Die Industrialisierung schreitet in einem Maße voran, das zuvor unvorstellbar war
Auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltfragen plädiere dafür, Lebensmittel nach ihrer Ressourcenintensität zu besteuern. Und der Bericht des Worldwatch Instituts habe agrarökologische Lösungsansätze vor allem in Afrika gesammelt, die eindrucksvoll belegten, „welch gigantische Fortschritte kleine, unscheinbare Projekte vor Ort bewirken“ könnten. Derweil aber, hält der Chef der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Graefe-Baringdorf, fest, schreite die Industrialisierung in einem Ausmaß voran, das vor Jahren noch unvorstellbar war. „Wo soll das noch enden?“ Viele Bauern fragten sich, „ob für sie da noch Platz bleibt?“
Ja, der bleibt – wenn man Phantasie mitbringt. Die hatten Gärtnermeister Christian Hiß und seine Frau Andrea vor fünf Jahren, als sie bei Freiburg die Regionalwert AG gegründet. Sie brachten ihre Demeter-Gärtnerei in die AG ein und sammelten Mitstreiter. Mit dem Geld der damals 40 Aktionäre begann die Aktiengesellschaft Höfe, die keinen Nachfolger hatten, zu kaufen und an Existenzgründer zu verpachten. Die „Bürgeraktiengesellschaft“ hat ein klares Ziel: die Sicherung ökologischer Wertschöpfung in der Region, und zwar vom Gemüseanbau bis zu Gastronomie und Lieferservice. 500 Aktionäre machen heute mit. Da keimt eine neue Form der Kooperation und Solidarität auf und mit dem Land.

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