Großes Netz: Die Bahn verfügt über eine Flotte von 2500 Autos in 140 Städten.
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Großes Netz: Die Bahn verfügt über eine Flotte von 2500 Autos in 140 Städten.
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Autokonzerne haben es gerade erst entdeckt – bei der Bahn wird Carsharing zehn Jahre alt. Das Geschäftsmodell rechnet sich: Immer mehr vor allem junge Menschen teilten sich ein Auto mit anderen.
Bahnchef Rüdiger Grube hat so seine besonderen Vorstellungen vom Reisen: Mit dem Mietauto oder Mietfahrrad von zu Hause bis zum Bahnhof, Umsteigen in den ICE – um am Zielbahnhof erneut per Mietauto oder Fahrrad die allerletzte Reisemeile zurückzulegen. Wenn dann noch auf jedem Verkehrsmittel ein dickes rotes DB prangt und der Zug halbwegs pünktlich ist, dann ist für den Bahnchef die Reise perfekt.
Zumindest theoretisch ist das schon seit zehn Jahren möglich. Damals startete die Deutsche Bahn als eines der ersten deutschen Unternehmen einen eigenen Carsharing-Service: DB Rent. Was 2001 in Berlin mit 200 Autos und in München mit einigen Hundert Fahrrädern begann und von vielen noch belächelt wurde, ist inzwischen ein Markttrend, der viele Nachahmer findet.
2500 Autos in 140 Städten
Heute verfügt die Bahn über eine Pkw-Flotte von 2500 Autos in 140 Städten und an 800 Stationen. Hinzu kommen 6000 Mietfahrräder. Damit besitzt das Staatsunternehmen das nach eigenen Angaben größte Netz bundesweit. Rund 170.000 Kunden sind beim Carsharing der Bahn angemeldet, das seit dem Sommer unter der Marke Flinkster firmiert.
„Vor zehn Jahren hatte die Bahn ein gutes Gespür für einen Markttrend und hat diesen konsequent weiterentwickelt“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Mittwoch. Inzwischen rechnet sich das Geschäftsmodell sogar, wie ein Bahnsprecher verriet, zumindest das mit den Autos. Die Fahrradvermietung Call a Bike sei eher ein mobiler Werbeträger, dessen Verluste dank des Imagegewinns aber verkraftbar seien.
Die zehn größten Fehlplanungen der Bahn
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Die zehn größten Fehlplanungen der Bahn
Stuttgart 21: Die Kosten für den Tunnelbahnhof und die 60 Kilometer Neubau- und Tunnelstrecken im Stadtgebiet mussten mehrfach auf inzwischen 4,1 Milliarden Euro nach oben korrigiert werden. Der Rahmenvertrag von 1995 veranschlagt Ausgaben von knapp 2,5 Milliarden D-Mark. Der Bundesrechnungshof befürchtet, dass S 21 mindestens 5,3 Milliarden Euro kostet.
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ICE-Strecke Wendlingen-Ulm: Die neue ICE-Trasse soll gleichzeitig mit S 21 fertig werden, nur zusammen ergeben die Projekte Sinn. Der Preisstand von 2004 liegt bei 2,0 Milliarden Euro. Nach einer Neuberechnung (Stand: Juli 2010) wird mit Kosten von 2,89 Milliarden Euro gerechnet.
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Der Verkehrswissenschaftler Karl-Dieter Bodack erwartet, dass der Bau wegen rund 50 Prozent Tunnelanteil und schwierigen Baugrunds auf der Schwäbischen Alb mit 5,5 Milliarden Euro fast dreimal so teuer wird.
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Karlsruhe-Basel: Der 190 Kilometer lange viergleisige Ausbaus im Rheintal wurde vor 23 Jahren begonnen und ist erst zu einem Drittel erledigt. Die Gesamtkosten sind allein seit 2003 von 3,4 auf mehr als 5,7 Milliarden Euro gestiegen. Noch 4,0 Milliarden sind zu finanzieren. Fertigstellung: nicht in Sicht.
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Nürnberg-Erfurt: 1997 wurde mit dem Trassenbau begonnen. Die Kosten sind auch wegen komplizierter Tunnel völlig aus dem Ruder gelaufen. Noch 2003 wurden 3,3 Milliarden Euro veranschlagt, inzwischen sind es fast 5,2 Milliarden. Mehr als 4,0 Milliarden sind noch zu finanzieren. Fertigstellung: frühestens 2017, vermutlich später. Das Bild von 2002 zeigt die fast fertiggestellte ICE-Brücke bei Ichtershausen auf der Strecke von Erfurt nach Nürnberg.
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Köln-Frankfurt: Die 177 Kilometer lange ICE-Trasse wurde 2005 fertig und kostete mit 6,0 Milliarden Euro mehr als doppelt so viel wie geplant.
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Nürnberg-München: In den 16 Jahren Bauzeit explodierten die Gesamtkosten von 1,5 auf 3,6 Milliarden Euro. Dafür wurden gerade mal 77 Kilometer von Nürnberg nach Ingolstadt neu gebaut und die bestehende Verbindung Ingolstadt-München ausgebaut. Bild: Bauarbeiten an der Neubaustrecke im Altmühltal auf der Höhe Kipfenberg im August 2002.
