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Chefsessel mit Nicole Srock.Stanley: "Es lohnt sich, nur auf sein Herz zu hören"

Nicole Srock.Stanley, Dan Pearlman.

Nicole Srock.Stanley, Dan Pearlman.

Foto:

Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann

Berlin -

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche auf diesem Sessel?

Für mich ist es schwer, zu sagen, wo die Arbeit aufhört und die Freizeit anfängt. Ich zähle die Stunden nicht.

Wo können Sie am besten entspannen?

Ich habe ein tolles Atelier mit einem Riesensofa, von dem aus man über den Rummelsburger See schaut.

Wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Es war bei der Gründung überhaupt nicht absehbar, dass Dan Pearlman einmal das Unternehmen wird, das es heute ist. Von daher: nein. Allerdings war es immer mein Wunsch, kreativ, relevant und interdisziplinär zu arbeiten. Und genau das tue ich. Also: ja.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich habe die Blumen aus dem Garten meiner Oma verkauft, die sich über die verschwundenen Osterglocken gewundert hat aber nicht wirklich böse war, sondern sich über den Einfallsreichtum ihrer Enkeltochter gefreut hat.

Wer verdient Ihrer Meinung nach zu wenig?

Alle, die Dienst am Menschen machen: Pflegekräfte, Krankenschwestern, Ärzte, Lehrer. Es ist mir ein Rätsel, warum sie so schlecht bezahlt werden.

Was würden Sie niemals für Geld tun?

Mein Leben tauschen. Ich habe als Schülerin mal in einer Chemiefabrik Polymere getrocknet. Um mich bei Laune zu halten, habe ich auf die Minute runtergerechnet, was ich verdiene: Lebenszeit gegen Geld. Diesen Deal werde ich nie wieder machen.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?

Ich würde gerne mehr reisen. Das ist als Mutter von drei Kindern schwierig, deshalb würde ich gerne mal mit meiner Familie über die Sommerwochen irgendwo im Ausland sein können, dort an Projekten arbeiten und gleichzeitig Urlaub machen.

Wie kommen Sie ins Büro?

Ich bin sehr kälteempfindlich, im Winter deshalb mit dem Auto. Sobald es wärmer wird, komme ich mit dem Fahrrad.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie abends nach Hause kommen?

Auf meine Kinder.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an Schulabgänger?

Dass es sich wirklich lohnt, nur auf sein Herz zu hören, bei dem was man machen möchte, und nicht auf das, von dem Eltern oder Berufsberater sagen, es habe Perspektive. Das Spiel ändert sich ständig. In dem, was einem am Herzen liegt, ist man immer gut. Und dann kriegt man auch einen Job.

Womit bringt sich ein Bewerber im Vorstellungsgespräch um alle Chancen?

Da muss man sich bei mir schon ganz schön doof anstellen. Was ich aber nicht mag, ist ein Bewerber, der auf die Frage nach seiner Gehaltsvorstellung sagt: „Ich habe mich mal erkundigt... Also ist das das Gehalt, das ich will.“ Man sollte wissen, was man wert ist. Sonst wirkt es unorganisiert und nicht authentisch.

Was würden Sie mit 50 Millionen Euro in Berlin verändern?

Ich würde das Geld in die Bildung stecken und damit in Schulen, Kitas und in der Frühbildung Kreativität fördern.