Minutentakt. Die Züge fahren nicht: Ostbahnhof <> Westkreuz. Bitte nutzen Sie alternativ:
Ostbahnhof <> Friedrichstraße und Zoologischer Garten <> Westkreuz die S5
Ostbahnhof <> Charlottenburg die Züge des Regionalverkehrs
Ein Pendelverkehr ist Friedrichstraße <> Bellevue <> Zoologischer Garten eingerichtet. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an das Kundentelefon der S-Bahn Berlin unter der Rufnummer 030 29743333. (bis vorauss. 06.06.12)
| | Baustelle |
Abschnitt: in beiden Richtungen zwischen Wöhlertstr. und Habersaathstr.
Gültig ab: 11.12.2006 10:00
Baustelle, Fahrbahn auf einen Fahrstreifen verengt (bis Ende 12/13)
| | Sperrung |
Abschnitt: stadtauswärts zwischen Budapester Str. und Joachimstaler Str.
Gültig ab: 27.05.2008 11:33
Baustelle, Fahrtrichtung gesperrt (bis Mitte 2012)
| | Sperrung |
Abschnitt: in beiden Richtungen zwischen Breite Str. und Spandauer Str.
Gültig ab: 18.05.2009 10:00
Baustelle, Straße vollständig gesperrt (bis 01/13)
