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Beschäftigung insgesamt gestiegen: Minijobs verschwinden durch den Mindestlohn

Symbolbild

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dpa

Berlin -

Nach der Einführung des Mindestlohns ist die Beschäftigung zwar weiter gestiegen, viele Minijobs sind aber verschwunden.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, der seit Jahren vor Arbeitsplatz-Verlusten warnt, fühlt sich deshalb bestätigt: Der „Mindestlohn vernichtet Minijobs“, erklärte er kürzlich. Tatsächlich ist in Deutschland die Zahl der Menschen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt sind, deutlich gesunken, im Westen um 3,4 Prozent, im Osten sogar um mehr als sieben Prozent. Ob die meisten dieser Frauen und Männer arbeitslos wurden, war zunächst unklar. Nun hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erkundet, was aus den Leuten geworden ist.

Die Forscher haben dabei nur Menschen betrachtet, die ausschließlich einen Minijob hatten. Nicht berücksichtigt wurden Angestellte, die sich neben ihrem Hauptberuf etwas dazu verdienen.
Rund 460.000 Menschen haben der Analyse zufolge im Januar 2015, als der Mindestlohn in Kraft trat, ihren Minijob verloren oder aufgegeben. Das waren 102.000 mehr als ein Jahr zuvor. Für diese Zunahme dürfte der Mindestlohn mitverantwortlich sein. Die Wissenschaftler haben nun nachgeschaut, wo die Leute nach einem Monat geblieben sind.

40.000 Minijober aus Statistiken verschwunden

Von den 102.000 Ex-Minijobbern hatten die meisten – nämlich rund 58.000 – nach einem Monat eine sozialversicherungspflichtige Stelle. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit relativ viel Menschen direkt auf einen regulären Arbeitsplatz gewechselt.

40.000 ehemalige Minijobber verschwanden aus den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit: Sie waren weder abhängig beschäftigt, noch bezogen sie Arbeitslosengeld oder Hartz IV. Hierbei dürfte es sich vor allem um Hausfrauen, Schüler, Studenten und Rentner handeln, die keinen Anspruch auf Arbeitslosen-Unterstützung haben. Ob sie inzwischen wieder erwerbstätig sind, ist ungewiss.

Gerade einmal 4000 Menschen hatten Ende Januar keine neue Stelle und erhielten auch Hartz IV oder Arbeitslosengeld. Dabei ist es durchaus möglich, dass viele schon vorher auf staatliche Leistungen angewiesen waren, weil sie selbst maximal 450 Euro im Monat verdienten und der Partner auch kein auskömmliches Einkommen hatte.

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