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Allianz-Gutachten zu Schäden in Hobbit-Triologie : Mittelerde ist nicht versicherbar

Randale-Gandalf: Die Schlachten in Mittelerde sorgten für massive Schäden.

Randale-Gandalf: Die Schlachten in Mittelerde sorgten für massive Schäden.

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AP/dpa

Schlachten ohne Ende, zerstörte Häuser und Städte – in den Filmen der Hobbit-Triologie geht auf der Leinwand einiges zu Bruch oder wird digital zu Kleinholz verarbeitet. Schadensexperten des Versicherungskonzerns Allianz haben sich nun zum Kinostart des dritten Teils in Deutschland am Donnerstag angesehen, was alles in der „Schlacht der Fünf Heere“ fiktional im Film zerstört wurde – und sind auf ein verheerendes Ergebnis gekommen: Der Schaden, den Krieger und Drachen verursachen, umfasst einen Wert von 333 Millionen Euro – natürlich nur, wenn das Geschehen echt wäre.

Die Experten führen einige schöne Beispiele auf, was an Kosten anfallen würde. So sei ein Angriff des Drachen Smaug auf die Seestadt besonders teuer gewesen. Die Allianz-Experten schätzen, dass etwa 1200 Einfamilienhäuser in Holzbauweise, 250 Holzboote, ein Regierungssitz und ein Alarmturm den Flammen zum Opfer fielen. Allein hier soll der Schaden weit über 90 Millionen Euro betragen. Eine Rettung des wertvollen Goldschatzes, der baden ging, aber sich nach Ansicht der Experten wieder vom Grund des Sees an die Oberfläche holen ließe, würde knapp 100.000 Euro kosten.

85.000 Euro Ersatz für Elbenkleid

Als ärgerlich bezeichnen die Allianz-Experten, dass die neun Ringgeister ein historisches Kleid der Elbin Galadriel zerstörten. Das Kleid sei von unschätzbarem Wert, man könne Galadriel daher in diesem Fall „nur einen Vergleich anbieten“ – der mit 85.000 Euro zwar für ein einziges Kleid hoch ausfällt, aber gemessen an der Unschätzbarkeit dann doch vielleicht aus Hobbit-Fan-Sicht etwas knauserig ist.

Die Schadensregulierer mussten zur Feststellung der Kosten einiges über sich ergehen lassen: Sie haben sich alle drei „Hobbit“-Filme angesehen und saßen eben auch fast acht Stunden im Kino – inklusive der peniblen Beobachtung, wer wo was gerade zu Trümmern, Schutt und Asche verarbeitet.

Dabei waren die ersten beiden Hobbit-Folgen offenbar aus ihrer Sicht nicht sonderlich ereignisreich. Denn der Schaden im dritten Teil ist so groß wie in den beiden ersten zusammen. Die Experten weisen jedenfalls den Schaden für alle drei Streifen bis auf den letzten Euro genau aus: Er beträgt 671.714.844 Euro.

Verstaatlichung oder Versicherungsverein

„Das war jetzt endgültig zu viel“, meinen die Kinogänger und Beurteiler der fiktiven Schäden. Ihr Urteil lautet: Mittelerde ist prinzipiell nicht versicherbar. Sie schreiben im imaginären Gutachten: „Nach drei Großschäden hat sich die Allianz Versicherungs-AG entschlossen, der Familie Eichenschild kein weiteres Versicherungspaket anzubieten. Da sich kein anderes global operierendes Finanzunternehmen finden wird, das solche Chaoten versichert, kann der Versicherungsmarkt in Mittelerde als kollabiert gelten.“

Die Allianz sieht nur zwei extreme Optionen, um dem Dilemma zu entfliehen: „den Versicherungsmarkt von Mittelerde zu verstaatlichen oder einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit zu gründen“. Aber das ist nun nur eine fiktive Alternative in einem fiktiven Fall (auch wenn Produzenten und Autoren ja alles zuzutrauen ist): Oder hat jemand gehört, dass es einen weiteren Hobbit-Film geben soll? Bitte melden!