Endlich mal ein wenig Abwechslung von der Schuldenkrise. Heute vor Börsenstart haben die Commerzbank und die Telekom aktuelle Zahlen auf den Tisch gelegt. Die Commerzbank hat zudem Maßnahmen angekündigt, mit dem sie ihr Eigenkapital stärken will. Das Unternehmen tauscht so genannte “hybride Eigenmittelinstrumente”, nachrangige Anleihen und andere Finanzinstrumente gegen Aktien. Der Preis liege unter dem Nennwert der jeweiligen Papiere, hieß es.
Eine Milliarde Euro soll so in die Eigenkapitalbasis fließen. Da es sich bei dieser Maßnahme um eine Kapitalerhöhung um etwa zehn Prozent handelt, dürften die Anleger recht verschnupft reagieren. Das Konzernergebnis der Commerzbank lag bei 638 Millionen Euro.
Dennoch hat die Commerzbank mehr verdient als erwartet. Der Überschuss stieg auf 316 Millionen Euro von 257 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie das zweitgrößte deutsche Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Hierzu trugen auch Einmalgewinne von 735 Millionen Euro aus dem Rückkauf von Hybridanleihen bei. Auf ihre griechischen Staatsanleihen schrieb die Bank weitere 700 Millionen Euro ab - sie stehen jetzt nur noch mit rund 26 Prozent des Nominalwerts in den Büchern. Analysten hatten im Schnitt mit einem Überschuss im Quartal von 217 Millionen Euro gerechnet.
Im Gesamtjahr sank das Ergebnis indes deutlich um mehr als 50 Prozent auf rund 640 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet Bankchef Martin Blessing mit einer kontinuierlichen Erhöhung des operativen Gewinns, nennt aber keine konkreten Zahlen. „Die mit der europäischen Staatsschuldenkrise einhergehende hohe Unsicherheit wird uns jedoch weiterhin vor Herausforderungen stellen“, erklärte der Banker.
Ifo-Bericht informiert über das Geschäftsklima
Die Deutsche Telekom musste im abgeschlossenen Jahr einen Einbruch bei Umsatz und Gewinn verkraften. Der Überschuss sank 2011 von 1,7 Milliarden auf 557 Millionen Euro. Vor allem Abschreibungen auf T-Mobile USA und das Griechenland-Geschäft schlugen sich negativ nieder. Die daraus resultierenden Belastungen bezifferte der Konzern mit 4,5 Milliarden Euro.
Das sind keine guten Voraussetzungen für einen positiven Handelstag, denn die Prognosen vor allem für die Telekom hatten deutlich über den vorgelegten Zahlen gelegen. Außerdem legt die Wall Street Verluste vor. Asiens Börsen zeigen ein gemischtes Bild. Es ist von Konjunktursorgen die Rede. In Europa müssen die Anleger jede Menge Zahlen verdauen. Die Allianz, die Royal Bank of Scotland und Philips sind nur drei vieler prominenter Namen, die heute in den Ring steigen.
Außerdem wird das Ifo-Geschäftsklima über die aktuelle Stimmung in der deutschen Wirtschaft informieren, der VDMA berichtet über die Lage im Maschinen- und Anlagenbau. Aus den USA kommen der aktuelle Öllagerbericht des Energieministeriums und neue Arbeitsmarktdaten. (mit rtr)

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