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Knoten Berlin: Die Modernisierung des Bahnnetzes in der einst geteilten Hauptstadt verschlingt Unsummen. Die Gesamtkosten werden inzwischen auf 6,4 Milliarden Euro veranschlagt. Der neue Hauptbahnhof kostete 1,2 Milliarden Euro - 700 Millionen mehr als geplant. Das Bild zeigt die Grundsteinlegung 1998 mit den Politikern dieser Zeit: Bürgermeister Eberhard Diepgen, Verkehrsminister Matthias Wissmann, Bahnchef Johannes Ludewig und Thyssen-Chef Ekkehard Schulz (v.l.).
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Citytunnel Leipzig: Das S-Bahnprojekt mit seinen beiden gerade mal 1400 Meter langen Tunnelröhren zum Hauptbahnhof wird mindestens eine Milliarde Euro kosten. Geplant waren 572 Millionen, inzwischen werden die Kalkulationen fast im Monatsrhythmus nach oben korrigiert. Fertigstellung: frühestens 2013 - vier Jahre später als geplant.
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Rhein-Ruhr-Express: Der RRX ist der Ersatz für die gescheiterten Transrapid-Pläne , er soll den Ballungsraum Düsseldorf-Duisburg besser auf der Schiene verbinden. Doch die Kosten explodieren schon vor Baustart, von 1,4 auf 2,0 Milliarden Euro. In manchen Papieren ist bereits von 2,7 Milliarden die Rede - weshalb die Bahn das Projekt intern als "bis 2025 nicht realisierbar" einstuft. Das Bild zeigt einen S-Bahn-Zug mit dem Außendesign des geplanten Rhein-Ruhr-Expresses.
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Stuttgart-Mannheim: Kostenexplosionen gab es schon bei der Bundesbahn: Die ICE-Trasse Stuttgart-Mannheim wurde 1975 für 2,5 Milliarden DM genehmigt, kostete am Ende aber 4,3 Milliarden DM (rund 2,2 Milliarden Euro). Die ICE-Trasse Hannover-Würzburg schlug mit fast 12,0 statt genehmigter 10,4 Milliarden DM zu Buche.
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Das Planungs-Chaos geht weiter: Ein zunächst geheimes Papier der Deutschen Bahn listet Neu- und Ausbauprojekte auf, die wegen Geldmangels möglicherweise nicht umgesetzt werden können. Die Grafik zeigt, welche Strecken betroffen sind.
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Kostenexplosionen und Verzögerungen: Für viele fest zugesagte Bahnprojekte fehlt das Geld. Kaum ein großes Bauvorhaben erfüllt den Plan. Zehn Beispiele.
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Carsharing hat nach einer Studie des gleichnamigen Branchenverbandes Zukunft. Immer mehr vor allem junge Menschen teilten sich lieber ein Auto mit anderen, als sich ein eigenes zu kaufen. Diese Lust am Teilen verspricht gute Geschäfte. Der Verband rechnet mit einem jährlichen Wachstum der Kundenzahlen von 20 Prozent. In Deutschland ist noch Platz. Im internationalen Carsharing-Vergleich liegt die Bundesrepublik nur im Mittelfeld. Spitzenreiter ist die Schweiz, wo 100.000 der acht Millionen Einwohner zusammen 2500 Autos nutzen. In Deutschland stehen 190.000 Carsharing-Nutzern 11,9 Millionen Haushalte ohne Auto gegenüber.
Kein Wunder also, dass nun auch die renommierten Autohersteller auf den Markt drängen. Mit Mercedes (Car2go) sowie BMW und Sixt (DriveNow) bieten zwei große Autokonzerne seit wenigen Monaten ebenfalls Carsharing an und melden eine außerordentlich große Nachfrage. Gerade erst brachte Volkswagen sein Carsharing-Modell Qicar an den Start.
Bahnchef Grube denkt derweil bereits über neue Möglichkeiten nach, das Geschäft zu beleben. Getreu der Devise: Wer teilt, gewinnt. Zwar verlangt die Carsharing-Tochter Flinkster von ihren Kunden im Vergleich zur Konkurrenz die höchste Anmeldegebühr, doch wer eine Bahncard besitzt, zahlt keine.
Zudem erhalten Besitzer von Abonnements in verschiedenen Verkehrsverbünden Sonderkonditionen beim DB-Carsharing. Auf diesen Wege lassen sich schnell neue Stammkunden auch für das eigentliche Geschäft auf Schienen gewinnen. Schon heute besitzen rund 60 Prozent der Flinkster-Kunden eine BahnCard oder einen Abo-Fahrausweis eines Verkehrsverbundes.
Künftig will die Bahn mit umweltfreundlichen Autos locken. Seit Beginn dieses Jahres gehören 85 E-Mobile fest zur DB-Flotte, die allesamt mit grünem Strom unterwegs seien, wie es heißt. Bis Ende 2012 soll der Anteil auf mehr als zehn Prozent steigen.