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Bahn wartet auf neue Züge: Regionalzüge kommen verspätet

Ein neuer Zug „Talent 2“ vom Hersteller Bombardier.
Ein neuer Zug „Talent 2“ vom Hersteller Bombardier.
Foto: dpa

Vor dem Winterfahrplan wieder eine schlechte Nachricht für die Bahn und ihre Kunden: Auch die bestellten Regionalzüge kommen später. Das Eisenbahnbundesamt hat Einwände.

Die Bahn muss zum Start des Winterfahrplans auf 22 Regionalzüge „Talent 2“ vom Hersteller Bombardier verzichten, mit denen fest gerechnet worden war. Bombardier habe die Deutsche Bahn diese Woche informiert, dass die bestellten Züge voraussichtlich ein gutes halbes Jahr später kommen, sagte ein Bahnsprecher am Sonntag auf Anfrage. „Ein Grund wurde nicht angegeben“, betonte er. Die Züge waren für den Raum Mittelhessen gedacht. Über mögliche finanzielle Folgen für den Hersteller müsse geredet werden, kündigte er an. Nach Angaben des Sprechers gibt es mit Bombardier einen Vertrag zur Lieferung von insgesamt 320 Zügen im Wert von einer Milliarde Euro.

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ hatte das Eisenbahnbundesamt (EBA) die Auslieferung zunächst gestoppt. Es spreche von „Daten-Widersprüchen“ und hoffe auf kurzfristige Aufklärung von Bombardier, hieß es in dem Bericht.
Bombardier-Sprecher Immo von Fallois sagte, man sei verwundert über die Vorbehalte des Eisenbahnbundesamtes gegen die Züge. „Aus unserer Sicht können wir sofort liefern.“ 119 Züge der Reihe „Talent 2“ seien bereits in verschiedenen Regionen im Einsatz. Er kritisierte das komplizierte Zulassungsverfahren und forderte eine Vereinfachung. „Auch im Ausland fahren Züge sicher. Dort gelingt es, Züge früher auf die Schiene zu bringen“, sagte er.

Diese Woche war bereits bekannt geworden, dass Siemens acht neue ICE-Züge nicht pünktlich liefern kann. Nach einem „Spiegel“-Bericht gibt es Probleme bei der Software für die Steuerung der Bremsen. Das Kommando zum Anhalten des ICE-Zuges „irre“ etwa eine Sekunde lang durch den Rechner, bevor es umgesetzt werde, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe. Bei einer Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern komme der Zug bei einer Vollbremsung deshalb erst rund 70 Meter später zum Stehen. Deshalb habe das Eisenbahnbundesamt die Freigabe verweigert.

Das Fehlen der Züge könnte sich für die Bahn bemerkbar machen, wenn sie Zugausfälle im Winter ausgleichen muss. Dann hat sie nur wenige Reservezüge. Die Bahn hat nun auch weniger Möglichkeiten, etwa im Weihnachtsverkehr Sonderzüge zur Verstärkung einzusetzen. Das bedeutet unterm Strich volle Züge an Tagen mit vielen Reisenden. (dpa)

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