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BDA: Arbeitgeber warnen vor Mindestlohn

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt

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dpa

Unmittelbar vor Beginn der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD hat die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) eindringlich vor einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn und anderen arbeitsmarktpolitischen Eingriffen gewarnt. Ein bundesweiter Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro, wie ihn die SPD fordert, werde „erheblichen Schaden auf dem Arbeitsmarkt anrichten“, sagte BDA-Präsident Dieter Hundt am Dienstag in Berlin. Insbesondere für Betriebe in strukturschwachen Regionen, für kleinere Dienstleistungsunternehmen, ungelernte Arbeitskräfte und Berufseinsteiger sagte Hundt beträchtliche Nachteile voraus.

Mit 8,50 Euro werde „eine Hürde errichtet, die vielen Menschen den Einstieg und den Aufstieg in Arbeit unmöglich macht“. Hundt verwies auf eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, das bei 8,50 Euro Mindestlohn den Verlust von bis zu 1,2 Millionen Arbeitsplätzen prognostiziert hat.

Gravierend negative Wirkungen gingen nach Worten des BDA-Präsident auch von der Abschaffung sachgrundloser Befristungen in Arbeitsverträgen aus. Ohne die Möglichkeit zur Befristung würden viele Betriebe selbst bei guter Auftragslage Neueinstellungen scheuen. Bisher erhielten fast drei Viertel der befristet angestellten Mitarbeiter in ihren Betrieben eine Anschlussbeschäftigung. Zudem liege der Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse in der Privatwirtschaft mit 7,3 Prozent deutlich unter dem im öffentlichen Dienst, der im Bereich Erziehung und Unterricht 16,8 Prozent ausmache. „Wenn der Staat in diesem Bereich etwas ändern will, dann sollte er zunächst selbst seine Praxis als Arbeitgeber überprüfen“, so Hundt.