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Berliner Zeitung | Bombardier: Hennigsdorf wird Kompetenzzentrum
26. February 2016
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Bombardier: Hennigsdorf wird Kompetenzzentrum

Bombardier

Im Bombardier-Werk in Hennigsdorf: Montage-Arbeiten in einem Wagenkasten.

Foto:

dpa/Bernd Settnik

Hennigsdorf -

Im Zuge seiner Restrukturierung wertet der Bahntechnik-Hersteller Bombardier seinen Standort in Hennigsdorf bei Berlin auf: Das Werk wird künftig als Kompetenzzentrum für Fahrzeug-Entwicklung fungieren.

Hennigsdorf bleibt größter Standort der Schienenfahrzeug-Sparte des kanadischen Konzerns, gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Allerdings werden auch Stellen gestrichen: Im Bombardier-Werk sind 2600 Mitarbeiter beschäftigt, dazu kommen Leiharbeiter. Nach Angaben von Bombardier werden insgesamt 270 Stellen wegfallen, davon 70 bei den Leiharbeitsfirmen.

Konkurrenz durch Anbieter aus Osteuropa und China

Der kanadische Bahntechnik- und Flugzeugbauer hatte vor einigen Tagen angekündigt,  1430 von rund 10.000 Stellen in der Schienenfahrzeug-Sparte des Konzerns in Deutschland zu streichen. Das Unternehmen verwies darauf, dass es in der Bahntechnik zunehmend Konkurrenz durch Anbieter, unter anderem aus Osteuropa und China gebe. 

In Hennigsdorf werden derzeit Straßenbahnen „Flexity“ für Berlin, S-Bahnen für Hamburg, Regionalzüge vom Typ Talent 2 für die Deutsche Bahn gebaut. Auch die Endmontage des ICE 4 wird in Hennigsdorf stattfinden, der Zug wird in Zusammenarbeit mit Siemens entwickelt und gebaut.

Bombardier betonte zudem ausdrücklich, dass das Unternehmen zur Hauptstadtregion stehe. In Berlin ist die Zentrale der Bahntechnik-Sparte des Konzerns angesiedelt. Etwa 600 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

930 Stellen weniger in Sachsen

Am Donnerstag  waren  in  Görlitz und Bautzen den dortigen Bombardier Mitarbeitern die konkreten Abbaupläne bekanntgegeben worden. Demnach fallen in diesen beiden sächsischen Standorten 930 Stellen weg. In Görlitz werden es 700 von 2 400 sein, in Bautzen 230 von 1200. Für die Stadt Görlitz ist das ein schwerer Schlag. Die Arbeitslosigkeit ist dort vergleichsweise hoch, und der Kreis zählt seit Jahren zu den Regionen mit der deutschlandweit absolut niedrigsten Kaufkraft. Allerdings verwies Bombardier darauf, dass dort in den vergangenen Jahren die Mitarbeiterzahl verdoppelt wurde.

Kritik von der IG Metall

Der IG-Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Hoebel, kritisierte die Stellenstreichungen heftig und forderte ein Konzept zur Entwicklung der Standorte. Ihm leuchte nicht ein, wieso beispielsweise Görlitz als vollausgelastetes Werk eine derartige Kürzung hinnehmen soll. 

In Deutschland verfügt Bombardier über weitere Standorte in Braunschweig, Kassel, Mannheim und Siegen. Die Zentrale für den Bereich Transportation, die das weltweite Bahntechnikgeschäft von Bombardier umfasst, sitzt in Berlin.


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