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„Project Wing”: Google entwickelt Paket-Drohnen

So stellt sich Google künftig seinen Lieferservice vor: Eine Drohne seilt im australischen Busch eine Päckchen ab.

So stellt sich Google künftig seinen Lieferservice vor: Eine Drohne seilt im australischen Busch eine Päckchen ab.

Foto:

Google

Berlin -

Google will mit einem Drohnen-basierten Liefersystem das Konsumverhalten der Menschen grundlegend verändern. Der US-Technologiekonzern betreibt unter dem Codenamen Project Wing ein ambitioniertes Drohnen-Programm, um ein auf selbstfliegenden Geräten basierendes Hochgeschwindigkeitsliefersystem für leichte bis mittelschwere Güter aufzubauen.

Dieses soll es ermöglichen, Waren innerhalb weniger Minuten auszuliefern, erklärt Astro Teller, der Chef von Google X, der Forschungseinrichtung des Konzerns im kalifornischen Mountain View, im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Das langfristige Ziel ist es, nahezu jeder Person nahezu alles innerhalb von ein bis zwei Minuten bringen zu können“, sagt Teller. „Wir denken, dass Geschwindigkeit entscheidend ist, um das Konsumverhalten von Menschen grundlegend zu verändern.“



Das Drohnen-Programm war zwei Jahre lang im Geheimen entwickelt worden. Unter der Leitung des Robotikexperten Nicholas Roy vom Massachusetts Institute of Technology habe ein Forscherteam verifiziert, dass der Aufbau eines solchen Systems möglich ist, so Teller. Die Experimentierphase sei nun abgeschlossen. Mit einem Prototyp des Systems habe man im australischen Queensland vor zwei Wochen bereits zwei Farmen beliefert – von Chips bis Impfstoffe für Rinder.

Die Drohne, die Google dabei eingesetzt hat, schraubt sich beim Start wie ein Helikopter nahezu senkrecht hoch. In der Luft ändert sich die Stellung der Propeller, so dass sie ähnlich wie ein Flugzeug fliegen kann. Anstatt zu landen, öffnet sich eine Klappe, aus der mittels eines Seils eine Box mit der Ware herabgelassen wird. Auf eine Landung zu verzichten, erhöhe sowohl Sicherheit als auch Geschwindigkeit der Anlieferung enorm, sagt Teller.

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