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Arbeitsmarkt in Berlin: Berlin hat so wenig Arbeitslose wie seit 24 Jahren nicht

Agentur für Arbeit in Berlin-Wedding.

Agentur für Arbeit in Berlin-Wedding.

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imago/Ina Peek

Der wirtschaftliche Aufschwung in der Stadt verschafft immer mehr Menschen Arbeit: Die Arbeitslosenquote ist im November auf den niedrigsten Stand seit fast einem Vierteljahrhundert gefallen. Die Arbeitsagenturen registrierten rund 182.400 Menschen ohne Arbeit. Das waren knapp 4300 weniger als im Oktober und mehr als 9200 weniger als im November vergangenen Jahres. Die Quote lag genau bei zehn Prozent, ein solcher Wert wurde letztmalig im April 1991 erreicht.

Arbeitssenatorin Dilek Kolat nannte die niedrige Arbeitslosenquote einen historischen Tiefstand. Dank des Programms „BerlinArbeit“ sei es gelungen, die Arbeitslosigkeit „trotz des Zustroms von vielen zehntausenden Neuberlinern signifikant zu verringern“. Berlin sei noch nie so attraktiv gewesen wie gegenwärtig. „Die Aussichten, hier Arbeit zu finden, haben daran einen wichtigen Anteil“, betonte sie.

Weniger Jugendarbeitslosigkeit, mit einem Wermutstropfen

Das wirke sich auf die Steuereinnahmen und damit die Leistungsfähigkeit des Staates aus. Sie zeigte sich – wie die Wirtschaft – besonders erfreut darüber, dass die Quote in der Jugendarbeitslosigkeit (bis 25 Jahre) bereits unter die Marke von zehn Prozent gesunken ist – auf 9,5 Prozent. Das ist in der Tat deshalb hervorhebenswert, weil hier Berlin jahrelang den negativen Rekord unter den Bundesländern gehalten hat. Ein Wermutstropfen gibt es dennoch: Bei den bis 20-Jährigen liegt die Arbeitslosigkeit höher als vor einem Jahr.

Mit geradezu hymnischen Worten bewertete der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, Christian Wiesenhütter, die Beschäftigungslage: „Die Hauptstadt ist inzwischen der leuchtende Stern am Job-Himmel, dem immer mehr Fachkräfte folgen.“ Die Jobaussichten seien ausgezeichet: „Mit knapp 44.000 zusätzlich geschaffenen Stellen binnen Jahresfrist ist Berlin einsame Spitze im Bundesvergleich.“

Start-ups schaffen neue Stellen in Berlin

Dennoch bleibt der Arbeitsmarkt für viele verschlossen. Weiterhin sind ein Drittel der Arbeitslosen schon mindestens ein Jahr oder länger ohne Job. Seit September 2012 wurden in Berlin rund 110.000 neue sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen. Gleichzeitig sank die Zahl der Arbeitslosen innerhalb der letzten drei Jahre nur um knapp 20.000. Das heißt, dass viele der neuen Stellen von Menschen besetzt wurden, die neu in die Stadt kamen. Das ist in hohem Maß vor allem bei den vielen Start-ups der Fall.

Generell bleiben aber die Chancen hoch, Arbeit zu finden. Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), sagte, dass die Unternehmen weiterhin Potenzial für Neueinstellungen sehen. Fast 131.000 freie Stellen seien den Arbeitsagenturen seit Jahresanfang gemeldet worden. „Das sind noch einmal rund 8600 mehr als im Vorjahr“, betonte er. „Der Arbeitsmarkt ist anhaltend aufnahmefähig und diesen Umstand gilt es jetzt zu nutzen – insbesondere angesichts des hohen Zuzugs in die Region.“